Besuch einer Siedler-Familie im biblischen Kernland

Es ist Schabbat und Jerusalem kommt so auf diese Weise zur Ruhe, zu verschnaufen. Deutschland ist uns z. Z. weitweg und erst das Losungsheft erinnert uns an den Reformationstag.

Moti hat wie jede Woche eine Auslegung zur aktuellen Wochenlesung verfasst.

In Abrahams Leben zeigte sich der Glaube in einer offenen Tür und einem gedeckten Tisch für Gäste. Auch wir sind eingeladen, unsere Liebe zu Gott durch unseren Umgang mit den Menschen, die er in unser Leben führt, zum Ausdruck zu bringen. Wer seinen Blick gen Himmel richtet, ist aufgerufen, auch den Menschen neben sich zu sehen. Liebe Freunde, die ihr Israel und den Gott Israels liebt, ich glaube, dieser Aufruf gilt uns allen. Wenn wir in den heiligen Schriften über Israel lesen und für das jüdische Volk beten, sind wir auch eingeladen, die Menschen kennenzulernen, die hier leben: den älteren Menschen, der auf Besuch wartet, den Neuankömmling, der eine neue Sprache lernt, den Soldaten, der in Israel ohne enge familiäre Unterstützung dient und sich nach einem Gefühl von Heimat sehnt, und die Familie, die Hilfe benötigt. Liebe vertieft sich, wenn sie ein Gesicht und einen Namen bekommt. Sie wächst, indem wir jemandes Geschichte hören, erfahren, was er braucht, und auch nach dem Abklingen der anfänglichen Begeisterung in Kontakt bleiben. Später im Tora Abschnitt erklärt der HERR die Berufung des Haushalts Abrahams:

„Den Weg des HERRN zu bewahren, indem ihr Gerechtigkeit und Recht übt“ (1. Mose 18,19, Auszug).

Abrahams Berufung bringt Verantwortung mit sich. Der Segen, der durch ihn die Völker erreichen soll, beginnt damit, wie er seine Familie unterweist. Ein Kind, das sieht, wie ein Gast würdevoll empfangen wird, lernt etwas über Gott. Wer sieht, wie wir ehrlich handeln, ein Versprechen halten und einen Bedürftigen unterstützen, erfährt die Frucht unseres Glaubens. Die Liebe zu Israel bringt auch diese Verantwortung mit sich: Gottes Wort zu studieren, im Gebet auszuharren, mutig gegen Antisemitismus einzustehen und die Wahrheit zu verkünden. Sie lädt uns zu Freundschaften ein, die von Treue, Zuhören und Demut geprägt sind. Abrahams Herz offenbart sich auch in seinem Gebet für Sodom. Er weiß um die Schwere seiner Sünde, doch er wendet sich dem Herrn zu und bittet inständig um die Verschonung der Stadt. Er fragt nach den Gerechten in der Stadt und fleht unablässig um Gnade. Daraus können wir eine wichtige Lehre ziehen: Wir können dem Bösen entschieden entgegentreten und gleichzeitig unser Herz für das menschliche Leben bewahren. Wir können für den Schutz Israels, seiner Soldaten und seiner Zivilbevölkerung beten und im selben Gebet um Gnade für jeden Unschuldigen bitten. Die Treue zum Gott Israels lehrt uns, Gerechtigkeit und Mitgefühl miteinander zu verbinden.

In der Haftara, der prophetischen Lesung, die diesen Tora Abschnitt begleitet, betreten wir ein anderes Haus – das Haus der Schunemiterin. Sie bemerkt den vorbeiziehenden Elisa und bereitet ihm einen Platz vor:

»Lasst uns ihm oben ein kleines Zimmer einrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und eine Lampe hinstellen .« (2 Könige 4,10, Auszug)

Es sind so einfache Dinge: ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl und eine Lampe. Und doch, wie viel Mühe und Liebe steckt in ihrer Vorbereitung. Sie öffnet ihr Haus, noch bevor ihr ein Sohn versprochen ist. Ihre Güte beginnt damit, dass sie sich um die Bedürfnisse ihrer Gäste kümmert. Während ich diese Worte lese, frage ich mich: Welchen Raum geben wir anderen in unserem Leben? Hat unsere Liebe einen festen Platz in unserem Wochenplan? Gibt es jemanden, der weiß, dass er sich an uns wenden kann? Gibt es eine Beziehung, die wir bereit sind, über viele Jahre zu pflegen? Als Gründer von Sabra begleiten mich diese Fragen in unserer Arbeit. Wir möchten das Studium des Wortes Gottes mit praktischer Nächstenliebe verbinden und Freunde Israels unter den Völkern mit Menschen und Familien in Israel zusammenbringen. Durch diese Beziehungen wollen wir einander kennenlernen, einander zuhören, respektvoll geben und liebevoll empfangen. Und wenn jemand sagt: „Was kann ich schon tun?“, erinnere ich mich an Elisas Frage an die Witwe: „Was hast du in deinem Haus?“ (2 Könige 4,2, Auszug). Vielleicht haben Sie Zeit zum Zuhören, die Gabe zu lehren, praktische Fähigkeiten, ein Talent dafür, andere zu ermutigen, oder die Bereitschaft, treu zu beten. Was uns unbedeutend erscheint, kann für jemand anderen von unschätzbarem Wert sein. Vayera lädt uns ein, dem Glauben in unserem Alltag Raum zu geben: unsere Augen zu öffnen, einen Platz vorzubereiten und eine gute Tat zu wählen, die wir treu fortsetzen können. Lasst uns diese Woche fragen: Wem kann ich eine Tür öffnen? Wen kann ich stärken? Und wie kann meine Liebe zum Gott Israels und seinem Volk einen spürbaren Segen im Leben eines Menschen bewirken? Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, öffne unsere Augen, damit wir sehen, und unsere Herzen, damit wir hören. Beschütze dein Volk Israel, seine Soldaten und seine Zivilbevölkerung. Heile die Verwundeten, tröste die Trauernden und stärke die Familien, die von Sorgen bedrückt sind. Segne alle, die dich und dein Volk lieben, in allen Ländern. Gib uns Weisheit, um vor dir in Gerechtigkeit und Recht zu wandeln, und öffne unsere Herzen, damit wir Güte zeigen. Amen.

Du hast ein Zuhause in Israel – Sabra ist Familie. Liebe Freunde, der Gott Israels segne euch und eure Familien, erfülle eure Häuser mit Frieden und stärke euch in allem Guten. Er gebe euch Kraft in der Not, Hoffnung in Zeiten des Wartens und Freude in Freundschaft und Güte. Danke für eure Liebe und eure Unterstützung des Volkes Israel. Schabbat Schalom und Segenswünsche aus Zion! Dieser Artikel basiert auf der Broschüre „Wenn der Glaube ein Zuhause öffnet“ und befasst sich mit Vayera und seiner Haftara. Um die vollständige Broschüre zu erhalten und die Themen dieses Artikels eingehender zu erforschen, schreiben Sie mir bitte: sabrafund@gmail.com

Mit meinen Gebeten und Segenswünschen, aus dem Haus der guten Taten Mordechai ben Yaakov Sabra-Haus, Galiläa, Israel (Die Bibelzitate für diesen Artikel wurden aus dem Hebräischen übersetzt)

Vor unserem Besuch möchte ich noch auf ein für Israel und darüber weit hinausgehendes, hochaktuelles Thema eingehen. Es herrscht dazu bei der Auseinandersetzung in Deutschland und Europa so viel Unverständnis, so wenig Klarheit. Und auch in Israel selbst, eine große Zerrissenheit. Dabei bleibt die Situation nach der Wahl auch weiterhin hoch spannend. Es geht um viel. Wie sieht es rechnerisch aus:

Der Chefredakteur von „Jerusalem News Syndikat“( JNS.org), Jonathan S. Tobin hat dazu eine Einschätzung gegeben, die ich gerne weitergebe.

