Früh machen wir uns auf den Weg, zuvor nochmal unsere verabredeten Treffen telefonisch aktualisiert. Wir haben uns bewusst vorgenommen, auf Jerusalems Straßen zu laufen. Unser Mietwagen bleibt auf dem Klostergelände. Immer wieder kommen uns Gedanken, wie unwirklich es doch ist, „wir gehen durch Jerusalem!“ Und überall gibt es natürlich Dinge zu fotografieren.



Mitten in Jerusalem – Straßenbilder, die gefahrenvolle Begebenheiten ausdrücken
Gegen 10 Uhr sind wir am verabredeten Treffpunkt vor Dinas Arbeitsstelle. Dina Rahamim ist Öffentlichkeitsmitarbeiterin bei „ADI“, einem großen sozialen Träger Israels zur „Diagnose und Reha“ für Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen. hier deren homepage: https://adi-il.de/

In einem kleinen Cafe sitzen wir zu einem umfassenden Austauch zusammen und überlegen, sie vielleicht im Spätsommer nach Hamburg zu einem Veranstaltungsabend einzuladen. Mit Themenschwerpunkt über ihre Arbeit, aber einem Teil ihrer persönlichen Geschichte, ursprünglich mit säkularem Familienhintergrund aus Russland, noch als Kind mit Familie nach Hamburg Rahlstedt eingewandert. Wegen zunehmenden Antisemitismuserfahrungen nach Schulabschluss nach Israel ausgewandert. Ultra-orthodoxen Mann geheiratet, 3 Kinder. Hier jetzt ein Kurzstatement von ihr über eine eigene Lebenserfahrung:
Wir gehen 2,3 Km weiter zu unserem nächsten verabredeten Treffen beim israelischen Pressedienst TPSIL.
Hier deren Homepage: https://tps.co.il/
Amotz erwartet uns und gerade läuft die sonntägliche (in Israel ist das der 1. Arbeitstag der Woche) Redaktionssitzung. Wir werden vom Team begrüßt. Bekommen eine kurze Vorstellungsrunde mit den unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten der Teammitglieder.

Am Kopf der Ceo und Gründer, Amotz Eyal und links von ihm Shalhevet, seine Schwester
Wir haben 2 Expl. der deutschen Ausgabe ihres englischen Magazins: „Wahre Helden am dunkelsten Tag“ mitgebracht, das wir letzten Sommer herausgegeben haben. Es behandelt ganz besondere Geschichten von Menschen, die nichts ahnend, was da tatsächlich geschieht, am 7. Okt. 23 für ihre Familien, ihre Nachbarschaft, ihr Kibbuz, ihre Stadt um Tod und Leben kämpften und dabei über sich hinaus wuchsen. Unser Anliegen war, diesen Hintergrund, der jetzt das Trauma des Volkes ausmacht, zu erleben, im eigenen Land gegenüber 3000 bestialisch mordenden Terroristen, sowie den weiteren 3000 sich beteiligenden Zivilisten, völlig schutzlos ausgeliefert zu sein. Ein Ereignis, welches eine Zeitenwende in Israel einleitete, mit einer völligen Neubewertung des eigenen politischen und militärisch-strategischen Vorgehens, mit all den sich daraus ergebenden Konsequenzen, die aktuell im Westen, auch in Deutschland oft nicht verstanden werden. Diese hochinteressante Magazinsausgabe ist noch über unsere Homepage zu bestellen: https://cindev.de/magazin/#bestellung
Das Team lobt unsere Ausgabe und die mitgebrachten Süßigkeiten, die schnell Abnehmer finden. Im Gegensatz zum Obstteller, den sie extra schön drappiert haben, um mal nicht Süßes zu futtern. Ich bediene mich dagegen an den schmackhaften Apfelschnitzeln. Und was ist das heutige spezielle Thema des Redaktionsteams? Die geplante 2. Magazinsausgabe, wie passend und gleich kommt die Anfrage, wollt ihr nicht auch wieder eine dt. Übersetzung herausgeben? mmmh!
Danach sitzen wir noch mit Amotz in seinem Büro zusammen. Besprechen u.a. welche Medienkontakte wir ihm in Deutschland empfehlen können. Er überlegt zu versuchen, den Kontakt zum Springerkonzern aufzunehmen. Auch sprechen wir an, ob er uns in Deutschland zum kommenden Freundestreffen im Januar besuchen mag? Dann macht er uns mit seinem jüngeren Bruder Yotam, bekannt, der als Rechtsanwalt eine Kanzlei, gleich im Büro nebenan leitet. Er unterstützt die Regierung bei den juristischen Winkelzügen der politischen Gegner. Auch bei den aktuellen Verfahren im Zusammenhang der Kündigung des Direktors des Inlandgeheimdienstes, bzw. der Oberstaatsanwältin ist er juristisch involviert. Auf meine Anfrage, ob er sich vorstellen könnte ein Zoom- meeting dazu thematisch zu machen, reagiert er positiv.
Dann zeigt uns Amotz einen Artikel mit Video von 2018 über seine gesellschaftlich hoch engagierte Familie. Sein Vater hat 12 Organisationen gegründet. „Wenn alle gemeinsam studieren„: Die Familie Eyal ist keine gewöhnliche Familie. Vater Nachi, Mutter Racheli und zwei Söhne, Amotz und Yotam, studieren gemeinsam für einen Master-Abschluss an der Ariel-Universität. Wie schafft man es, ein Zuhause zu führen, wenn sich alle gemeinsam auf die Prüfung vorbereiten, wer ist der Beste der vier und was passiert in der WhatsApp-Gruppe der Familie? Wir haben sie kurz vor der Abschlussfeier aufgesucht.“ Hier der ganze Artikel: https://www.ynet.co.il/articles/0,7340,L-5283472,00.html

