Es ist Schabbat und Jerusalem kommt so auf diese Weise zur Ruhe, zu verschnaufen. Deutschland ist uns z. Z. weitweg und erst das Losungsheft erinnert uns an den Reformationstag.

Moti hat wie jede Woche eine Auslegung zur aktuellen Wochenlesung verfasst.

In Abrahams Leben zeigte sich der Glaube in einer offenen Tür und einem gedeckten Tisch für Gäste. Auch wir sind eingeladen, unsere Liebe zu Gott durch unseren Umgang mit den Menschen, die er in unser Leben führt, zum Ausdruck zu bringen. Wer seinen Blick gen Himmel richtet, ist aufgerufen, auch den Menschen neben sich zu sehen. Liebe Freunde, die ihr Israel und den Gott Israels liebt, ich glaube, dieser Aufruf gilt uns allen. Wenn wir in den heiligen Schriften über Israel lesen und für das jüdische Volk beten, sind wir auch eingeladen, die Menschen kennenzulernen, die hier leben: den älteren Menschen, der auf Besuch wartet, den Neuankömmling, der eine neue Sprache lernt, den Soldaten, der in Israel ohne enge familiäre Unterstützung dient und sich nach einem Gefühl von Heimat sehnt, und die Familie, die Hilfe benötigt. Liebe vertieft sich, wenn sie ein Gesicht und einen Namen bekommt. Sie wächst, indem wir jemandes Geschichte hören, erfahren, was er braucht, und auch nach dem Abklingen der anfänglichen Begeisterung in Kontakt bleiben. Später im Tora Abschnitt erklärt der HERR die Berufung des Haushalts Abrahams:
„Den Weg des HERRN zu bewahren, indem ihr Gerechtigkeit und Recht übt“ (1. Mose 18,19, Auszug).
Abrahams Berufung bringt Verantwortung mit sich. Der Segen, der durch ihn die Völker erreichen soll, beginnt damit, wie er seine Familie unterweist. Ein Kind, das sieht, wie ein Gast würdevoll empfangen wird, lernt etwas über Gott. Wer sieht, wie wir ehrlich handeln, ein Versprechen halten und einen Bedürftigen unterstützen, erfährt die Frucht unseres Glaubens. Die Liebe zu Israel bringt auch diese Verantwortung mit sich: Gottes Wort zu studieren, im Gebet auszuharren, mutig gegen Antisemitismus einzustehen und die Wahrheit zu verkünden. Sie lädt uns zu Freundschaften ein, die von Treue, Zuhören und Demut geprägt sind. Abrahams Herz offenbart sich auch in seinem Gebet für Sodom. Er weiß um die Schwere seiner Sünde, doch er wendet sich dem Herrn zu und bittet inständig um die Verschonung der Stadt. Er fragt nach den Gerechten in der Stadt und fleht unablässig um Gnade. Daraus können wir eine wichtige Lehre ziehen: Wir können dem Bösen entschieden entgegentreten und gleichzeitig unser Herz für das menschliche Leben bewahren. Wir können für den Schutz Israels, seiner Soldaten und seiner Zivilbevölkerung beten und im selben Gebet um Gnade für jeden Unschuldigen bitten. Die Treue zum Gott Israels lehrt uns, Gerechtigkeit und Mitgefühl miteinander zu verbinden.
