Um 9.15 Uhr treffen wir uns mit David Katz am Jerusalemer Standort der Organisation „Ohr Torah Stone“ (OTS). Arnon Kozlov, der Repräsentant in Deutschland, sprach auf unserem Israel-Freundestreffen am 1. Febr. 25 ein Grußwort, hat diese Begegnung mit seinem Chef in die Wege geleitet.

David Katz, internationaler Direktor der gesamten Organisation OTS mit seinen verschiedenen Standorten im Land, begrüßt uns herzlich. (Homepage: www.ots.org ) OTS gehört zur Bewegung der modernen Orthodoxie, ´89 gegründet von Rabbi Riskin, Efrat, jetzt im hohen Alter, sich vor Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat. Die Organisation beschreibt ihr eigenes Selbstverständnis, mit „umfasst ein in Israel ansässiges Netzwerk von über 30 Bildungs- und Sozialprogrammen, die das jüdische Leben, Leben und die Führung in Israel und auf der ganzen Welt verändern.“ Bei Wikipedia gibt es eine Zusammenfassung des Werkes, s. https://en.wikipedia.org/wiki/Ohr_Torah_Stone

Er führt uns durch den Jerusalemer Standort, allein mit einem 150 köpfigen Mitarbeiterstab, der insbesondere die Arbeit mit Frauen im Blick hat. Stellt uns die Studeinleiterin für das Torastudium für Frauen vor. Ein Thema, was im Film „Yentl“ mit Barbara Streisand in der Hauptrolle, besonders aufgegriffen wurde, da dies damals noch unmöglich schien.

Der Vorbau des Studiensaals, wo immer 2 zusammen, also immer mit einem Gegenüber, die Torah studieren, ist so vom Architekten gestaltet, sehr viel Licht einzulassen – Licht Gottes, aber auch deutlich macht, raus in die Welt zu wirken, erklärt David Katz.
Hier wurde z.B. auch ein Programm entwickelt, dass Frauen ausbildet für die Beratung von Frauen in Strafvollzug, Armee, bei allgemeiner sozialer Not, etc. Es gibt auch ein spezielles Programm für Frauen mit Handikap.
Hier ein Überblick mit Menschen zu den Schwerpunkten dieses Hauses:
Abschließend stellt er uns Pnina vor. Sie leitet den Bereich „Yad La` isha“, der Hilfe für Frauen mit umfassenden Eheproblemen, die z.B. häuslicher Gewalt/Vergewaltigung ausgesetzt sind und sich nicht von ihrem Partner trennen können, da ihnen vom Partner der Scheidebrief „Get“ nicht ausgehändigt wird. In Israel werden die Ehen nur von Rabbiner geschlossen. Bei einer Scheidung bedarf es der Einwilligung des Partners für einen Neuanfang. Sie haben Anlaufstellen der Beratung für Frauen in Afula, Beesheva, Jerusalem und Tel Aviv mit Sozialarbeiterinnen und Rechtsanwälten. Deren homepage: https://haheskem.org.il/
Ein Fotograf hat eine Ausstellung mit dem Titel „STATUS: AUSSTEHEND“ – entworfen. Er versucht, die Frauen in ihren unterschiedlichen Notlagen bildlich „einzufangen“. Die Bilder hängen im Flur dieser Abteilung. FOTOAUSSTELLUNG
Klienten von Yad L’isha: Das Monica Dennis Goldberg Rechtshilfezentrum und die Hotline waren Gegenstand einer eindrucksvollen Fotoausstellung, die einen Einblick in das Gefühl vermittelt, zu lebenslanger Kettenhaft verurteilt zu sein.
Die Ausstellung mit dem Titel „Status: Ausstehend“ fängt den unglaublichen Schmerz, die Frustration und die Verzweiflung von 20 Agunot und Mesuravot Get ein – Frauen, die in missbräuchlichen, lieblosen Ehen gefangen sind, deren Ehemänner verschwunden, handlungsunfähig sind oder sich einfach hartnäckig weigern, ihnen einen Get zu gewähren – den jüdischen Scheidungsbrief, der sie befreien würde.
Die Bilder der israelischen Fotografen Shabi Kedem, Nir Kedar, Lena Gomon und Chamutal Golan wurden an verschiedenen Orten in Israel ausgestellt, darunter in der Knesset und im Jerusalemer Bahnhofskomplex. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Notlage angeketteter Frauen zu sensibilisieren. Im Anhang sind die Bilder zu finden:

