Donnerstag, 20.3.

Heute Morgen treffen wir uns mit Udo Janssen, einem Filmregisseur, gebürtig aus Husum. Er konvertierte 1989 – aus einem säkularen Elternhaus kommend – zum Judentum. Nach einem Kibbuzvolontariat entschied er sich , im Land zu bleiben. Kurz vor unserer Reise kamen wir in Kontakt. Er berichtet von seinem Leben und seinem Vorhaben eines Videoprojektes über israelische Lebensalltagssituationen und Projekte zur Völkerverständigung zwischen Israel und Deutschland, für das er Geldgeber sucht. Da kann ich ihm keine Hoffnung machen, dass wir das vom Verein initiieren können. Aber wir können auf sein Vorhaben aufmerksam machen.

Zum Mittagessen erwartet uns dann wieder Abi. Wunderbar. Auch Levy, ihr Ältester, der gerade in Klausuren steckt, die nächstes Jahr zum Abitur führen, isst mit uns. Gleichzeitig durchläuft er eine Zimmermannsausbildung. Danach zeigt er uns die Landwirtschaft des Kibbuz, in der er aktiv mitarbeitet und den Bau der neuen Molkerei an dem er mitwirkt. Dabei treffen wir Awi, der mit seinen 28 Jahren den landwirtschaftlichen Kibbuzteil verantwortlich leitet.

Awi hat das ganz Jahr über Ernten und parallel, Baumpflegearbeiten, Orangen, Zitronen, Mandarinen, Pfirsiche, Kirschen, Avocados, etc. Sie verkaufen an den Großhandel. 3 Hilfswerke holen große Mengen für Bedürftige. (Auch Zedakah holt wöchentlich ihren Gemüse- und Obstbedarf) Heute Abend werden noch große Mengen Orangen gepresst, um den Saft morgen mit zu den Soldaten zu nehmen. Wie auch umfassende Fleischmengen wöchentlich.

Abends besuchen wir Familie Bayer, sie kommen bald nach Hamburg, da ein Sohn dort eine medizinischen Eingriff benötigt. Es gibt Überlegungen zur Planung ihres Aufenthaltes zu besprechen. Ihr Ältester hat gerade seinen Militärdienst beendet. Die jungen Männer vom Kibbuz Beth El dienen in einer Spezialarbeit der IDF, die dem militärischen Geheimdienst angeliedert ist. Sie verpflichten sich per Unterschrift, nicht darüber zu sprechen. Nach dem Massaker des 7. Okt. 23 war auch er besonders gefordert. Das Kibbuz hat zusätzlich für die kämpfenden Panzer großen Mengen Metalldächer geschweißt, die dazu dienen, die Panzerbesatzung vor Sprengladungen von Drohnenabwurf zu schützen, berichtet Vater Bayer. Sie wohnen in Zichron mit Blick aufs Meer.