Heute gehts nach Jerusalem. Der Morgen beginnt mit einem Gottesdienst der Beth-El Gemeinsschaft in Binyamina. Wir haben es praktisch, denn der Saal ist im Nebenhaus unserer Ferienwohnung, in Nachbarschaft der Molkerei des Kibbuz, also ein kleiner Weg für uns. Der Saal fasst ca. 200 Personen und wird proppe voll. Wir setzen uns in die letzten Reihen, bis Abi uns aufmerksam macht, dass da der „Jugendchor“ gleich sitzt. Grund, umzuziehen. Diesem Chor, besser, dem Kreis der Jungerwachsenen bis zur Ehe, wird hier besonderes Augenmerk geschenkt, da deutlich wurde, wie wichtig es (für alle), aber gerade für junge Menschen in dieser Zeit ist, Gemeinschaft zu erleben und zu pflegen. Ist auch die Gruppe, wo die jungen Männer in der israelischen Armee dienen. Hier hat das Kibbuz eine besondere Vereinbarung mit der Regierung, da keine Pflicht des militärischen, bzw. sozialen Staatsdienstes für christliche Mitglieder des Kibbuz besteht. Sie dienen in einer Einheit des militärischen Geheimdienstes, in welcher gerade ihr technisches Wissen als Teil des üblichen eigenen Kibbuz- Schulunterichts besonders wertgeschätzt wird. Dies bedeutet auch, dass dieser Dienst der Geheimhaltung unterliegt und sie darüber nicht, auch nicht mit ihrer Familie sprechen dürfen, ja zuvor sich jeder dazu vertraglich verpflichtet. Ein junger Mann berichtete uns sogar von einem umfassenden Lügendedektortest über mehrere Stunden, den er nach 2 Jahren Dienst absolvieren musste.
Die Predigt hielt ein Ältester, Arnold Kurucz, – er leitet die Fabrikation in Magen Shaul, bei Afula und in Sapir, in Nähe von Eilat, ganz im Süden – die zentrale Ausrichtung seiner Ausführungen, biblisch durch viele gelesene Textstellen gegründet, ist Bedeutung, für uns Christen, Israel zu dienen. Aufruf ein Teil der Schutzmauer (in Gebet und Tat) für Israel zu sein, für Israel in den Riss zu treten, u.a. Hesekiel 22,30; Auszüge aus Jesaja 52, 61 u. 62 und weitere. Es sprach uns sehr an.
Im Mehrfamilienhaus, Sitz der Ferienwohnung, wohnt auch ein aus Ungarn stammendes, älteres Kibbuzmitglied, der den Garten vor dem Haus pflegt. Stolz zeigt er uns seinen Pomelobaum, der Blüte und Früchte gleichzeitig trägt.


Nach dem Packen gibt es bei Abi ein Festagsessen. Rouladen aus eigener Rinderzucht…, eben Schabbat!

Zum Abschluss „bedienen“ wir uns am Obst des Kibbuz und Daniel stellt uns den Monitor für die Handy -Navi- Nutzung ein. Es ist schon hilfreich mit ihm einen hebräischkundigen Digitalspezialisten zur Seite zu haben. Was für ein Komfort, zum ersten Mal so das Handy-Navi nutzen zu können.



Auf dem Weg nach Jerusalem fahren wir beinahe an Rechovot vorbei. David, unser Ältester, lebt dort. Grund für einen Anruf. Er ist gestern Abend von einer Konferenz aus Italien zurückgekehrt, wo er einen Vortrag über seine Forschungsarbeit in der Krebsforschung im Weizmann Institut gab. Da er am nächsten Tag schon weiter nach Eilat fährt, verabreden wir uns für die letzten 3 Tage unseres Israelaufenthaltes. Für uns ist es auch sicherer, vor Schabbatende in Jerusalem anzukommen, denn es werden Großdemonstrationen erwartet, die dann oftmals ganze Stadteinfahrten besetzen.