Hier ein Auszug des Artikels: Debatte über einen palästinensischen Staat

Es geht hier weniger um Wahlbetrug oder die öffentliche Meinung zu einem Premierminister, der seit Jahrzehnten eine nationale Figur ist und sich neben vielen Anhängern auch zahlreiche politische Feinde gemacht hat. Vielmehr geht es darum, ob es verwerflich ist, dass Netanjahu die israelischen Wähler warnt, sie lebten in einer sehr gefährlichen Welt, in der Bedrohungen sowohl außerhalb als auch innerhalb ihrer Grenzen lauern. Welche Art von Bedrohungen? Eine davon ist die Möglichkeit, dass den Israelis ein palästinensischer Staat in Judäa und Samaria aufgezwungen wird. Laut Halbfinger ist die gesamte Diskussion um einen palästinensischen Staat „ein durchsichtiges Scheinargument“. Er sagt, es sei sogar unzulässig, diese Möglichkeit überhaupt anzusprechen, da seine Gegner nicht für einen solchen Staat geworben hätten. Es stimmt, dass, wie die Times feststellte, selbst die linkeste der zionistischen Parteien, die für die Knesset kandidieren – die Demokraten (HaDemokratim), deren Mitglieder sich aus den Überresten der einst dominierenden Arbeiterpartei und ihrem noch radikaleren Verbündeten Meretz zusammensetzen, die sich zum Überleben zusammengeschlossen haben –, erklärten, der Zeitpunkt sei nicht reif, diese Möglichkeit zu erörtern. Auch Eisenkots Jaschar-Partei und ihre anderen Verbündeten sprachen sich dagegen aus. Dennoch ist es heuchlerisch von einer Zeitung, die fortwährend Artikel veröffentlicht, die einen solchen Staat fordern, zu behaupten, es sei falsch, wenn jemand diese Idee ablehnt. Die Demokratische Partei in den Vereinigten Staaten und ihre liberalen Unterstützer in der Presse beharren darauf, dass die „Zwei-Staaten-Lösung“, die die palästinensischen Araber nie wollten und die sich in den letzten 33 Jahren seit Unterzeichnung der Oslo-Abkommen als Illusion erwiesen hat, Israel aufgezwungen werden muss. Führungskräfte brechen ihre Versprechen. Darüber hinaus steht Netanyahu auf festem Boden, wenn er die israelischen Wähler daran erinnert, dass Politiker und Parteien, die mit dem Versprechen antreten, niemals einen palästinensischen Staat zuzulassen oder Forderungen nach Zugeständnissen, einschließlich Gebietsabtretungen, nachzukommen, ihr Wort oft brechen. Genau das geschah mit Jitzchak Rabin, als er 1992 zum Ministerpräsidenten gewählt wurde und den Wählern versicherte, er werde weder mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) noch mit deren Terroristenführer Jassir Arafat verhandeln, geschweige denn sie in den besetzten Gebieten stärken. Doch dann tat er genau das. 2003 wurde Ariel Sharon als Ministerpräsident wiedergewählt, indem er seinen Gegner von der Arbeitspartei verhöhnte, weil dieser einen Rückzug aus Gaza vorgeschlagen hatte. Im Sommer 2005 setzte Sharon diese Politik dann selbst um, indem er alle israelischen Soldaten, Siedler und Siedlungen aus Gaza abzog und damit eine Kette von Ereignissen in Gang setzte, die zur Entstehung eines Hamas-Terrorstaates und zur Tragödie vom 7. Oktober führten. Darüber hinaus, so Haaretz im Sommer gegenüber ihren linksorientierten Lesern, erklärte Eisenkot möglicherweise nur, um sich bei den Wählern einzuschmeicheln, er werde einen palästinensischen Staat nicht akzeptieren. Doch damit, so die Zeitung, „verleugnete er seine Überzeugungen“. Das dürfte stimmen. Die Äußerungen des ehemaligen Generals während seiner Zeit als Stabschef und die seiner Berater deuten allesamt auf die Akzeptanz der Oslo-Position hin, die den israelischen Gebietsrückzug und die Gründung eines palästinensischen Staates als notwendig erachtet. Unter diesen Umständen ist es alles andere als unvernünftig, dass Netanyahu darauf hinweist und darüber spekuliert, ob eine von Eisenkot geführte Regierung dem unvermeidlichen Druck ausländischer Regierungen – möglicherweise auch der Vereinigten Staaten, sobald Präsident Donald Trump im Januar 2029 sein Amt verlässt – widerstehen würde, einen palästinensischen Staat zu gründen. Es ist auch keine Panikmache, darauf hinzuweisen, dass eine Wiederholung von Sharons katastrophalem Fehler, sich aus Gaza in das weitaus größere und strategisch wichtigere Judäa und Samaria zurückzuziehen, die Wahrscheinlichkeit weiterer Angriffe auf Israel nach dem Vorbild des 7. Oktober erhöhen würde. Die Hamas, die mit Sicherheit die Kontrolle über einen Staat von ihren korrupten und schwachen Rivalen der Fatah-Partei, die derzeit die Palästinensische Autonomiebehörde kontrollieren, übernehmen würde, hat genau das versprochen. Auch beschwört Netanjahu keine imaginären Bedrohungen herauf, wenn er von der Notwendigkeit spricht, die Hamas im Gazastreifen endgültig zu eliminieren und das islamistische Regime in Teheran zu besiegen. Die Israelis wissen nur allzu gut, dass ihre Feinde keine Hirngespinste sind, die ein skrupelloser Premierminister ausnutzt. Und er erfindet nichts, wenn er den Radikalismus der beiden arabischen Parteien beschreibt, die bei der Wahl dieser Woche so gut abgeschnitten haben. Halbfinger hat Recht, wenn er sagt, dass Ra’am sich bemüht hat, sich jüdischen Wählern als vernünftiger Partner zu präsentieren, dem man Loyalität zum Staat und gleichzeitig die Interessen arabischer Wähler zutrauen kann. Israelis mögen stolz darauf sein, in einem Land zu leben, in dem die arabische Minderheit gleiche Rechte vor dem Gesetz genießt. Doch selbst wenn er 2021 und 2022 in der von Naftali Bennet und Yair Lapid geführten Regierung gedient hätte, wissen viele, wenn nicht die meisten Israelis, dass die islamistischen Überzeugungen ihres Führers Mansour Abbas es unmöglich machen, die Legitimität und den Fortbestand eines jüdischen Staates wirklich anzuerkennen. Darüber hinaus wissen sie auch, dass die größere Vereinte Liste nicht einmal so tun wird, als würde sie ihre Träume von der Vernichtung Israels aufgeben. Das gilt selbst dann, wenn sie vorerst bereit ist, eine Minderheitsregierung zu stützen, die Netanjahus Karriere beenden würde, da er der größte Feind derer ist, die Israels Zerstörung wollen. Sollte Eisenkot sich auf sie stützen, um eine Minderheitsregierung außerhalb des Kabinetts an der Macht zu halten, oder sie gar direkt in die Regierung aufnehmen, würde er ihnen ein faktisches Vetorecht gegen künftige Militäraktionen zur Verteidigung Israels gegen Iran, Hamas, Hisbollah und die Huthis einräumen. Manche im linken Spektrum mögen das für eine gute Idee halten. Doch indem Netanjahu ein solches Szenario ablehnt, würde er weniger Ängste schüren, als vielmehr den Israelis verdeutlichen, dass Eisenkot genau das tun würde, was die überwältigende Mehrheit der Israelis – unabhängig davon, wen sie am 27. Oktober gewählt haben – ablehnt. Die drohende völkermörderische Absicht der Hamas und des Irans, für die die Gräueltaten vom 7. Oktober nur ein Vorgeschmack auf das waren, was sie ganz Israel antun wollen, ist kein Schreckgespenst, das Netanjahu aus der Trickkiste zaubert, um die Israelis einzuschüchtern. Es handelt sich um eine klare und gegenwärtige Gefahr, der sich jede israelische Regierung stellen muss, unabhängig davon, wer an ihrer Spitze steht, wenn sie das Vertrauen ihres Volkes nicht missbrauchen will.

Eine immer noch gefährliche Gegend Wenn Israelis – angesichts ihrer Siege im Krieg nach dem 7. Oktober und des Fortbestands der Abraham-Abkommen trotz des weltweiten Anstiegs des Antisemitismus – verstehen, dass sie weiterhin in einer gefährlichen Region leben, dann nicht aus Angst. Es liegt daran, dass sie die Ereignisse aufmerksam verfolgt haben und beurteilen können, was geschieht, wenn ihre Führungskräfte der Versuchung erliegen, sich den Respekt der „New York Times“ und liberaler Kommentatoren zu verdienen, und versuchen, „Land gegen Frieden“ einzutauschen. In jedem Fall bedeutete eine solche Politik nicht nur einen Verrat an Wahlversprechen, sondern führte letztlich auch dazu, dass Territorium gegen Terror eingetauscht wurde, der Tausende israelische Menschenleben kostete. Wenn Netanjahu trotz der verständlichen Müdigkeit gegenüber einem so lange regierenden Premierminister und dem Impuls, ihn zum alleinigen Sündenbock für den 7. Oktober zu machen, weiterhin großen Rückhalt genießt, liegt das daran, dass die Israelis seinen Realismus respektieren und schätzen. Trotz all seiner Fehler und Irrtümer ist er immer noch der einzige bedeutende israelische Politiker seiner Zeit, der nicht dem Wunschdenken verfiel, das zu Oslo und dem Gaza-Abzug führte, sowie den gebrochenen Versprechen, Frieden im Austausch für einen palästinensischen Staat zu erlangen, den die Palästinenser nicht wollen. Dies zu betonen ist keine Panikmache, sondern Realismus. Die Kritiker des Premierministers sollten sich fragen, ob ihr Wunsch, die realen Bedrohungen für Israel zu ignorieren oder herunterzuspielen, nicht etwas Schlimmeres ist, als die Ängste der Israelis anzusprechen: ein bewusster Versuch, sie angesichts sehr realer völkermörderischer Bedrohungen zu entwaffnen und zu schwächen. Quelle: https://www.jns.org/opinion/column/jonathan-s-tobin/netanyahu-is-a-realist-about-israels-foes-not-a-fear-monger

In diesem Zusammenhang hänge ich noch einen besonderen Facebookbeitrag an, der einen Aspekt der hiesigen orientalischen Kultur und Denke beleuchtet, für den im säkularen Westen wenig Verständnis besteht und deshalb nicht ernst genommen wird.

Lang und wichtig: Alles, was Sie über Mansour Abbas wissen sollten…Und es wird Ihnen nicht gefallen!

Mansour Abbas oder die Kunst der institutionalisierten Taqiyya

2021 hieß es, Mansour Abbas sei ein Pragmatiker, ein Zahnarzt, der ins Parlament gewählt wurde und die bekannten Interessen seiner Wähler verstand. Ein Mann, mit dem man „regieren“ könne. Wer diese Fiktion akzeptierte, verwechselte Schein und Sein. Er vergaß eine elementare Regel der arabischen Welt und der Muslime: Man beurteilt einen Menschen nicht danach, was er auf Hebräisch vor israelischen Kameras sagt, sondern danach, was er ist, was er tut und was er auf Arabisch sagt, wenn er zu seinem Volk spricht. Mansour Abbas ist kein Zufall der israelischen Demokratie. Er ist ihr erfolgreichstes Produkt. Der südliche Zweig der Islamischen Bewegung, dessen politischer Ausdruck er ist, zog nicht in die Knesset ein, um israelisch zu werden. Sie drang in den Staat ein, um ihn von innen heraus zu beeinflussen, genau wie die Muslimbruderschaft überall dort, wo Schwäche oder Naivität der Regime ihr die Gelegenheit boten. Der Unterschied zum nördlichen Zweig (verboten) ist nicht ideologischer, sondern taktischer Natur. Die einen lehnen das Spiel ab, die anderen spielen es. Das Ziel bleibt dasselbe. Seit 2021, unterstützt von Katar und der Türkei, hat Abbas die Doppelzüngigkeit perfektioniert. Jüdischen Ohren spricht er von Haushalten, Kriminalität und Integration. Den arabischen Ohren gegenüber erinnert er daran, dass ihm der jüdische Charakter des Staates „aufgezwungen“ wurde, dass er ihn nicht anerkennen wollte und dass er die Erzählung der Nakba nie verleugnet hat. Das ist kein Widerspruch. Es ist Taqiyya, diese uralte Technik der Verschleierung, die es ermöglicht, in einem feindseligen Umfeld zu überleben und voranzukommen, ohne das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Als er die „Trennung“ vom Schura-Rat verkündete, erkannten Kedar und andere sofort, was dahintersteckte: ein Kommunikationsmanöver, um potenzielle Partner für eine künftige Koalition zu beruhigen, keine ideologische Wandlung. Man trennt sich nicht von einer Doktrin wie von der Kleidung.Die Fakten sprechen Bände. Die mit Ra’am verbundenen Organisationen (Aid 48 und andere) wurden dabei ertappt, wie sie Gelder an terroristische Organisationen transferierten. Abbas hat dies bestritten, doch das Muster ist bekannt: Wohltätige und soziale Aktivitäten dienen als Deckmantel und Mittel zum Zweck. Dies ist die klassische Vorgehensweise der Muslimbruderschaft und ihrer Verbündeten. Während einige in Israel von der „Partnerschaft“ begeistert sind, fließen die Gelder und Netzwerke festigen sich. Die eigentliche Gefahr geht nicht von Abbas selbst aus. Es ist die immer wiederkehrende Versuchung bestimmter israelischer Beamter, ihm „Geld“ zukommen zu lassen, weil sie dadurch die magische Zahl von 61 Sitzen erreichen können. Im Jahr 2021 schuf diese Versuchung bereits einen Präzedenzfall. Sie legitimierte in den Augen eines Teils der israelisch-arabischen Gesellschaft die Vorstellung, man könne am israelischen Demokratiespiel teilnehmen, ohne jemals die Grundlage des Staates – seinen jüdischen Charakter – anzuerkennen. Genau dies bezeichnete Kedar seit 2021 als die Gefahr der „Libanisierung“: die fortschreitende Unterordnung des nationalen Interesses unter sektorale und gemeinschaftliche Interessen, bis der Staat sich nicht mehr gegen jene verteidigen kann, die ihn von innen heraus angreifen. Mansour Abbas hat nie gesagt und wird es wohl auch nie sagen, was Kedar als Mindestbedingung anführt: dass das Judentum eine wahre Religion ist, dass das jüdische Volk als solches existiert und das Recht auf einen Staat auf seinem angestammten Land hat und dass Jerusalem seine historische Hauptstadt ist. Solange diese Worte nicht klar, unmissverständlich und ohne Doppeldeutigkeit ausgesprochen werden, ist alles andere nur Theater. Die Kostüme sind makellos, das Hebräisch fließend, die Diplome vorhanden. Die Ideologie jedoch hat sich nicht bewegt. Israel hat das Recht, mit seinen arabischen Bürgern in Dialog zu treten. Es hat jedoch nicht das Recht, über die Natur derer zu lügen, die vorgeben, sie zu vertreten, und gleichzeitig einer Doktrin treu zu bleiben, die dem Staat sein Existenzrecht als jüdischer Staat abspricht. Taqiyya ist nicht einfach nur eine Lüge. Sie ist eine Methode. Und Methoden, anders als Reden, führen zu Ergebnissen. Und dies ist kein isoliertes Phänomen in Israel. Die Muslimbruderschaft ist auch in London, Paris und Brüssel fest etabliert. Katarische und türkische Führungskräfte unterstützen sie mit Millionen von Dollar und finanzieren ihre Verbände, Moscheen, Denkfabriken und Medien. Der gekaufte und in ein schillerndes Vorzeigeprojekt verwandelte PSG-Club ist nichts weiter als eine schöne, trügerische Fassade: Soft Power, die von der eigentlichen Bedeutung ablenkt, während sich islamistischer Einfluss still und leise in den europäischen Hauptstädten festsetzt. Dieselbe Methode, dasselbe Geld, dasselbe Ziel: unter dem Deckmantel von Legalität, Budgets und Respektabilität voranzukommen. (Facebook)