In der Haftara, der prophetischen Lesung, die diesen Tora Abschnitt begleitet, betreten wir ein anderes Haus – das Haus der Schunemiterin. Sie bemerkt den vorbeiziehenden Elisa und bereitet ihm einen Platz vor:
»Lasst uns ihm oben ein kleines Zimmer einrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und eine Lampe hinstellen .« (2 Könige 4,10, Auszug)
Es sind so einfache Dinge: ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl und eine Lampe. Und doch, wie viel Mühe und Liebe steckt in ihrer Vorbereitung. Sie öffnet ihr Haus, noch bevor ihr ein Sohn versprochen ist. Ihre Güte beginnt damit, dass sie sich um die Bedürfnisse ihrer Gäste kümmert. Während ich diese Worte lese, frage ich mich: Welchen Raum geben wir anderen in unserem Leben? Hat unsere Liebe einen festen Platz in unserem Wochenplan? Gibt es jemanden, der weiß, dass er sich an uns wenden kann? Gibt es eine Beziehung, die wir bereit sind, über viele Jahre zu pflegen? Als Gründer von Sabra begleiten mich diese Fragen in unserer Arbeit. Wir möchten das Studium des Wortes Gottes mit praktischer Nächstenliebe verbinden und Freunde Israels unter den Völkern mit Menschen und Familien in Israel zusammenbringen. Durch diese Beziehungen wollen wir einander kennenlernen, einander zuhören, respektvoll geben und liebevoll empfangen. Und wenn jemand sagt: „Was kann ich schon tun?“, erinnere ich mich an Elisas Frage an die Witwe: „Was hast du in deinem Haus?“ (2 Könige 4,2, Auszug). Vielleicht haben Sie Zeit zum Zuhören, die Gabe zu lehren, praktische Fähigkeiten, ein Talent dafür, andere zu ermutigen, oder die Bereitschaft, treu zu beten. Was uns unbedeutend erscheint, kann für jemand anderen von unschätzbarem Wert sein. Vayera lädt uns ein, dem Glauben in unserem Alltag Raum zu geben: unsere Augen zu öffnen, einen Platz vorzubereiten und eine gute Tat zu wählen, die wir treu fortsetzen können. Lasst uns diese Woche fragen: Wem kann ich eine Tür öffnen? Wen kann ich stärken? Und wie kann meine Liebe zum Gott Israels und seinem Volk einen spürbaren Segen im Leben eines Menschen bewirken? Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, öffne unsere Augen, damit wir sehen, und unsere Herzen, damit wir hören. Beschütze dein Volk Israel, seine Soldaten und seine Zivilbevölkerung. Heile die Verwundeten, tröste die Trauernden und stärke die Familien, die von Sorgen bedrückt sind. Segne alle, die dich und dein Volk lieben, in allen Ländern. Gib uns Weisheit, um vor dir in Gerechtigkeit und Recht zu wandeln, und öffne unsere Herzen, damit wir Güte zeigen. Amen.
Du hast ein Zuhause in Israel – Sabra ist Familie. Liebe Freunde, der Gott Israels segne euch und eure Familien, erfülle eure Häuser mit Frieden und stärke euch in allem Guten. Er gebe euch Kraft in der Not, Hoffnung in Zeiten des Wartens und Freude in Freundschaft und Güte. Danke für eure Liebe und eure Unterstützung des Volkes Israel. Schabbat Schalom und Segenswünsche aus Zion! Dieser Artikel basiert auf der Broschüre „Wenn der Glaube ein Zuhause öffnet“ und befasst sich mit Vayera und seiner Haftara. Um die vollständige Broschüre zu erhalten und die Themen dieses Artikels eingehender zu erforschen, schreiben Sie mir bitte: sabrafund@gmail.com
Mit meinen Gebeten und Segenswünschen, aus dem Haus der guten Taten Mordechai ben Yaakov Sabra-Haus, Galiläa, Israel (Die Bibelzitate für diesen Artikel wurden aus dem Hebräischen übersetzt)
Vor unserem Besuch möchte ich noch auf ein für Israel und darüber weit hinausgehendes, hochaktuelles Thema eingehen. Es herrscht dazu bei der Auseinandersetzung in Deutschland und Europa so viel Unverständnis, so wenig Klarheit. Und auch in Israel selbst, eine große Zerrissenheit. Dabei bleibt die Situation nach der Wahl auch weiterhin hoch spannend. Es geht um viel. Wie sieht es rechnerisch aus:


Der Chefredakteur von „Jerusalem News Syndikat“( JNS.org), Jonathan S. Tobin hat dazu eine Einschätzung gegeben, die ich gerne weitergebe.