Auf dem Rückweg nehmen wir uns was zu Essen auf die Hand, wir haben ´ ne gute Stunde Rückweg. Kurz vor dem Ankommen in der Unterkunft kommen uns wieder viele Demonstranten entgegen. Für mich ist das Fürchterliche daran, dass Israel aktuell unbedingt Einheit im Volk benötigt, wo an so vielen Grenzen, bzw. Fronten, die Feinde ständig nur darauf lauern, Israel vernichten zu können. Und die politischen Regierungsgegner haben aus eigenem Machtinteresse nichts Besseres zu tun, als das Volk gegen die gewählte Regierung aufzuwiegeln, dabei überschreiten sie massiv Grenzen . Lügen verbreiten, ist dabei noch harmlos. Hier 2 akuelle Artikel zum Geschehen (sind automatisch aus dem Hebräischen überetzt, daher einiges etwas holperig) :
Abends treffen wir uns mit Dr. Petra Heldt und ihrem Mann Malcolm. Beides hochkarätige Gelehrte, die Jahrzehnte hier als Professoren lehrtätig an der Hebräischen Uni waren. Jetzt im Ruhestand lehrt Petra „nur“ noch an einer christlichen Hochschule in Jerusalem, aber ist damit zeitlich umfassend beschäftigt. Sie liebt es, theologisch in die Tiefe gehend zu lehren und dabei die jüdischen Wurzeln zu berücksichtigen. Beide haben einen enormen Wissensfundus, den sie auch noch in ihrer eigenen Die ökumenische theologische Forschungsgemeinschaft in Israel , „ETFRI“ einbringen. Deren Homepage: https://www.etrfi.org/368ber-uns.html Das nächste Webinar (engl.) von ihnen mit Aaron Lipkin findet z. B. am 27. März statt. Hier ein Interview zu Ihrem Engagement gegen Antisemitismus:
Wir sind – wie auf unseren vorherigen Reisen – zu einem umfangreichen Essen mit guter Gemeinschaft eingeladen und es gibt viel zu erzählen. Immer wieder erinnern wir uns gerne an unsere vielen Besuche bei ihnen zurück, als wir mit unserem Wohnmobil öfters in ihrer Straße parkten.