Wen besuchen wir heute?

Zur Vorgeschichte: Rabbiner Dr. Yehuda Bohrer lernten wir vor mehr als 10 Jahren, auf unseren früheren Gruppenreisen kennen. Er brachte uns, als einer, der mit Frau zu den 10 Gründerfamilien der Siedlung gehörend, den biblischen Hintergrund der Siedlung Beth- El nahe. Wir organisierten die Übersetzung seines Buches zu archäologischen Funden in Israel, die die Aussagen der Bibel bestätigten: „Fußspuren des Allmächtigen in seinem Land“. Später luden wir ihn als Sprecher nach Hamburg ein und so entwickelte sich mit einem orthodoxen, israelischen Rabbiner, mit deutschen Wurzeln, Holocaust-Überlebender, eine besondere Beziehung.

Heute besuchen wir Helen Bohrer, seine Witwe und Familie. Dafür haben wir im Vorwege mit Bat Ami, eine ihrer Töchter Kontakt aufgenommen. Da Bat Ami aber am Schabbat das Handy ruhen lässt, hat sie uns empfohlen uns mit Yair, einem ihrer Söhne zu verständigen. Er wohnt mit Familie in der Gemeinschaftssiedlung „Nili“, die auf dem Weg liegt. Bei unserer Whatsapp Korrespondenz wird offenbar, dass die Navi-apps; „Waze“, bzw. „Google Maps“ ganz unterschiedliche Routenempfehlungen geben, wenn es um die „umstrittenen Gebiete“ geht, die wir nach ihren biblischen Namen; Judäa/Yehudah und Samaria/Shomron bezeichnen. Die Googlemaps Strecke ist doppelt so lang.

Jerusalem – auf den Schabbat zugehen

in meiner morgendlichen Bibellesung befasse ich mich mit der Offenbarung. Heute im Kapitel 5 übersetzt David Stern den. 5. Vers folgend: „Weine nicht. Sieh, der Löwe vom Stamm Jehudah, die Wurzel Davids, hat das Recht errungen, die Rolle und seine sieben Siegel zu öffnen.“

Was wird in diesem einen Vers alles ausgesagt?! -und das in Jerusalem zu lesen ist nochmal speziell. In seinem Kommentar zum JNT geht Stern darauf näher, ein: „Der Löwe vom Stamm Jehudah. Diese Beschreibung des Messias bezieht sich auf den Segen, den Jakob seinem Sohn Juda gab und der im Judentum als messianische Prophezeiung verstanden wird:> Juda ist ein Löwenjunges. Mein Sohn. du stehst über der Beute. Er kauert sich nieder. sich duckend wie ein Löwe, ein mächtiger Löwe – wer wagt es, ihn aufzustören? Das Zepter wird nicht von Jehudah weichen, noch der Stab des Herrschers zwischen seinen Füßen bis der kommt, dem er gehört [oder: >bis Schilo kommt<, und die Menschen ihm gehorchen.< (Genesis 49,9-10) In der messianischen Gemeinschaft gehorchen viele Menschen Jeschua, dem das Zepter gehört (vgl. Jesaja 9, 5-6; MI 1, 8; 7, 14) Die Wurzel Davids. (S. auch 22, 168n.) Das bezieht sich auf Jesaja 11,1-10. eine Passage. die mit den Worten beginnt, wird ein Reis aus dem Stamm Jischais< (Isai, der Vater König Davids) „hervorgehen, und ein Zweig wird aus seinen Wurzeln erwachsen<. Dieser Beschreibung des Messias folgen Einzelheiten über seine Herrschaft (vg). Jesaja 9, 5-6) und das messianische Zeitalter des Friedens. das er bringt. Die Passage schließt: An ienem Tag werden die Nationen oder: >Heiden ] die Wurzel Jischais suchen, die als ein Banner oder: >ein Wunder< für die Völker steht; und <ein Wohnort wird herrlich sein, < Von besonderem Interesse sind dabei die beiden folgenden Verse, die eine erstaunlich klare Prophezeiung über die gegenwärtige und zukünftige Sammlung des jüdischen Volkes enthalten: An jenem Tag wird Adonai ein zweites Mal seine Hand ausstrecken, im den Rest seines Volkes wiedereinzubringen . .. die Zerstreuten von Juda aus den vier Enden der Erde.< (Jesaja 11.11-12) Diese Beschreibung paßt weder auf den Exodus aus Agypten noch auf die Rückkehr von Babylon; mit >jenem Tag kann nur das messianische Zeitalter gemeint sein, das noch nicht ganz gekommen ist. Sowohl die Rabbinen als auch die Verfasser des Neuen Testaments vertreten den Grundsatz. daß bei einem biblischen Zitat immer der gesamte Kontext des Zitates mitgedacht ist. Deshalb bestätigt Jochanan mit der Anspielung auf Jesaja 11 daß Gott seine Verheißung, das jüdische Volk wieder in sein Land, Israel einzusetzen, noch erfüllen wird. Ich betone das ausdrücklich. weil manchmal behauptet wird, das Neue Testament habe die Verheißungen Gottes für das jüdische Volk aufgehoben. Ganz im Gegenteil: Das Neue Testament sagt über das jüdische Volk: > In Hinsicht auf die Erwählung sind sie geliebt um der Erzväter willen, denn Gottes freie Gaben und seine Berufung sind „unwiderruflich“ (Röm 11,28-29; Belege für die Widerlegung der Replacement Theology s. Mt 5, 5n) Jeschua hat durch seine Inkarnation, sein gehorsames Leben und seiner Sühnetod den Sieg über die menschliche Sünde errungen. Das gibt ihm das Recht … die Rolle und ihre Siegel zu öffnen.“

Anbei ein Eindruck über den Kommentar ist hier zu finden: https://www.leseplatz.de/media/38/9b/a8/1778169527/leseplatz-kommentar-zum-juedischen-neuen-testament-david-h-stern-227002048-leseprobe.pdf?ts=1778169536

Löwenstatue vor Jerusalemer Rathaus

Der Löwe von Judah ist das Jerusalemer Wappentier

Bibel real – heute zu s e h e n Und dann ist der Prozess des Werdens, die Erfüllung jahrtausendalter Verheißung, wie aus dem obigen Jesaja Wort, direkt in Jerusalem heute vor unseren Augen zu sehen. Er bringt sein Volk zurück – hier die „Falasha Mura“. Im Innenhof der Ratisbonneanlage werden Räume für Gottesdienste anderen Gemeinden zur Verfügung gestellt. Ein Artikel zum Hintergrund der äthiopischen Juden : https://jewishvirtuallibrary.org/the-falash-mura Vom Verein unterstützen wir die Arbeit von Dr. Birlie Belay mit seinem Verein „Bridges for Africa“. Über seine Arbeit und zu seiner Geschichte haben wir auf unserem Youtube Kanal z. B. Folgendes:

Während die Erwachsenen drinnen Gott die Ehre geben und beten, sind die Kinder dieser jüdisch- äthiopischen Gemeinde aktiv spielend tobend, sehr lebendig. Und geben somit auch die Verheißung aus Sacharja 5 „und die Plätze (oder: Straßen) der Stadt werden wieder angefüllt sein mit Knaben und Mädchen, die auf den Plätzen dort spielen„

spielende äthiopisch-jüdische Kinder der Beta Israel

Unsere heutiger 11 Km umfassende Jerusalem Wanderung – Bibel lebendig

Hinauf nach Jerusalem II.

Unsere letzte diesjährige Reiseetappe beginnt heute.

Starten möchte ich mit einem aktuellen Appell einer Geisel, die die tiefe Sorge ausspricht, die aktuell viele Israelis, jetzt nach der Wahl umtreibt.

„Verrate uns nicht“ – Rom Braslavski, eine ehemalige Geisel des „Palästinensischen Islamischen Dschihad“ in Gaza – er wurde im Alter von 19 Jahren entführt (wurde im Tunnel, völlig abgemargert, aufgefordert sein eigenes Grab auszuheben) und etwas mehr als nach zwei Jahren befreit –, wendet sich direkt an Gadi Eisenkot, den ehemaligen Generalstabschef der israelischen Armee (IDF) und eine führende Persönlichkeit der israelischen Opposition. Angesichts der zunehmenden politischen Verhandlungen im Vorfeld der Parlamentswahlen lehnt der ehemalige Geisel die Idee eines Bündnisses mit arabisch-muslimischen Parteien, deren Vertreter die Hamas nicht verurteilen, kategorisch ab. In einer am Mittwoch, dem 28. Oktober, auf X veröffentlichten Nachricht schreibt er: „Eisenkot, ich bitte dich darum. Meinetwegen. Für die Überlebenden der Gefangenschaft, für die trauernden Familien und für alle, die für dich gestimmt haben: Verrate uns nicht und gehe kein Bündnis mit jenen Arabern ein, die den Terrorismus unterstützen und die Hamas nicht verurteilen. Ich habe die Gefangenschaft nicht überlebt – und wir haben den 7. Oktober nicht durchlebt –, damit diese Leute nun in der Knesset sitzen.Politik – aber nicht um jeden Preis.“ Ein besonders eindringlicher, herzzerreißender Appell von Rom, der mehr als nur die Hölle in den Kerkern der Terroristen in Gaza durchlebt hat.

Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zu Ofra und Shimon Givon. Wir sind verabredet zu 10 Uhr. Shimon (84) hatte Vorfahren in Kiel und Ofras Großvater kam aus Pressburg, dem heutigen Bratislava. War erst in Wien als Kantor der jüdischen Gemeinde tätig. Dann von der Hamburger Gemeinde an die Bornsynagoge angeworben. Hier wurde ihm mitgeteilt, um alle Gebete zum Jom Kippur vortragen zu können, müsse er heiraten, (spezielle Gebete dürfen nur Verheiratete vortragen) Ihm wurde mitgeteil, er habe jetzt noch dafür ein Jahr Zeit und schließlich fand man für ihn eine Frau aus der Lübecker Gemeinde. So war er ein Jahr später in der Lage, alle Gebete zu singen. Schließlich zum Ende seiner deutschen Zeit war er Kantor in der Frankfurter Gemeinde, die er dann rechtzeitig von einem Freund gewarnt, verließ, um erst nach Ungarn auszureisen und dann nach Israel einreiste. Ofra wurde deshalb 1948 in Jerusalem geboren. Ofra zeigte stolz auf einen alten Holzstuhl und erzählte: Vor einiger Zeit erreichte sie eine Mail von einem ihr unbekannten Mann. „Andreas“ schrieb, dass er gerade das Haus seiner verstorbenen Eltern ausräume. Zwei Stühle ständen da, von denen er wusste, dass sie in der NS-Zeit von Juden an seine Eltern verkauft wurden (Arisierung). Auch der Name der jüdischen Familie – Goldschmidt – war ihm bekannt. Da in Fulda eine gute Aufarbeitung und Gedenkkultur exzistiert, konnte er mit Ofra Kontakt aufnehmen. Bei ihrem nächsten Deutschlandbesuch trafen sie sich. Ein Stuhl ist jetzt in Fulda im Museum und der andere? Ofra bekam Anfang des Sommers die Nachricht, dass ein Riesenpaket zur Abholung bei der Post sei. Der Stuhl!

„Der Stuhl“
Selfie, v. lks.: Shimon, Ulrike, Ofra u. Michael

Zum Abschied treffen wir uns mit Ruth und David zum Lunch auf dem Institutsgelände. Den Beiden steckt noch ziemlich das gestrige Rennen in den Knochen. Sie müssen wieder zur Arbeit und wir packen das Auto und machen uns auf den Weg nach Jerusalem.

Erreichen unsere Unterkunft, das ehemalige Kloster „Ratisbonne“: https://maps.app.goo.gl/eRWioHB3wmX3koQz6?g_st=ac

Nach einer Pause in unserem vertrauten Zimmer im ehemaligen Ratisbonne Kloster wollen wir noch einen Spaziergang zur Altstadt unternehmen.

Neues Museum für jüd. Kunst, links neben der großen Synagoge v. Jerusalem

Jerusalem am Abend hat einen speziellen Charme. Gleich in unserer Nähe auf dem Weg zur Altstadt gibt es viel zu sehen. Dabei durchqueren wir auch das Einkaufszentrum „Mamila“ in dem noch viel Betrieb ist.

„Hotel Colifornia“ in der Mamila

Unterwegs in Rechovot

Wir dürfen für 2 Nächte das Appartement unseres Sohnes und Ruth nutzen. Die beiden sind solange im Haus ihrer Eltern.

Ulrike hat einen ruhigen Ort für sich auf dem Balkon gefunden.

Vormittags machen wir dann Rechovot unsicher.

Hier sind noch viele Straßenzüge mit alten Häusern – doch auch mehr und mehr moderne Hochhäuser mitten dazwischen.

Und Israels farbenprächtige Vegetation

Zum Mittagessen treffen wir uns auf dem Institutsgelände. David holt uns am gesicherten Haupteingang ab.

Gemeinsam können wir uns in einer der Kantinen mit Davids Karte Mittagessen aussuchen. Wir sitzen im Grünen. Ruth kommt von ihrem Labor dazu.

unterm Olivenbaum

Nach der Mittagspause im Appartement, ist Teepause mit einer Runde Canasta möglich.

Abends wollen David und Ruth am Tel Aviv Nightrun teilnehmen und wir Beiden sind ihre Anfeuerfans zwischen mehr als 30.000 Menschen. Allein um die 25 Tsd. Läufer.

Mit der Bahn machen wir uns auf den Weg.

Treffpunkt ist die Region um die Tel Aviver Universität. Hier sind alle Straßen für die Laufstrecke abgesperrt.

Der Läufer und sein Assistent

Und die erste Herausforderung ist es, Ruth, die sich schon früher auf den Weg gemacht hat, unter den Zehntausenden zu finden. Aber wofür hat man Handys. Wir treffen Ruth mit einem Postdoc-Kollegen Davids, gemeinsam mit dem leitenden Proffesor des gesamten Chemiebereichs des Weizmann -Instituts. Die sind schon bereit, David muss noch seine Laufnummer anheften und dann geht’s los, beinahe 20.30 Uhr.

Wir warten an der Ziellinie der 10 km Läufer. Der erste ist ein Äthiopier, 32 Min Laufzeit.

Das Ganze ist ein großes Event. Israel, den Krieg noch nicht beendet, viele traumatisiert, aber lässt sich nicht nehmen, trotzdem das Leben zu feiern. Wenn auch unter großem Polizeiaufgebot und vielen Kontrollen.

Wir halten lange Ausschau um ihren Ziellauf nicht zu verpassen in all diesen Trubel, aber…

Beide kommen völlig verschwitzt, aber zufrieden es geschafft zu haben, an. Für Ruth, der erste 10 Km Lauf und dann noch mit Medaille.

Die vier stolzen Stars in guter Stimmung

Alle geschafft und müde, sind wir gegen 24 Uhr wieder zurück. Was für ein Abenteuer?!

Der lang erwartete Wahltag

Vorweg dazu heute ein besonderes Gebet

Israels Rabbiner haben ein besonderes Gebet im Vorfeld der Knesset-Wahl veröffentlicht:

Ich danke dir, Israels Fels und Erlöser, für deine Güte, die du mir erwiesen hast, dass ich in einer Generation leben darf, in der Israel in seinem Land wiederhergestellt wird. Ich danke dir auch für das Recht und die Pflicht, die mir zuteil wird, die Knesset Israels zu wählen. Hiermit gebe ich meine Stimme aus einem Gefühl der Verbundenheit, der Verantwortung, der Sorge und der Zugehörigkeit zur israelischen Gesellschaft ab, aber auch aus Vertrauen in den Staat und dem Wunsch nach seinem Wohl und dem Wohl seiner Bürger. Ich verpflichte mich, die Entscheidung des Volkes anzunehmen, und bete darum, dass wir alle auch diejenigen achten und wertschätzen, die anders denken und anders wählen. Möge es dein Wille sein, HERR, mein Gott und Gott meiner Väter, dass du allen Gewählten die Entschlossenheit ins Herz legst, für die Sicherheit und das Wohlergehen des Staates Israel zu handeln, und dass du ihnen die Kraft und die Weisheit gibst, unterschiedlicher Meinung zu sein und dennoch einander mit Respekt zu begegnen und unsere Einheit zu bewahren. Stärke die gewählten Vertreter des Volkes und alle, die sich für die Belange der Öffentlichkeit einsetzen, damit sie sachlich, ehrlich und transparent handeln. Segne ihr Tun und erfülle an uns das Wort:  „Und ihr werdet sicher in eurem Land wohnen. Und ich werde Frieden im Land geben, und ihr werdet euch niederlegen, ohne dass jemand euch aufschreckt.“ (3. Mose 26,5-6) Amen.

Die meisten Wahllokale in Israel öffneten am Dienstag, den 27. Oktober, um 7 Uhr morgens für die Wahl zur 26. Knesset. Die Wahl sollte bis 22 Uhr dauern. Einige Wahllokale hatten verkürzte Öffnungszeiten. Laut Angaben des israelischen Zentralen Wahlkomitees vom 6. September sind rund 7,33 Millionen Israelis wahlberechtigt. Dies entspricht einem Anstieg um 543.177 Wähler seit der letzten Wahl vor vier Jahren. Das Komitee verzeichnete landesweit 12.018 reguläre Wahllokale, darunter 6.208 barrierefreie. Es werden die ersten allgemeinen Wahlen des Landes seit dem von der Hamas verübten Massaker am 7. Oktober 2023 sein. Quelle: https://www.jns.org/news/israel-news/israel-heads-to-the-polls-to-elect-26th-knesset

Der heutige Tag mit all seinen Konsequenzen des Wahlergebnisses, gehört eigentlich mit zum Anlass unserer Gruppenreise, das biblische Kernland: Judäa und Samaria besonders in den Blick zu nehmen. Die Siedlerbewegung Judäa und Samarias, wie überhaupt der Teil der israelischen Gesellschaft, der politisch hinter der aktuellen Regierungsarbeit steht, versteht die heutige Wahl als sehr entscheidend für die weitere Entwicklung der Nation. Der folgende Artikel geht darauf ein:

Was würde ein Sieg der Opposition für die Siedlungsbewegung bedeuten?

Israelische Analysten erklärten gegenüber JNS, dass ein Sieg der Opposition zumindest einen Baustopp für neue Siedlungen bedeuten würde. Im schlimmsten Fall gefährde er Israels Überleben. David Isaac Unter Netanjahus Koalition haben die Juden in Judäa und Samaria Rückenwind gehabt. Die Regierung hat neue Gemeinden genehmigt und andere rückwirkend legalisiert, Mittel für Infrastruktur und Expansion bereitgestellt und, vielleicht am wichtigsten, die Zuständigkeit für zivile Angelegenheiten von Militärangehörigen auf gewählte Politiker übertragen.

Bei einer Siedlungsfeier im August erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, seine Regierung habe 104 jüdische Gemeinden und 160 landwirtschaftliche Außenposten in Judäa und Samaria gegründet und legalisiert. Die jüdische Präsenz in der Region sichere die Gegenwart und Zukunft des israelischen Volkes, sagte er.

„Dies ist unser Land und es wird für immer unser Land bleiben“, sagte Netanjahu. „Wir haben die Gründung eines palästinensischen Staates nicht zugelassen und werden sie auch in Zukunft nicht zulassen. Sollte die Linke an die Macht kommen, wird die Siedlungsrevolution gestoppt.“

Die von JNS befragten Beobachter stimmten dem zu.