Hier ein Auszug des Artikels: Debatte über einen palästinensischen Staat
Es geht hier weniger um Wahlbetrug oder die öffentliche Meinung zu einem Premierminister, der seit Jahrzehnten eine nationale Figur ist und sich neben vielen Anhängern auch zahlreiche politische Feinde gemacht hat. Vielmehr geht es darum, ob es verwerflich ist, dass Netanjahu die israelischen Wähler warnt, sie lebten in einer sehr gefährlichen Welt, in der Bedrohungen sowohl außerhalb als auch innerhalb ihrer Grenzen lauern. Welche Art von Bedrohungen? Eine davon ist die Möglichkeit, dass den Israelis ein palästinensischer Staat in Judäa und Samaria aufgezwungen wird. Laut Halbfinger ist die gesamte Diskussion um einen palästinensischen Staat „ein durchsichtiges Scheinargument“. Er sagt, es sei sogar unzulässig, diese Möglichkeit überhaupt anzusprechen, da seine Gegner nicht für einen solchen Staat geworben hätten. Es stimmt, dass, wie die Times feststellte, selbst die linkeste der zionistischen Parteien, die für die Knesset kandidieren – die Demokraten (HaDemokratim), deren Mitglieder sich aus den Überresten der einst dominierenden Arbeiterpartei und ihrem noch radikaleren Verbündeten Meretz zusammensetzen, die sich zum Überleben zusammengeschlossen haben –, erklärten, der Zeitpunkt sei nicht reif, diese Möglichkeit zu erörtern. Auch Eisenkots Jaschar-Partei und ihre anderen Verbündeten sprachen sich dagegen aus. Dennoch ist es heuchlerisch von einer Zeitung, die fortwährend Artikel veröffentlicht, die einen solchen Staat fordern, zu behaupten, es sei falsch, wenn jemand diese Idee ablehnt. Die Demokratische Partei in den Vereinigten Staaten und ihre liberalen Unterstützer in der Presse beharren darauf, dass die „Zwei-Staaten-Lösung“, die die palästinensischen Araber nie wollten und die sich in den letzten 33 Jahren seit Unterzeichnung der Oslo-Abkommen als Illusion erwiesen hat, Israel aufgezwungen werden muss. Führungskräfte brechen ihre Versprechen. Darüber hinaus steht Netanyahu auf festem Boden, wenn er die israelischen Wähler daran erinnert, dass Politiker und Parteien, die mit dem Versprechen antreten, niemals einen palästinensischen Staat zuzulassen oder Forderungen nach Zugeständnissen, einschließlich Gebietsabtretungen, nachzukommen, ihr Wort oft brechen. Genau das geschah mit Jitzchak Rabin, als er 1992 zum Ministerpräsidenten gewählt wurde und den Wählern versicherte, er werde weder mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) noch mit deren Terroristenführer Jassir Arafat verhandeln, geschweige denn sie in den besetzten Gebieten stärken. Doch dann tat er genau das. 2003 wurde Ariel Sharon als Ministerpräsident wiedergewählt, indem er seinen Gegner von der Arbeitspartei verhöhnte, weil dieser einen Rückzug aus Gaza vorgeschlagen hatte. Im Sommer 2005 setzte Sharon diese Politik dann selbst um, indem er alle israelischen Soldaten, Siedler und Siedlungen aus Gaza abzog und damit eine Kette von Ereignissen in Gang setzte, die zur Entstehung eines Hamas-Terrorstaates und zur Tragödie vom 7. Oktober führten. Darüber hinaus, so Haaretz im Sommer gegenüber ihren linksorientierten Lesern, erklärte Eisenkot möglicherweise nur, um sich bei den Wählern einzuschmeicheln, er werde einen palästinensischen Staat nicht akzeptieren. Doch damit, so die Zeitung, „verleugnete er seine Überzeugungen“. Das dürfte stimmen. Die Äußerungen des ehemaligen Generals während seiner Zeit als Stabschef und die seiner Berater deuten allesamt auf die Akzeptanz der Oslo-Position hin, die den israelischen Gebietsrückzug und die Gründung eines palästinensischen Staates als notwendig erachtet. Unter diesen Umständen ist es alles andere als unvernünftig, dass Netanyahu darauf hinweist und darüber spekuliert, ob eine von Eisenkot geführte Regierung dem unvermeidlichen Druck ausländischer Regierungen – möglicherweise auch der Vereinigten Staaten, sobald Präsident Donald Trump im Januar 2029 sein Amt verlässt – widerstehen würde, einen palästinensischen Staat zu gründen. Es ist auch keine Panikmache, darauf hinzuweisen, dass eine Wiederholung von Sharons katastrophalem Fehler, sich aus Gaza in das weitaus größere und strategisch wichtigere Judäa und Samaria zurückzuziehen, die Wahrscheinlichkeit weiterer Angriffe auf Israel nach dem Vorbild des 7. Oktober erhöhen würde. Die Hamas, die mit Sicherheit die Kontrolle über einen Staat von ihren korrupten und schwachen Rivalen der Fatah-Partei, die derzeit die Palästinensische Autonomiebehörde kontrollieren, übernehmen würde, hat genau das versprochen. Auch beschwört Netanjahu keine imaginären Bedrohungen herauf, wenn er von der Notwendigkeit spricht, die Hamas im Gazastreifen