Dienstag, 11.3.

Gemeinsamer Tagesbeginn morgens mit Frühstück.

Das Jesreel-Tal liegt noch im Dunst und es verspricht heute noch wärmer zu werden. Zuvor frage ich Moti, wie er die Bedeutung von Matthäus 24,15 versteht „Greuel der Verwüstung“ aus dem Abschnitt meiner heutigen Bibellese. Mit Reisebeginn, begann bei meiner morgendlichen Lesung, das 24 Kapitel. Und wir haben den Eindruck, dass wir in diesen „letzten Tagen“ leben. (mehr dazu; siehe unter unseren Aufzeichnungen vom Do.,13.3.)

Wandbild beim Esstisch

Hier finden auch gleich die ersten Absprachen für die Gestaltung des Tagesablaufs statt. Ulrike spielt ein hebr. Lied „Ve’Yehuda le’olam teshev“ (Judah wird ewig bestehen)* auf der Gitarre. Wir planen am Purimfest mit den Holocaustüberlebenden einige Lieder vorzusingen.

* im Gemeindeumfeld ist das ein „Schlager“. In Israel ist diese Aussage hochpolitisch und -aktuell. So war am Sonntag eine spezielle Konferenz zu diesem Thema in der Knesset. Thema: Zukunft von Gaza und Judäa/Samaria, hier dazu aus einem heutigen Artikel: „Knesset Fraktion prüft Trumps Umzugsplan als einzige realistische Alternative – „Es ist der einzige Plan, der für den Frieden und für die Sicherheit realistisch ist. Der einzige – es gibt keinen anderen Weg“, sagte der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich. https://www.jns.org/knesset-caucus-explores-trump-relocation-plan-as-only-realistic-alternative/

Für uns eine mentale und praktische Herausforderung: Koschere Küche. Trennung von „milchig und fleischig“. Geschirr, Besteck, Töpfe, …. Alles ist getrennt. Es gibt 2 Kühlschränke, die Zuordnung bedenkend, eingeräumt werden, z. B. Obst, Gemüse, etc. gilt als neutral. Sie können sowohl links, wie rechts eingestellt werden. Seit dem 25jährigen Bestehen des Hauses kommen zu den jüdischen Festtagsfeiern u. a. regelmäßgig Holocaustüberlebende und auch andere Gäste. Da ist eine koschere Küche Vorraussetzung für deren Bewirtung.

Ulrike fährt mit zum Großeinkauf. Jede Woche werden Tüten mit Lebensmittel für Bedürftige aus unterschiedlichen Communities gepackt. Heute besteht das packende Volontärteam aus 3 Ukrainerinnen, Anna mit ihren Töchtern Valerie und Alexandrina, Ulrike und mir. Unterhalten wird mit Denglisch und ✋️ und Füßen.

Ein Rabbiner, ein Vertreter der äthiopischen Gemeinde von Afula und ein Koordinator einer 3. Gruppe holen die umfangreich gepackten Tüten ab. Jede Tüte hat zusätzlich diesmal Süßigkeiten für „Purim“ dabei. Vom Verein beteiligen wir uns an den Kosten.

Ein Ausschnitt der gekauften Lebensmittel vor der Aufteilung. Nachmittags soll dann alles für die Purimfeier, die Donnerstag mit ca. 40 Personen stattfindet, vorbereitet werden. Alle Möbel raus und 40 Gedecke/ Plätze gestalten.

In einer Pause hole ich für Tee, Blätter vom blühenden, austreibenden 🍋 – Baum. Schon die Blätter haben einen Zitrusduft. In der Nähe wächst das lebendige Logo des „Sabra“- Hauses. Es sind die Kakteenfrüchte, außen stachlig, innen süß, die den im Land geborenen, ihre Bezeichnung gibt.

Montag, 10.3.25

Die Sonne scheint und der Tag verspricht schön zu werden. Aber auch das ist die Realität, wir hören Militärhubschrauber vom nahliegenden Militärstützpunkt immer wieder über uns fliegen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück sind Hannah und Moti früh auf dem Weg zu einer ultraorthodoxen Schule in Afula, die um Unterstützung gebeten hat, da sie Kinder aus armen Familien unterrichten. Die Beiden wollen schauen, was im Rahmen Sabras möglich ist.

Sicherheitsraum (im Bedrohungsfall) mit Stahltür für Sabra Haus

Heute war der erste „Einsatz“ unserer Solidaritätsreise für eine Kampfeinheit mit 28 jungen Kämpfern jeweils einen hochwertigen Rucksack mit Schutzbrille, 2 Lampen und anderen benötigten Utensilien zu packen, die ihnen Mittwoch zum Abschluss Ihrer Ausbildung, bevor sie in den Libanon, bzw. Syrien zum Einsatz gehen, von „Sabra“ überreicht werden.
Die Mutter eines dieser Soldaten bedankte sich bei uns telefonisch, gerührt dass Deutsche extra kommen, um Israel in dieser Zeit zu unterstützen.

Teepause mit Blick ins Jesreel Tal.

geschafft!

Blick auf Afula beim Abendspaziergang.

Israel Solidaritätsreise 2025

Am Sonntag, 9.3. fliegen wir ab BERlin

Anflug auf Tel Aviv

Gleich bei der Ankunft am Flughafen Ben Gurion Aufmerksamkeit für die Geiseln

Ben Gurion

Mit dem Mietwagen auf dem Weg nach Afula. Auf dem Ayalon Highway durch Tel Aviv. An den Hochhäusern die Projektion von „520“ , also der Anzahl der Tage, die die Geiseln heute in Geiselhaft verbringen.

Wir kommen gut gegen 23 Uhr im Sabra-Haus in Afula an. Als Tourist kam ich mir oft vor , als wäre ich beinahe der einzige, der sich an den Geschwindigkeitsvorgaben auf der Strecke orientiert hat. Kam mir dabei eher wie ein Verkehrshindernis vor. Überholen von rechts und links, auch über Standstreifen ist normal.

Hier werden wir herzlich willkommen geheißen.

Moti ist noch im Zoomteaching, gerade mit englischsprechenden Teilnehmern. Den Tag über, ein Zoommeeting nach dem anderen weltweit. In der Regel findet dienstags Abend die deutschsprachige Lehrtätigkeit statt. Interessierte können sich per Mail dafür hier anmelden: sabrafund@gmail.com

Gegen 12 Uhr liegen wir im Bett unseres Gästezimmers „Kinneret“ und sind noch ganz aufgedreht.

Hier findet Ihr die homepage von der Arbeit des Sabra Hauses:

https://www.sabraholyland.org/en/home-eng

Wir unterstützen vom Verein Christliche Israelfreunde Norddeutschland diese Arbeit. So können aus den deutschsprachigem Raum alle Unterstützer Spenden auf unser Vereinskonto überweisen und wir leiten dann dies nach Israel gebündelt weiter.