Amihood Amir, Vorsitzender von Professors for a Strong Israel, einer Gruppe von Akademikern, die sich mit Fragen der israelischen Sicherheit und der nationalen Identität befassen, sagte, es sei schwer zu wissen, wie extrem eine Oppositionsregierung sein werde, „aber sicher ist, dass sie die Siedlungen nicht ausweiten werden.“

Eine Oppositionsregierung könnte bereits erteilte Genehmigungen für einige dieser landwirtschaftlichen Siedlungen widerrufen. Diese Siedlungen erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit, da sie es einzelnen Familien ermöglichen, durch Weidewirtschaft und andere landwirtschaftliche Tätigkeiten ein großes Gebiet zu bewirtschaften.

Im August sagte Finanzminister Bezalel Smotrich, er wolle das Modell der landwirtschaftlichen Außenposten in Galiläa im Norden, wo sich Städte mit arabischer Bevölkerungsmehrheit konzentrieren, und in der Negev-Wüste im Süden, wo die Beduinen rasch die Oberhand gewinnen, einführen.

Amihood erklärte, dieser Plan würde unter einer Oppositionsregierung verworfen, da ihr arabischer Partner, die Vereinigte Arabische Liste (Ra’am), eine mit der Muslimbruderschaft verbundene Partei, dies verhindern würde. Ihre Mitglieder seien es, die illegal in Galiläa und im Negev bauten.

Es ist auch möglich, dass eine Oppositionsregierung ein Abkommen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) schließt. Dieses Abkommen käme einem vollständigen Rückzug, wie er 2005 beim Gaza-Abzug stattfand, als Israel rund 8.000 jüdische Einwohner zwangsweise vertrieb, nicht gleich. Stattdessen würde Israel Gebiete in Judäa und Samaria abtreten und möglicherweise die palästinensische Kontrolle in der Zone B ausweiten.

„An diesem Punkt wird das Leben in den Siedlungen so gefährlich werden, dass viele Menschen von selbst wegziehen werden“, sagte er. „Ihre Gemeinschaften werden nicht nur stagnieren, sie werden erstickt werden.“

Amir rechnet zudem damit, dass eine Oppositionsregierung die jüdischen Bewohner der Region „ungerechtfertigt“ ins Visier nehmen wird. Statistiken belegten, dass die jüdische Gemeinde zu den friedlichsten der Welt gehöre, doch die Regierung werde Jagd auf jüdische Jugendliche machen, sagte er.

„Wir haben in letzter Zeit viele Fälle erlebt, in denen linke Provokateure gemeinsam mit Arabern Steine ​​auf diese Kinder werfen, die sich dann zur Wehr setzen. Die Linken fotografieren sie, und das wird als ‚Siedlergewalt‘ bezeichnet“, sagte er. „Die Regierung wird hart durchgreifen. Sie wird diese Kinder schikanieren und sie zu falschen Geständnissen zwingen. Meine Sorge gilt daher nicht nur Judäa und Samaria, sondern der gesamten Gesellschaft in Israel.“

Brigadegeneral a. D. Amir Avivi, der im Juni seinen Vorsitz des Israelischen Verteidigungs- und Sicherheitsforums (IDSF) aufgab, um dem Likud beizutreten, sorgt sich ebenfalls um den Zusammenhalt der israelischen Gesellschaft, wenn auch aus einem anderen Grund. Er stimmte zu, dass eine Oppositionsregierung in Judäa und Samaria überhaupt nicht bauen werde. „Sie werden die Mittel für Infrastruktur und alles andere streichen“, sagte er gegenüber JNS.

Eine solche Regierung wäre auf ihre radikalsten Mitglieder angewiesen, etwa auf Jair Golan, den Vorsitzenden der Demokratischen Partei, der die Evakuierung von rund 100 Außenposten in Judäa und Samaria anstrebt. Sie würde sich zudem auf Mansur Abbas von Ra’am und die Vereinte Liste, eine weitere arabische Partei, stützen. Obwohl sie zu antizionistisch eingestellt ist, um einer israelischen Regierung beizutreten, erklärte sie sich bereit, eine von außen kommende Regierung zu unterstützen, sofern diese zur Niederlage Netanjahus führt.

Wenn die Araber in Israel das sehen, werden sie sich ermutigt fühlen, sagte Avivi.

„Die innenpolitische Lage in Israel ist stets heikel. Wir haben eine große arabische Minderheit – übrigens größer als in Frankreich, Großbritannien oder Spanien – und ein Teil von ihr ist radikalisiert. Sollten sie den Eindruck gewinnen, dass die Juden ihre Souveränität aufgegeben haben und die Regierung von arabischen Parteien abhängig ist, könnte sie das zu einem Anschlag wie am 7. Oktober in Israel motivieren. Wir haben während der Operation ‚Wächter der Mauer‘ eine Warnung erlebt: Unruhen in Städten mit gemischter Bevölkerung in ganz Israel, auch in Galiläa und der Negev. Ich glaube, dieses Szenario ist realisierbar und äußerst gefährlich“, sagte Avivi.

„Selbst wenn die ersten zwei Jahre keine dramatischen Veränderungen bringen, gehen wir mit Blick auf die Zukunft ein enormes strategisches Risiko ein. Deshalb sage ich, es ist eine existenzielle Abstimmung; wir stimmen über unser Leben ab“, sagte Avivi. „Ich betrachte das nicht als Politikerin. Ich gebe meine professionelle Einschätzung als Generalin ab. Wir befinden uns in großer Gefahr.“

Avivis größte Sorge gilt dem Zusammentreffen einer linksextremen israelischen Regierung mit dem Aufstieg einer antiisraelischen amerikanischen Regierung. In den ersten zwei Jahren mag sich eine Oppositionsregierung mit begrenzten Maßnahmen wie dem Baustopp und Budgetkürzungen zufriedengeben, doch in zwei Jahren finden in den USA Wahlen statt. Sollte eine antiisraelische Regierung gewählt werden, wird sie Druck auf die israelische Regierung ausüben, einer Zwei-Staaten-Lösung zuzustimmen. Eine radikal linke Regierung, die ohnehin dazu geneigt ist, wird dem zustimmen, sagte er.

Quelle: https://www.jns.org/analysis/what-will-an-opposition-win-mean-for-the-settlement-movement

Und noch eine weitere Stimme:


Der Junge aus Gush Katif, der den Kreis mit Smotrich schließt

Er war ein gebrochener Junge, der während der Deportation aus Gusch Katif in einen Bus stieg und schwor, zurückzukehren. Jahre der Vertreibungen, Abrisse und Kämpfe hinterließen tiefe Narben. Angesichts der Siedlungsrevolution unter der Führung von Bezalel Smotrich bekräftigt er nun sein Versprechen und erklärt, warum wir jetzt nicht aufgeben dürfen.

Foto: Elisha Grossberg

Brela Crombie

Hallo Bezalel Smotrich, es ist an der Zeit, dass wir darüber reden. Ich war es, dieser Junge dort. Ja, ich war es. Ich erinnere mich gut an diese Momente und kann sie nicht vergessen.

Wir standen da, gebrochen und am Boden zerstört. Ich weinte bitterlich, und alle um mich herum weinten mit. Aus der aschkenasischen Synagoge auf der anderen Straßenseite hörten wir sie unter Tränen singen: „Ein Gebet für den Armen, denn er ist in Not, und vor dem Herrn will ich meine Worte ausschütten“, und auch wir weinten. „Herr, erhöre mein Gebet“, flehten wir. Unsere Herzen waren zutiefst gebrochen.

Dann stiegen wir in die Busse. Wir blickten aus dem Fenster auf die fernen Siedlungen. Unsere Herzen wollten es nicht glauben. Aber wir versprachen, wiederzukommen. „Wir kommen wieder, Mutter, wir kommen wieder.“

Sechs Monate später, ein stürmischer Winter und eine weitere Evakuierung. Amona. Heftige Gewalt. Jüdische Häuser werden zerstört. Hunderte verletzt. Wieder werden Gemeinden zerstört. Wieder werden Juden aus ihrem Land vertrieben. Dann der Abriss von Migron und der neun Häuser in Ofra und Givat Ha’avot sowie der Ulpana-Häuser in Beit El. Wer erinnert sich heute noch daran? Die Richter des Obersten Gerichtshofs kannten keine Gnade, wie auch nicht die Bulldozer, alles wurde zerstört.

Bezalel, das ist unsere Generation. Die Generation, die fluchte, weinte, zerbrach. Die miterlebte, wie ein Jude einen anderen Juden vertrieb. Die die Zerstörung von Siedlungen und Außenposten hautnah miterlebte. Havat Gilad, Mitzpe Yitzhar. Namen, die man heute nur noch aus vereinzelten Berichten über Bauarbeiten in Siedlungen kennt und die einst für Kämpfe und Vertreibungen standen. Wir waren immer wieder dort. Wir ertrugen Schläge, Gewalt und Treibsand.

Und dann kamen Sie in diese Regierung und versprachen, den Truppenabzug rückgängig zu machen und die Siedlungen in Nordsamaria wieder aufzubauen. Sie versprachen, alle jungen Siedlungen zu legalisieren. Sie versprachen, weitere neue Siedlungen in Nordsamaria zu gründen. Dass Sie die Landwirtschaft zu einem nationalen Projekt machen würden.

Und ich dachte mir: „Schon wieder so ein Politiker, der Versprechungen macht, mal sehen, was daraus wird.“ Ehrlich gesagt, ich habe es nicht geglaubt. Und mir scheint, dass es vielen so ging. Aber du hast daran geglaubt und bewiesen, dass man Versprechen halten kann.

Sie haben Homesh und Sha-Nur sowie Ganim und Kadim wieder gegründet. Sie haben neue Siedlungen in Nordsamaria gegründet. Sie haben in der Regierung beschlossen, 104 neue Siedlungen zu errichten. Dutzende neuer Siedlungen wurden bereits gegründet. Gemeinsam mit Ihren Kollegen in der Regierung haben Sie historische Entscheidungen zur Aufwertung von Zehntausenden Wohneinheiten getroffen. Und vor allem haben Sie alle jungen Siedlungen legalisiert und alle Siedlungen in Judäa und Samaria legalisiert. Jetzt wird das Schwert der Entwurzelung nicht mehr über die Siedlungen erhoben. Juden werden nicht mehr von ihrem Land vertrieben.

Also ist es Zeit, darüber zu sprechen. Denn ich war es, dieser Junge. Ich und meine Generation. Wir, die versprochen haben, dass ein Jude nie wieder einen Juden abschieben würde. Wir waren es, die versprochen haben, zurückzukommen – und du existierst. Und viel mehr als alles, wovon wir geträumt haben.