endgültig zu eliminieren und das islamistische Regime in Teheran zu besiegen. Die Israelis wissen nur allzu gut, dass ihre Feinde keine Hirngespinste sind, die ein skrupelloser Premierminister ausnutzt. Und er erfindet nichts, wenn er den Radikalismus der beiden arabischen Parteien beschreibt, die bei der Wahl dieser Woche so gut abgeschnitten haben. Halbfinger hat Recht, wenn er sagt, dass Ra’am sich bemüht hat, sich jüdischen Wählern als vernünftiger Partner zu präsentieren, dem man Loyalität zum Staat und gleichzeitig die Interessen arabischer Wähler zutrauen kann. Israelis mögen stolz darauf sein, in einem Land zu leben, in dem die arabische Minderheit gleiche Rechte vor dem Gesetz genießt. Doch selbst wenn er 2021 und 2022 in der von Naftali Bennet und Yair Lapid geführten Regierung gedient hätte, wissen viele, wenn nicht die meisten Israelis, dass die islamistischen Überzeugungen ihres Führers Mansour Abbas es unmöglich machen, die Legitimität und den Fortbestand eines jüdischen Staates wirklich anzuerkennen. Darüber hinaus wissen sie auch, dass die größere Vereinte Liste nicht einmal so tun wird, als würde sie ihre Träume von der Vernichtung Israels aufgeben. Das gilt selbst dann, wenn sie vorerst bereit ist, eine Minderheitsregierung zu stützen, die Netanjahus Karriere beenden würde, da er der größte Feind derer ist, die Israels Zerstörung wollen. Sollte Eisenkot sich auf sie stützen, um eine Minderheitsregierung außerhalb des Kabinetts an der Macht zu halten, oder sie gar direkt in die Regierung aufnehmen, würde er ihnen ein faktisches Vetorecht gegen künftige Militäraktionen zur Verteidigung Israels gegen Iran, Hamas, Hisbollah und die Huthis einräumen. Manche im linken Spektrum mögen das für eine gute Idee halten. Doch indem Netanjahu ein solches Szenario ablehnt, würde er weniger Ängste schüren, als vielmehr den Israelis verdeutlichen, dass Eisenkot genau das tun würde, was die überwältigende Mehrheit der Israelis – unabhängig davon, wen sie am 27. Oktober gewählt haben – ablehnt. Die drohende völkermörderische Absicht der Hamas und des Irans, für die die Gräueltaten vom 7. Oktober nur ein Vorgeschmack auf das waren, was sie ganz Israel antun wollen, ist kein Schreckgespenst, das Netanjahu aus der Trickkiste zaubert, um die Israelis einzuschüchtern. Es handelt sich um eine klare und gegenwärtige Gefahr, der sich jede israelische Regierung stellen muss, unabhängig davon, wer an ihrer Spitze steht, wenn sie das Vertrauen ihres Volkes nicht missbrauchen will.
Eine immer noch gefährliche Gegend Wenn Israelis – angesichts ihrer Siege im Krieg nach dem 7. Oktober und des Fortbestands der Abraham-Abkommen trotz des weltweiten Anstiegs des Antisemitismus – verstehen, dass sie weiterhin in einer gefährlichen Region leben, dann nicht aus Angst. Es liegt daran, dass sie die Ereignisse aufmerksam verfolgt haben und beurteilen können, was geschieht, wenn ihre Führungskräfte der Versuchung erliegen, sich den Respekt der „New York Times“ und liberaler Kommentatoren zu verdienen, und versuchen, „Land gegen Frieden“ einzutauschen. In jedem Fall bedeutete eine solche Politik nicht nur einen Verrat an Wahlversprechen, sondern führte letztlich auch dazu, dass Territorium gegen Terror eingetauscht wurde, der Tausende israelische Menschenleben kostete. Wenn Netanjahu trotz der verständlichen Müdigkeit gegenüber einem so lange regierenden Premierminister und dem Impuls, ihn zum alleinigen Sündenbock für den 7. Oktober zu machen, weiterhin großen Rückhalt genießt, liegt das daran, dass die Israelis seinen Realismus respektieren und schätzen. Trotz all seiner Fehler und Irrtümer ist er immer noch der einzige bedeutende israelische Politiker seiner Zeit, der nicht dem Wunschdenken verfiel, das zu Oslo und dem Gaza-Abzug führte, sowie den gebrochenen Versprechen, Frieden im Austausch für einen palästinensischen Staat zu erlangen, den die Palästinenser nicht wollen. Dies zu betonen ist keine Panikmache, sondern Realismus. Die Kritiker des Premierministers sollten sich fragen, ob ihr Wunsch, die realen Bedrohungen für Israel zu ignorieren oder herunterzuspielen, nicht etwas Schlimmeres ist, als die Ängste der Israelis anzusprechen: ein bewusster Versuch, sie angesichts sehr realer völkermörderischer Bedrohungen zu entwaffnen und zu schwächen. Quelle: https://www.jns.org/opinion/column/jonathan-s-tobin/netanyahu-is-a-realist-about-israels-foes-not-a-fear-monger
In diesem Zusammenhang hänge ich noch einen besonderen Facebookbeitrag an, der einen Aspekt der hiesigen orientalischen Kultur und Denke beleuchtet, für den im säkularen Westen wenig Verständnis besteht und deshalb nicht ernst genommen wird.