Zum Abschied bedanken wir uns herzlich für die engagierte Führung durch eine hochinteressante Arbeit. Dabei bekommen wir die Biografie des Gründers Rabbi Riskin auf deutsch überreicht. David Katz macht uns dabei auf ein besonderes Angebot aufmerksam, dass man als Gäste an einem 2- tägigen Toratudiaum teilnehmen könne, eine Übersetzungsmöglichkeit in deutsch würde irgendwie sicher möglich werden. Das klingt interessant. Ob das ein Angebot innerhalb einer besonderen Kleingruppenreise sein könnte?
Wir überlegen, da wir so ein kleiner Verein sind, wie wir bei so einem „Globalplayer“ die umfangreiche soziale Arbeit überhaupt unterstützen können. Ein Gedanke der uns kam, ob Interessierte evtl. speziell so was wie eine Patenschaft für Einzelne übernehmen wollen?
Sehr beeindruckt verlassen wir OTS und wollen uns jetzt richtig körperlich betätigen – eine Wanderung durch das Hinnomtal. Einige Informationen s. hier: https://www.israelheute.com/erfahren/das-hinnom-tal-in-jerusalem-und-gehenna-im-neuen-testament/



Uns tut es gut, soviel grün zu sehen. Dazu kommt, dass seit einiger Zeit das Tal wieder hochwertig hergestellt wird, wie es vielleicht mal in Vorzeiten ausgesehen hat. So ist hier als Ausflugsort, der auch gerade von Gruppen gern als Ziel genutzt wird, eine „historische“ Farm erbaut worden.








Bei der weiteren Wanderung stoßen wir auf die größte und ganz neue, israelische Hängebrücke, die über dem Tal schwebt. Hier weitere Informationen: https://cityofdavid.org.il/en/the-longest-suspension-bridge-in-israel-opens-in-jerusalem-eng/




Von hier ist auch ein Blick auf das arabische Silvan möglich. Schon der äußere Eindruck macht deutlich, dass wir es hier mit einer ganz anderen Kultur zu tun haben.



Auf dem Weg zum sogenannten „Blutacker“ (Math. 27,3-8 – war heute Teil meiner morgendlichen Bibellese) kommen wir auf unserer Wanderung an den alten Grabhöhlen des Tals vorbei.



Schließlich erreichen wir das Saint Onuphrius Kloster, dessen Anlage den „Blutacker“ mit Mauern umgibt. Informationen s.: https://www.land-der-bibel.de/jerusalem/hakeldama/hakeldama.htm Angekommen stellen wir fest, es ist geschlossen. Aber die Wanderung hat sich gelohnt.



Nach der Mittagspause machen wir uns auf den Weg nach Malcha, wo wir uns zu einem Treffen mit Christa Behr verabredet haben. Wir bringen ihr Käse aus Beth- El und Kaffee aus Deutschland mit und nehmen an einem ihrer Hauskreise teil, einer Gemeinschaft mit Menschen unterschiedliche Sprachen, deutsch, österreichisch, englisch, russisch und hebräisch. Übersetzt mit von hebräisch ins Englische. Zum Abschluss noch schnell ein Gruppenbild, Arie nehmen wir auf der Rückfahrt mit ins Zentrum, denn er wohnt tatsächlich in Nachbarschaft unserer Unterkunft.