Und jetzt liegt es in unseren Händen. Weil diese Revolution nicht gestoppt werden kann

Quelle: https://3e4e5504c5b68baf2ac5f8135e6de3d9.safeframe.googlesyndication.com/safeframe/1-0-45/html/container.html

Tempelbergplatz am Wahltag, Facebook

Minister Ben Gvir hat in der Regierung sich auch dafür eingesetzt, dass Juden wieder an dieser Stelle beten können. Dies wird nun gerne angenommen. Und so wird von gläubigen Juden der Weg am Rande bevorzugt genutzt, denn Rabbiner weisen darauf hin, dass darauf geachtet werden sollte, nicht den Ort zu betreten, an dem früher, zur Zeit der Tempel, der Ort des Allerheiligsten sich befand. Da man sich nicht ganz einig, wo dieser tatsächlich auf dem Tempelberg zu verorten ist, wird der Weg am äußeren Ostrand zum Gebet bevorzugt. Da gerade Gläubige, sich der besonderen Bedeutung dieser Richtungswahl bewusst sind, ist das innige Gebet angesagt.

Für uns heißt es heute Abschied zu nehmen von Familie Fuchs und Binyamina, es war wieder eine gute Zeit bei Euch.

Rio (1 Jahr) gehört seit einem Jahr, als er ihnen zuflog, auch zur Familie

Mit Aby machen wir noch einen Rundgang in der dortigen Landwirtschaft.

Zuerst kommen wir an der Entsafteranlage vorbei. Hier wird fleißig immer Orangensaft für die Soldaten frisch gepresst, eingefroren und bis es an den Basen ankommt ist er wieder aufgetaut. Dies ist ein spezielles Team. Heute sind es Zitronen

Dann treffen wir Gerald, der gerade vom Golan mit dem LKW eingetroffen ist. Geboren und aufgewachsen in Wolfsburg ist er auch ein nordeutscher Israelfreund und vor vielen Jahren nach Israel eingewandert. Da er im VW Werk ausgebildet wurde, leitete er viele Jahre die eigene Autowerkstatt des Kibbutz. Jetzt ist er im Ruhestand und hat die Leitung seinem Sohn abgegeben. Jetzt ist er dankbar, noch mit seinen Möglichkeiten der Gemeinschaft zu dienen. Seine Frau wirkt auf dem Golan als Lehrerin für die dortige Bet El Siedlungsschule. Wir haben sie dort 2022 mit unserem Wohnmobil besucht.

Wir kommen an der Obstreinigung zur Verpackung vorbei.

sehen die schicken Trecker

Weier gehts zum Neubau der Molkerei und erhalten dort eine Führung. Bei unserem letzten Besuch war Levy, der älteste Sohn von Fuchs dabei, gemeinsam mit 2 älteren Kibbutzmitgliedern, das Fundament für die Molkerei in den damaligen Stallungen der Rinderherde zu legen. ( s. früheren Reiseblog ‚ 25) Was ist seit dem alles geschehen?!

…wie wird Käse koscher….

Aus der Kühlung holen wir dann den von Dina zusammen gestellten Strauß für Ruths (der Freundin unseres Sohnes David) Mutter, deren 60. ansteht und wir heute Abend bei ihnen eingeladen sind.

Im Appartement unseres Sohnes essen wir gemeinsam frische Pita und frischen Humus mit israelischem Salat. Ich genieße eine Pause und Ulrike macht mit Ruth einen Spaziergang über das Weizmann -Institutsgelände.

Weizmann Park mit dem Turm des Teilchen Beschleunigers im Hintergrund, dem Wahrzeichen
Rechovot am Abend, von Davids Balkon

Am Abend sind wir bei bei Noemi & Eyal Ben Tamar (den Eltern Ruths, der Freundin Davids, unseres Sohnes) in ihr schönes Haus, zum Essen eingeladen.

Ein Portrait Gemälde von Ruths Großmutter in jungen Jahren, gemalt von ihrer Kusine, spricht mich besonders an.

Ada Zamir, porträtiert von Judah Kleinmann

Begegnungen in Zichron Yaakov

Heute sind wir mit der Leitung des Kibbuz Bet-El an dessen Firmensitz verabredet. Zuvor besuchen wir Hannah Köger, die das „Elternheim“ des Kibbuz leitet. Was für ein schöner Name in Israel für eine Einrichtung, die bei uns schlicht „Altenheim“ genannt wird!

Eine Kibbuzgemeinschaft mit über 800 Mitgliedern benötigt natürlich auch eine solche Einrichtung. Das Elternheim ist bis auf einen Platz vollständig belegt. Zurzeit leben dort 39 Bewohner.

Hannah nimmt sich Zeit für uns und lädt uns zu einem Getränk ein. Dabei lernen wir Keren kennen. Sie hat gerade ihr soziales Jahr in der Kindernotaufnahme eines Krankenhauses in Haifa beendet. Nach dem Abitur leisten die jungen Frauen des Kibbuz einen solchen Dienst außerhalb ihrer vertrauten Gemeinschaft.

Ihre gesamte Schulzeit verbringen sie zuvor innerhalb des Kibbuz. Der Unterricht wird von der Gemeinschaft selbst organisiert und durchgeführt, der Schulabschluss erfolgt durch eine externe Prüfung. Die jungen Männer von Bet-El leisten ihren dreijährigen Wehrdienst in einer Einheit des militärischen Nachrichtendienstes, während die jungen Frauen ihren sozialen Staatsdienst absolvieren.

Auf unsere Frage, wie sie diese erste Zeit außerhalb des Kibbuz erlebt habe, antwortet Keren, dass sie durchaus herausfordernd gewesen sei. Plötzlich eigenverantwortlich Entscheidungen in ihrer Abteilung treffen und ihren eigenen Platz finden zu müssen, sei eine neue Erfahrung für sie gewesen. Zwar arbeiteten vier weitere junge Frauen aus Bet-El im selben Krankenhaus, allerdings in anderen Abteilungen. So bedeutete diese Zeit für Keren, zum ersten Mal ganz auf sich allein gestellt in einer fremden Welt zurechtkommen zu müssen. Doch sie ist daran gewachsen.

Inzwischen arbeitet sie im Elternheim des Kibbuz.

Auch der Wehrdienst der jungen Männer, erzählt Hannah, sei für diese eine große Herausforderung. Über ihre konkrete Tätigkeit beim Militär dürften sie nicht einmal zu Hause sprechen. Plötzlich würden sie aus der vertrauten und behüteten Welt des Kibbuz herausgerissen und mit der säkularen Gesellschaft und ihren vielfältigen Problemen konfrontiert. Für viele werfe das grundlegende Fragen auf – auch im Hinblick auf ihre eigene Identität und ihren Glauben. Diese Zeit sei deshalb nicht nur für die jungen Männer selbst, sondern auch für ihre Eltern oft schwer auszuhalten.

Besonders herausfordernd sind zudem die Leitung und die logistischen Aufgaben im Elternheim während des Krieges. Wenn Alarm ausgelöst wird, müssen alle Bewohner innerhalb weniger Minuten in den Schutzraum gebracht werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich beispielsweise Menschen mit Demenz nicht ohne Weiteres auf eine solche Situation einstellen können oder „wollen“. Sie sind damit oft überfordert. Gerade für die jungen Pflegekräfte ist es nicht einfach, in solchen Momenten angemessen mit den Bewohnern umzugehen und ihnen Sicherheit zu vermitteln.

Hannah Köger mit Ulrike im Bet- El Elternheim, Zichron Yaakov

Wir verabschieden uns und fahren weiter zum Firmensitz, um Stefan Link zu treffen.

Bet- El Industries, Firmengelände Zichron Yaakov, Luftaufnahme

Hier ein Video mit Einblick in deren Fertigung und Einbau von Filteranlagen: https://www.youtube.com/watch?v=Fdhmxncd0qc

Stefan Link freut sich sehr, dass wir uns nach längerer Zeit endlich einmal wiedersehen. Seine spontane Aussage berührt uns: „Ich bin so dankbar, dass ich in Israel leben darf.“

Er berichtet von einem Besuch bei der Grundsteinlegung für die neue Geburtenstation des Laniado-Krankenhauses in Netanja. Die dreistöckige Station wird vollständig unterirdisch errichtet, um Schutz vor Raketenangriffen zu bieten.

Anschließend erzählt er die bewegende Geschichte des Krankenhausgründers. Dieser Rabbiner hatte in Deutschland nur knapp einen Todesmarsch überlebt. In seiner Not schloss er mit Gott einen Bund: „Wenn ich überlebe, werde ich in Israel ein Krankenhaus bauen.“

Nun waren seine Nachfahren zur Einweihung dieses besonderen Projekts gekommen. Stefan stellte sich ihnen vor und sagte: „Es ist mir eine große Ehre, als Deutscher nach 80 Jahren zu diesem Anlass eingeladen worden zu sein\!“

Ihre Antwort lautete: „Wir leben in neuen Zeiten!“ Und sie fügten hinzu, dass sie sich auf die Zusammenarbeit freuten.

Was für eine bewegende Begegnung! Sie macht deutlich, wie sich die Zeiten verändert haben und wie aus einer Geschichte, die von unermesslichem Leid geprägt ist, neue Möglichkeiten der Begegnung und Zusammenarbeit entstehen können.

Im Bet- El Sitzungssaal, Zichron Yaakov

Sonntag in Binyamina

Heute Nacht wurde die Zeit umgestellt, Eine Stunde länger….d.h., eine Stunde früher wach. In Israel ist Sonntag der 1.Tag der Arbeitswoche. Wir entscheiden uns für den Strand am Nachscholim Beach, 20 Min. nordwestlich von Binyamina. Bei 28° suchen wir Muscheln und genießen das Schwimmen in klarem, blauem Wasser. Auf dem Weg zum Strand kommen wir im Kibbuz NAchscholim an einem Vorgarten mit Kakteen vorbei, die Ulrike ansprechen.

Nach einem kleinen Spaziergang gehen wir abwechselnd ins klare Mittelmeerwasser. Ein kleiner Fisch knabbert öfter an meiner Hacke.

Abi bringt uns Essen aus der Großküche mit. Nachmittags kommt dann mein (Ulrike) Highlight. Einkaufen im Lädchen. Für die Kibbutzbewohner gibt es einen eigenen Laden, sehr günstig, der finanziellen Sitation angepasst. Käse aus der eigenen Molkerei als Mitbringsel für weitere Besuche. Gewürze, Obst….Fleisch von eigenen Kühen…

Nach dem Abendessen (Lebensmittel aus der eigenen Kibbutzproduktion) spielt Ulrike noch eine Runde „Heck Meck“mit den Kids und ich unterhalte mich mit Daniel über aktuelle Themen.

Schabbat in Binyamina

Wir haben aktuell Temperaturen tagsüber über 30° und nachts ist es auch sehr warm. Schlafen bei offenem Fenster und laufendem Deckenpropeller. Klimaanlage ist für uns keine wirkliche Alternative.. Am Morgen ist es sehr ruhig, eben Schabbat und ich höre die vielen Vogelstimmen Vom Bett blicke ich aus dem Fenster und überlege kurz, die vielen Vogelstimmen aufzunehmen? Da sehe ich 4 od. 5 Paragleiter mit Motor über die Siedlung einfliegen und ich muss sofort an den Bericht von Lea im Moshav „Netiv Ha Asara“ denken, die uns voll Schrecken von ihrem Erleben des 7. Oktobers berichtete. 3 Terroristen mit Paragleiter, von Gaza kommend, fielen in ihre Siedlung ein und ermordeten letztendlich 20 Nachbarn. Ein israelisches „Freizeithobby“ mit solchen Bilder besetzt. Ich mußte nur daran denken, wenn auch diese Form bei einem Angriff zu einer Wiederholung des 7. Oktober Massakers, womit die Palästineser ständig drohen, gehört, wie können die Israelis es rechtzeitig erkennen und dem wehrhaft begegnen? Hat mich ziemlich aufgewühlt.