Lang und wichtig: Alles, was Sie über Mansour Abbas wissen sollten…Und es wird Ihnen nicht gefallen!
Mansour Abbas oder die Kunst der institutionalisierten Taqiyya
2021 hieß es, Mansour Abbas sei ein Pragmatiker, ein Zahnarzt, der ins Parlament gewählt wurde und die bekannten Interessen seiner Wähler verstand. Ein Mann, mit dem man „regieren“ könne. Wer diese Fiktion akzeptierte, verwechselte Schein und Sein. Er vergaß eine elementare Regel der arabischen Welt und der Muslime: Man beurteilt einen Menschen nicht danach, was er auf Hebräisch vor israelischen Kameras sagt, sondern danach, was er ist, was er tut und was er auf Arabisch sagt, wenn er zu seinem Volk spricht. Mansour Abbas ist kein Zufall der israelischen Demokratie. Er ist ihr erfolgreichstes Produkt. Der südliche Zweig der Islamischen Bewegung, dessen politischer Ausdruck er ist, zog nicht in die Knesset ein, um israelisch zu werden. Sie drang in den Staat ein, um ihn von innen heraus zu beeinflussen, genau wie die Muslimbruderschaft überall dort, wo Schwäche oder Naivität der Regime ihr die Gelegenheit boten. Der Unterschied zum nördlichen Zweig (verboten) ist nicht ideologischer, sondern taktischer Natur. Die einen lehnen das Spiel ab, die anderen spielen es. Das Ziel bleibt dasselbe. Seit 2021, unterstützt von Katar und der Türkei, hat Abbas die Doppelzüngigkeit perfektioniert. Jüdischen Ohren spricht er von Haushalten, Kriminalität und Integration. Den arabischen Ohren gegenüber erinnert er daran, dass ihm der jüdische Charakter des Staates „aufgezwungen“ wurde, dass er ihn nicht anerkennen wollte und dass er die Erzählung der Nakba nie verleugnet hat. Das ist kein Widerspruch. Es ist Taqiyya, diese uralte Technik der Verschleierung, die es ermöglicht, in einem feindseligen Umfeld zu überleben und voranzukommen, ohne das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Als er die „Trennung“ vom Schura-Rat verkündete, erkannten Kedar und andere sofort, was dahintersteckte: ein Kommunikationsmanöver, um potenzielle Partner für eine künftige Koalition zu beruhigen, keine ideologische Wandlung. Man trennt sich nicht von einer Doktrin wie von der Kleidung.Die Fakten sprechen Bände. Die mit Ra’am verbundenen Organisationen (Aid 48 und andere) wurden dabei ertappt, wie sie Gelder an terroristische Organisationen transferierten. Abbas hat dies bestritten, doch das Muster ist bekannt: Wohltätige und soziale Aktivitäten dienen als Deckmantel und Mittel zum Zweck. Dies ist die klassische Vorgehensweise der Muslimbruderschaft und ihrer Verbündeten. Während einige in Israel von der „Partnerschaft“ begeistert sind, fließen die Gelder und Netzwerke festigen sich. Die eigentliche Gefahr geht nicht von Abbas selbst aus. Es ist die immer wiederkehrende Versuchung bestimmter israelischer Beamter, ihm „Geld“ zukommen zu lassen, weil sie dadurch die magische Zahl von 61 Sitzen erreichen können. Im Jahr 2021 schuf diese Versuchung bereits einen Präzedenzfall. Sie legitimierte in den Augen eines Teils der israelisch-arabischen Gesellschaft die Vorstellung, man könne am israelischen Demokratiespiel teilnehmen, ohne jemals die Grundlage des Staates – seinen jüdischen Charakter – anzuerkennen. Genau dies bezeichnete