In Israel läuft, trotz Krieg, die inszenierte politische Kampagne von links gegen Bibi Netanjahu, als Versuch, der Regierung zu schaden. Erst recht, da aktuell dem jetzigen Direktor des Schaback (Inlandgeheimdienst) gekündigt wurde. Einer derjenigen sogenannten als „Conceptia“ in Israel betitelten alten Garde, die durch ihre Politik wesentlich dazu beigetragen hat, dass das Massaker vom 7. Oktoberer möglich wurde. Er hat mit entschieden, damals Netanjahu nicht rechtzeitig zu informieren, da leitende Militärs die drohende umfassende Gefahr falsch eingeschätzt haben. Für dieses Versagen haben sie später Netanjahu verantwortlich gemacht, also zum eigenen Schutz ihn bewusst diffamiert. Für Interessierte, die Hintergrundinfos dazu wünschen, füge ich hier einen aktuellen Artikel des Chefredakteurs von JNS, einer konservativen, jüdischen Internet Zeitung, an.
Rauf nach Jerusalem zu fahren, ist immer wieder was Besonderes. Aktuell hat es ich bewölkt und abgekühlt.

Wir kommen gut bei unserem Übernachtungsquartier, der Klosteranlage „Ratisbonne“ an. Am Tor telefonieren wir mit Father Elio und er öffnet uns elekrisch das Tor, um Einfahren zu können.

Dazu schreibt Wikipedia: Das Kloster Ratisbonne ( arabisch دير راتسبون , hebräisch : מנזר רטיסבון ) ist ein Kloster im Rehavia Stadtteil in Jerusalem , das von Marie-Alphonse Ratisbonne , einer französischen Konvertitin aus dem Judentum , gegründet wurde. Die Arbeiten an dem Gebäude, das von dem französischen Architekten M. Daumat entworfen wurde, begannen 1874 auf einem kahlen Hügel, der heute im Zentrum von Westjerusalem liegt. Und weiter: https://en.wikipedia.org/wiki/Ratisbonne_Monastery
Father Elio begrüßt uns herzlich und zeigt uns das Zimmer 9, das Gleiche wie letztes Jahr, uns schon vertraut. Auf dem Kloster- Innenhof findet mit vielen Kindern, lautstark zur Zeit ein Gemeindefest der äthiopischen Gemeinde statt.

Nach einer Pause und dem ersten Einräumen, entschließen wir uns noch zu einem Gang in die Altstadt. Es ist immer wieder wundersam, auf den Straßen Jerusalems zu gehen.




Arabischer, historischer Mamila Friedhof
Dieser Friedhof ist auch ein prägnantes Zeichen und eine „archäologische Fundgrube“ für die ganz besondere jahrtausendlange Geschichte mit der intensiven Begegnung der Weltreligion und der gegenseitigen Akzeptanz, bzw. dem Kampf um die jeweilige Vorherrschaft und Deutungshoheit im Land. So war dieser Friedhof real mal ein großer christlicher Friedhof, bis er mit der islamischen Besatzung Jerusalems im 7. Jhd. „übernommen“ wurde denn christliche Schriften, die Mamilla erwähnen, konzentrieren sich oft auf die persische Eroberung Jerusalems im Jahr 614 n. Chr., nicht auf die muslimische im Jahr 638. Dazu weiteres: Sophronius berichtet in seiner Weihnachtspredigt von 638/39 zwar nicht von der Zerstörung Jerusalems, aber von den Taten der „mörderischen, barbarischen Saracenen.“ Antiochus Strategius, ein Mönch aus dem Kloster Mar Saba, liefert einen detaillierten Bericht über die persische Eroberung Jerusalems. Er beschreibt das Massaker an Christen und erwähnt Grabstätten, darunter Mamilla, wo viele der Opfer begraben wurden. Archäologische Funde im Gebiet von Mamilla haben Massengräber freigelegt, die vermutlich mit dem Massaker an Christen während der persischen Eroberung in Verbindung stehen. Die Datierung der Funde erfolgt mit Hilfe der historischen Berichte über das Ereignis. Ein archäologischer Bericht der Funde von Mamilla von Gideon Avni, “The Persian Conquest of Jerusalem (614 c.e.)—An Archaeological Assessment,” Bulletin of the American Schools of Oriental Research, No 357 (2010), pp. 35-48; The University of Chicago Press.
Warm eingepackt, kommen wir, gefühlt beinahe bei norddeutschem Wetter, am Jaffa Tor der Altstadt an.