Schreck am Schabbatmorgen

Gegen 10 Uhr beginnt der Bet- El Gottesdienst vom Zweig in Binyamina. Wir treffen uns mit Aby und Kindern. Der Saal ist voll. Ihre Liturgie und Liedgut wirkt etwas, wie aus einer anderen Zeit. Ich freue mich aber über die klare Bibelverkündigung des Leiters vom Kibbuzteil im Golan. In dem er immer wieder auf den Auftrag des Kibbuz zurückkommt, sich an die Seite Israels zu stellen und demütig deren besondere Erwählung zu würdigen und ihnen in ihrer Jesus Nachfolge dienen zu wollen.

Bei Familie Fuchs sind wir zum Mittagessen eingeladen und nachmittags bei Familie Bayer in Zichron Yaakov. Wir haben viel auszutauschen. Bei sehr lauen Temperaturen gehts abends zurück. Zurück in der Ferienwohnung lese ich die Nachricht von Moti: „Lieber Michael und liebe Ulrike, Chana und ich möchten uns von ganzem Herzen für euren angenehmen Aufenthalt im Sabra House bedanken. Auch als euch die Grippe plagte, war es uns eine große Freude, euch zu beherbergen. Jedes Mal, wenn wir uns sehen, wird unsere Freundschaft nur noch tiefer und stärker.Wir schätzen eure Liebe zum Gott Israels und zum Volk Israel sehr. Gut gemacht, dass ihr die Reise mit der Gruppe aus Deutschland durch Judäa und Samaria organisiert und euch nicht gescheut habt, auch Orte zu besuchen, die als kontrovers gelten. Wie geschrieben steht: „Du wirst noch Weinstöcke pflanzen auf den Bergen Samarias“ (Jeremia 31,5) und „Ich will segnen, die dich segnen“ (1. Mose 12,3).Vielen Dank von Herzen für eure Hilfe und Unterstützung für Sabra. Wir hoffen, ihr seid wieder ganz gesund und freuen uns auf unser nächstes Treffen. In herzlicher Liebe und Dankbarkeit, Mordechai und Chana“

Wir fahren nach Binyamina

Heute heißt es von Hannah und Moti Abschied zu nehmen. Ich bin dankbar, dass wir hier im Sabra Haus so herzlich empfangen wurden und ich mich auf diese Weise von meinem Infekt wieder berappeln konnte.

Heute schreibt die Journalistin Melanie Phillips bei JNS, Nachdenkliches zu Vorfällen zum Thema „Siedlergewalt“ und geht dabei genau auf die Zeit unserer Judäa und Samaria Reise ein:

Der Krieg gegen die Juden in Judäa und Samaria. „Siedlergewalt“ ist eine bösartig verzerrte Falschmeldung. Melanie Phillips

Die Komplexität der „Siedlergewalt“ wurde in der vergangenen Woche auf dramatische Weise verdeutlicht.
Die Washington Post- Fotojournalistin Heidi Levine wurde am 16. Oktober bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen jüdischen Anwohnern und arabischen Einheimischen in der Nähe von Ramallah verletzt . Es wurde berichtet, dass Dutzende maskierter israelischer Siedler einheimische Araber angegriffen hätten, die gerade ihre Oliven ernteten. Dabei hätten die Siedler Levine zu Boden gestoßen, wiederholt auf sie eingetreten und ihre Kamera und ihr Handy beschlagnahmt. Am folgenden Tag besuchte eine europäische Delegation das Gebiet nahe der arabischen Stadt Taybeh, ohne die Reise, wie vorgeschrieben, zuvor mit den israelischen Streitkräften abzustimmen. Die Diplomaten wurden angeblich von maskierten jüdischen Siedlern angegriffen.

Diese Vorfälle haben weltweit mediale Aufmerksamkeit und politische Verurteilung hervorgerufen.

Am Sonntag wurde eine Gruppe von Social-Media-Influencern und anderen Reisenden, die durch die Gebiete Judäas und Samarias im Westjordanland reisten, in der Nähe des Dorfes Turnus Ayaa angegriffen, als Araber Steine ​​auf ihre Fahrzeuge warfen. Der Angriff wurde auf Video festgehalten. Ein Mitglied der Gruppe, die ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin von Jerusalem, Fleur Hassan-Nahoum, die am 27. Oktober für die Partei „Volk Israel“ bei den israelischen Parlamentswahlen kandidiert, wurde gefilmt, wie sie sich mit anderen Insassen ihres Wagens unterhielt, als ein Stein die Scheibe zersplitterte und eine Frau auf dem Rücksitz leicht verletzte.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hat noch kein westliches Medium über diesen Angriff berichtet.

Israels Präsident Isaac Herzog entschuldigte sich bei Levine. Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu erklärte jedoch, die Umstände des Vorfalls seien „weiterhin unklar und würden untersucht“. Berichten zufolge seien etwa 200 Araber und linksextreme Aktivisten gegen rund 40 israelische Jugendliche vorgegangen. „Aufnahmen zeigen maskierte Personen beider Seiten, die Gegenstände werfen, während Berichten zufolge Feuerwerkskörper auf jüdische Jugendliche abgefeuert wurden“, hieß es. Levine hingegen verurteilte ihre Angreifer als „jüdische Terroristen“ und „nicht einmal Menschen“. Würde sie irgendeiner anderen Gruppe ihre Menschlichkeit absprechen?

Was die Europäer betrifft, berichtete der israelische Fernsehsender Kanal 14 über Behauptungen jüdischer Anwohner, die Diplomaten hätten den Vorfall inszeniert oder vorgetäuscht. In der Folge verweigerten die Diplomaten die Zusammenarbeit mit den israelischen Ermittlungen und lieferten, entgegen der Aufforderung, weder detaillierte Zeugenaussagen noch Videomaterial. Dennoch haben westliche Medien die Zweifel an diesen angeblichen „Siedlerangriffen“ auf Araber und andere nicht thematisiert und auch den gefilmten Angriff von Arabern verschwiegen .

Selbst wenn die Behauptungen von Levine und den Diplomaten zutreffen, ist die Berichterstattung über dieses Thema der „Siedlergewalt“ in böswilliger Absicht verzerrt.

Niemand bestreitet das Problem, aber es ist sehr gering. In Judäa und Samaria leben etwa 500.000 Juden. Schätzungen zufolge verüben 95 bis 300 Jugendliche unprovozierte Angriffe auf Araber.

Die überwiegende Mehrheit der „Siedler“ sind gesetzestreue Bürger. Und sie sind ständigen Angriffen von einheimischen Arabern ausgesetzt.

Fast täglich werden in den sozialen Medien Dutzende solcher Angriffe gemeldet – einige davon eindeutig provoziert und von ausländischen und israelischen Aktivisten gefilmt.

Am Montag überfielen zehn Araber und israelische Linksextremisten einen jüdischen Anwohner, der mit einem Geländefahrzeug abseits der Straße unterwegs war, und bewarfen ihn mit Steinen. Als er abstieg, versuchten die Angreifer, ihn mit einem Traktor zu überfahren. Am Dienstag blockierten rund 15 israelische Aktivisten, Fotografen und Araber Sicherheitsstraßen mit Steinen und Felsbrocken. Am Mittwochabend kam es zu mindestens zwei Steinwürfen von Arabern auf israelische Autos. Am Donnerstag bewarfen Araber und israelische Aktivisten, bewaffnet mit Knüppeln, jüdische Hirten mit Steinen.

Am vergangenen Schabbat wurden dem Lagezentrum in Judäa und Samaria mehrere Angriffe gemeldet. Als ein jüdischer Einwohner joggen ging, versuchten Araber, ihn mit ihrem Fahrzeug zu überfahren. Es wurden zwei Angriffe mit Molotowcocktails und ein Angriff mit Rohrbomben gemeldet. Schafe wurden (wie so oft) von einem jüdischen Bauernhof gestohlen. Jüdische Hirten wurden durch arabisches Feuer verletzt; auf zwei weitere jüdische Anwohner wurde geschossen; außerdem gab es einen weiteren versuchten Angriff auf Juden mit Schusswaffen und Knüppeln. Am selben Tag berichtete ein jüdischer Anwohner auf X, dass Araber begannen, Steine ​​auf einen jüdischen Hirten zu werfen, während anarchistische Aktivisten an ihrer Seite den Vorfall dokumentierten. „Der Hirte rief nach israelischen Streitkräften, doch auch diese wurden angegriffen“, schrieb er. „Auf Aufnahmen des Vorfalls ist zu sehen, wie maskierte Araber Steine ​​auf die Soldaten und den Hirten werfen. Unter ihnen befinden sich Anarchisten, die die arabische Gewalt ignorieren und mit Kameras auf einen günstigen Moment warten, um ein verzerrtes, einseitiges Bild aufzunehmen.“

Jedes Jahr lockt die Olivenernte Aktivisten an, die „den Palästinensern bei der Olivenernte helfen“, und jedes Jahr kommt es zu Konfrontationen.

Naomi Linder Kahn, Direktorin der internationalen Abteilung der Judäa- und Samaria-Überwachungsgruppe Regavim, sagt, dass einige ausländisch finanzierte Gruppen die Olivenernte nutzen , um Konfrontationen zu provozieren. „Sie geben Aktivisten keine Eimer zum Olivenpflücken“, sagte sie. „Stattdessen geben sie ihnen Videokameras und schulen sie in sozialen Medien und … wie man eine Konfrontation provoziert, wie man sich präsentiert, wenn man versucht, nach Israel einzureisen, wie man die wahren Absichten und den Aufenthaltsort verschleiert.“

Brad Lander, der demokratische Kandidat für einen Kongresssitz in New York, gehörte zu einer Gruppe von rund 80 Amerikanern und anderen Personen, die diese Woche von der israelischen Armee für einige Stunden festgehalten wurden, nachdem die Gruppe ohne israelische Genehmigung zusammen mit arabischen Bauern „zur Olivenernte“ eingetroffen war. „Für die Ernte des betreffenden Feldes benötigt man nur wenige Helfer“, erklärte ein israelischer Militärbeamter gegenüber JNS . „Die Sicherheitsbehörden betrachten die Ankunft Dutzender Aktivisten als Provokationsversuch, der den Ernteprozess untergräbt.“ Lander ist Jude, aber kein Freund Israels. Er hat das Land des „Völkermords“ beschuldigt und Israels Besetzung des Westjordanlandes als „Verbrechen gegen das Völkerrecht“ bezeichnet. Diese Behauptungen sind Lügen, die darauf abzielen, den jüdischen Staat in den Augen der Welt zu dämonisieren und zu delegitimieren. Anfang dieser Woche erklärte Lander, er sei gekommen, um arabischen Bauern bei der Olivenernte „angesichts des staatlich sanktionierten Siedlerterrorismus“ zu helfen und „die Realität der Besatzung zu beleuchten“. Wer glaubt, diese Gruppe sei nicht dort gewesen, um den Israelis Schwierigkeiten zu bereiten, dem kann ich nur sagen: Hier ist eine Brücke.