Kedar seit 2021 als die Gefahr der „Libanisierung“: die fortschreitende Unterordnung des nationalen Interesses unter sektorale und gemeinschaftliche Interessen, bis der Staat sich nicht mehr gegen jene verteidigen kann, die ihn von innen heraus angreifen. Mansour Abbas hat nie gesagt und wird es wohl auch nie sagen, was Kedar als Mindestbedingung anführt: dass das Judentum eine wahre Religion ist, dass das jüdische Volk als solches existiert und das Recht auf einen Staat auf seinem angestammten Land hat und dass Jerusalem seine historische Hauptstadt ist. Solange diese Worte nicht klar, unmissverständlich und ohne Doppeldeutigkeit ausgesprochen werden, ist alles andere nur Theater. Die Kostüme sind makellos, das Hebräisch fließend, die Diplome vorhanden. Die Ideologie jedoch hat sich nicht bewegt. Israel hat das Recht, mit seinen arabischen Bürgern in Dialog zu treten. Es hat jedoch nicht das Recht, über die Natur derer zu lügen, die vorgeben, sie zu vertreten, und gleichzeitig einer Doktrin treu zu bleiben, die dem Staat sein Existenzrecht als jüdischer Staat abspricht. Taqiyya ist nicht einfach nur eine Lüge. Sie ist eine Methode. Und Methoden, anders als Reden, führen zu Ergebnissen. Und dies ist kein isoliertes Phänomen in Israel. Die Muslimbruderschaft ist auch in London, Paris und Brüssel fest etabliert. Katarische und türkische Führungskräfte unterstützen sie mit Millionen von Dollar und finanzieren ihre Verbände, Moscheen, Denkfabriken und Medien. Der gekaufte und in ein schillerndes Vorzeigeprojekt verwandelte PSG-Club ist nichts weiter als eine schöne, trügerische Fassade: Soft Power, die von der eigentlichen Bedeutung ablenkt, während sich islamistischer Einfluss still und leise in den europäischen Hauptstädten festsetzt. Dieselbe Methode, dasselbe Geld, dasselbe Ziel: unter dem Deckmantel von Legalität, Budgets und Respektabilität voranzukommen. (Facebook)
Wen besuchen wir heute?
Zur Vorgeschichte: Rabbiner Dr. Yehuda Bohrer lernten wir vor mehr als 10 Jahren, auf unseren früheren Gruppenreisen kennen. Er brachte uns, als einer, der mit Frau zu den 10 Gründerfamilien der Siedlung gehörend, den biblischen Hintergrund der Siedlung Beth- El nahe. Wir organisierten die Übersetzung seines Buches zu archäologischen Funden in Israel, die die Aussagen der Bibel bestätigten: „Fußspuren des Allmächtigen in seinem Land“. Später luden wir ihn als Sprecher nach Hamburg ein und so entwickelte sich mit einem orthodoxen, israelischen Rabbiner, mit deutschen Wurzeln, Holocaust-Überlebender, eine besondere Beziehung.
Heute besuchen wir Helen Bohrer, seine Witwe und Familie. Dafür haben wir im Vorwege mit Bat Ami, eine ihrer Töchter Kontakt aufgenommen. Da Bat Ami aber am Schabbat das Handy ruhen lässt, hat sie uns empfohlen uns mit Yair, einem ihrer Söhne zu verständigen. Er wohnt mit Familie in der Gemeinschaftssiedlung „Nili“, die auf dem Weg liegt. Bei unserer Whatsapp Korrespondenz wird offenbar, dass die Navi-apps; „Waze“, bzw. „Google Maps“ ganz unterschiedliche Routenempfehlungen geben, wenn es um die „umstrittenen Gebiete“ geht, die wir nach ihren biblischen Namen; Judäa/Yehudah und Samaria/Shomron bezeichnen. Die Googlemaps Strecke ist doppelt so lang.