Es ist schwierig, die wahren Hintergründe vieler dieser Vorfälle aufzudecken, daher ist Unvoreingenommenheit unerlässlich. Es gibt tatsächlich ein Problem mit jüdischen Angriffen auf Araber, die bisher nicht gestoppt wurden; sie sind beschämend, und die Israelis müssen sie unterbinden. Es gibt jedoch keine Rechtfertigung dafür, dass westliche Medien und Politiker diesen arabischen Terrorkrieg gegen die jüdische Bevölkerung in Judäa und Samaria ignorieren. Diese radikal verzerrte Berichterstattung hat eine halbe Million überwiegend integre und bedrängte Juden zu Feinden der Menschheit gemacht – genau wie Israel in seinem Krieg gegen den Iran. Neben dem Versäumnis, das Problem der kriminellen „Bergjugend“ oder der Provokateure angemessen anzugehen, erwähnen die Israelis selbst diesen arabischen Ansturm in Judäa und Samaria kaum jemals.

Dafür gibt es verschiedene mögliche Gründe. Erstens bringt der Wahrheitsgehalt der Behauptungen über „Siedlergewalt“ sie in eine schwierige Lage. Zweitens stehen sie in dieser Angelegenheit unter enormem Druck der Trump-Administration und wollen diese nicht noch weiter verärgern, indem sie die unangenehme Komplexität der jüdischen Opferrolle einbringen. Drittens gibt es unter den israelischen Spitzenbeamten einige, die sich auch heute noch nach einer „Zwei-Staaten-Lösung“ sehnen und die Siedler als Hindernis betrachten. Zu guter Letzt wollen die Israelis dieses Thema als bedeutungslos abtun. Wie immer halten sie die westliche öffentliche Meinung für unverbesserlich hasserfüllt gegenüber dem jüdischen Volk und denken daher kurzsichtig, dass der Versuch, sie zu beschwichtigen, Zeitverschwendung sei. Sie sind der Ansicht, dass sie dringendere Probleme zu bewältigen haben, darunter die erneuten Bedrohungen aus dem Iran, dem Gazastreifen und dem Libanon. Sie befürchten außerdem, dass die Araber Judäas und Samarias zusammen mit den 60.000 bewaffneten Männern der Palästinensischen Autonomiebehörde eine dritte und noch verheerendere Intifada planen.

Sollte diese furchtbare Drohung Realität werden, würde die Kombination aus westlicher Boshaftigkeit gegenüber den „Siedlern“ und Israels Nachlässigkeit in seinem Auftreten gegenüber der Welt bedeuten, dass die Juden Israels einmal mehr für ihre eigene Zerstörung verantwortlich gemacht würden.<!– wp:read-more /–>

https://www.jns.org/opinion/column/melanie-phillips/the-war-against-the-jews-in-judea-and-samaria

Am späteren Vormittag machen wir uns auf den Weg.

Nach Binyamina benötigen wír gut eine Stunde. Freuen uns Aby und die Kinder zu treffen und bekommen gleich eine Suppe zum Ankommen. Daniel Fuchs, ihr Mann, leitet eine jungerwachsenen Männer -Bibelgruppe im Golan. Was mehrmals im Jahr geschieht.

Ulrike spielt „Heck Meck“, ein Mitbringsel, mit den Kindern. Zu den eigenen 5 sind noch 6 Vettern und Kusinen aus der Nachbarwohnung zum Schabbat dazugekommen. Gemeinschaftsleben live im christlichen Kibbuz Bet- El. Die anderen Erwachsenen unterhalten sich. Zum Tagesschluss zeigt uns Aby noch vorsichtshalber den Sicherheitsraum in unserem Haus Schalom Nr. 5. Die allgemeine Sicherheitslage in Israel ist angespannt. Alle Kibbuzhäuser hier heißen Schalom. Unsere Gastgeber wohnen in Schalom Haus 14.

Morgen der Gottesdienst findet im Saal von Schalom Haus 6 statt. Direkt nebenan.

Unser Besuch im „Sabra Haus“ bei Moti und Hannah in Afula

Am letzten Tag der Gruppenreise habe ich mir einen heftigen Infekt gefangen. Die Reise konnten wir noch gut abschließen und holten dann morgens unseren Mietwagen in der King David Street ab. Der Vermieter klagte, dass er nicht genug Autos vorrätig habe, da viele amerikanische Juden zur Wahl am 27. 10.einreisen und kurzfristig Autos anmieten. Ja, es geht um viel. Es ist absolut eine Richtungswahl. Welchen Weg will Israel gehen?

Wir sind gut Dienstag nachmittag in Afula angekommen, aber ich habe mich erstmal zurückgezogen, da der Infekt mich ziemlich schwächte. Hier im Haus lernten wir das Repräsentanten Ehepaar Sabras für die Niederlande kennen, Ben und Coby, die hier 4 Wochen die Arbeit vor Ort unterstützt haben. Am nächsten Tag flogen die Beiden zurück mit einem Koffer voller Sabra Broschüren. Wären es Schriften zu Judäa und Samaria, könnten sie schon beim Ankommen in Holland Probleme bekommen, da die linke Regierung dieses Thema bekämpft und die Einfuhr von Produkte aus diesen Gebieten (wie Souvenirs, z. B. Wein) für illegal erklärt hat und mit bis zu 6 Jahren Haft droht. Nachmittags konnte ich zumindest ein bißchen helfen und am Tisch 100 Sabrabriefe für die Niederlande heften.

Heute besuche ich -Ulrike – mit Anna, Mitarbeiterin in Sabra, Miriam, eine Holocaustüberlebende zum 91. Geburtstag. Miriam lebt mit einer 24/7 Betreuung in einer kleinen gepflegten Wohnung. Sie kann nicht mehr sprechen, doch mit Mimik und Gestik nimmt sie am Geschehen teil und äußert sich so. Ihre Tochter ist über Handy zugeschaltet und erzählt den Weg ihrer Mutter: Als 6 jährige wurde sie mit ihrer Mutter und 2 kleinen Brüdern ins Ghetto evakuiert. Harte Arbeit. Ihre Mutter wurde per Injektion mit Typhus infiziert und erkrankte schwerst,verlor alle Haare, hohes Fieber…..Ein Arzt „ein guter Mann“ erklärte sie trotzdem fähig, bei ihren Kindern zu bleiben. Eines Tages wurde das ganze Ghetto geleert zur Tötung. Die Mutter mit den zwei kleinen Söhnen an der Hand und Miriam waren die letzten auf dem Marsch in den Tod. Plötzlich fing der deutsche Soldat neben ihnen an (er mochte die Mutter sehr), sie mit dem Gewehrkolben immer weiter an den Rand zu drängen, bis sie an eine kleine Brücke kamen. Dort stieß er sie hinunter unter die Brücke. Er rettete so ihr Leben. Alle anderen wurden ermordet. Die fanden bis zum Kriegsende immer wieder Menschen, die sie versteckten. Miriam Tochter erzählte, dass bis in die Urenkelgeneration dieser Leidensweg zur Familie dazu gehört, darüber gesprochen und weitergegeben wird. Und es besonders Miriam und ihrer Tochter hilft.

Aktuell rückt der Wahltermin näherMit den Teilnehmern unserer Judäa – Samaria Reise waren wir zu Beginn am Josua Altar, wo Israel sich entscheiden musste, mit oder ohne Ihren Gott uns seinen Weisungen. Segen oder Fluch? Zu dem Geschehen um die Ausgrabung des Josua Altars gibt KI folgende Infos:

  • Der biblische Bundesschluss und Bau des Altars durch Josua auf dem Berg Ebal fand laut biblischer Chronologie am Übergang zum Land Kanaan statt (traditionell um das 13./12. Jahrhundert v. Chr. nach dem Einzug der Israeliten).
  • Die Überreste der von dem Archäologen Adam Zertal in den Jahren 1982 bis 1984 auf dem Berg Ebal ausgegrabenen Steinstruktur (El-Burnat) werden archäologisch in die frühe Eisenzeit I (ca. 1220–1000 v. Chr.) datiert.
  • Decommissioning (Zuschüttung des Altars): ca. 1140 v. Chr.
  • Biblischer Bericht: Josua 8:30–35 / Deuteronomium 27
  • Ausgrabung durch Adam Zertal: 1982–1984 (Entdeckung 1980)
  • Archäologische Datierung der Anlage: ca. 1220–1000 v. Chr. (Frühe Eisenzeit)

Kann man zwischen dem Geschehen damals vor 3300 Jahren und der heutigen Wahl überhaupt einen Zusammenhang herstellen? Ich verstehe es so. Immer wieder wird das Volk Israel daran erinnert sich neu entscheiden zu müssen, ob es den Weg nach Gottes Weisungen und Willen gehen will, oder nicht? (Gleiches gilt für unser persönliches Leben in der Nachfolge Jesu ja auch täglich neu.) Nur hier betrifft es eben das ganze Volk Israel und somit die weitere Entwicklung der gesamten Nation Israel. Und gerade aus dem Buch der Könige, bzw. Richter erfahren wir, wie oft andere Wege gegangen wurden mit all den weitreichenden Konsequenzen. Moti beschäftigt die Wahl sehr und er erklärte beim Frühstück, dass er bei den politischen Konkurrenten Netanjahus davon ausgeht, das sie alle mit den Linken und arabischen Parteien koalieren werden, um an die Macht zu kommen. Was weitreichende Folgen hätte.

Ministerpräsident Netanjahu hat dazu ein interessantes Interview JNS gegeben, siehe: https://www.jns.org/exclusive-netanyahu-to-jns-only-way-to-guarantee-future-of-israel-is-to-remove-the-iranian-regime

In dem er zur Wahl zusammenfassend feststellte:

Die Ablehnung eines palästinensischen Staates wird zu den vier Leitprinzipien der nächsten Regierung gehören, die Benjamin Netanjahu nach den israelischen Wahlen am 27. Oktober bilden will, erklärte der Premierminister am Dienstag.
Er sagte weiterhin:
„Wir werden dem Oktopus den Kopf abschlagen und ihm endgültig die restlichen Arme abtrennen. Wir werden die Hamas und die Hisbollah vernichten“, sagte Netanjahu. „Und ich kann Ihnen sagen, dass viele unserer Nachbarn darauf hoffen, im Libanon, im Gazastreifen und natürlich im Iran. Im Iran hofft man auf Israels Sieg.“
https://www.jns.org/live/breaking-news…
….und noch ein Abendblick auf Afula