Letzte Vorbereitungen

Heute Abend beginnt in Israel „Simchat Thora“, im Ausland, so auch Deutschland, ein Tag später. Online einchecken, Telefonate und Reiseabklärungen, sich verabschieden. Nun wird es ernst. Nach Israel zu reisen ist und bleibt was Besonderes. Morgen Abend Treffen mit Gönke zum Abendessen. Dann geht die Nachtfahrt los. Mit Andreas und Andrea treffen auf der Autobahn, kurz vor Berlin vereinbart, um dann mit den 2 Autos zum Parkplatz am Flughafen Tegel weiter zu fahren. Von hier mit Taxi zum Flughafen Schönefeld.

Wieder zurück in Deutschland…

Liebe Freunde,

die Ihr und Sie uns in Gedanken und Gebet auf unserer Reise begleitet habt. Wir sind nach einer eindrucksvollen Reise zurück in Deutschland und haben eine Menge „Gepäck“ in Form von Erlebtem  und Erfahrungen  mitgebracht,  das nun nach und nach verarbeitet werden wird.

Das geht sicherlich allen Teilnehmern unserer Reise so – und natürlich auch uns „Berichterstattern“.

Wir konnten in Israel vor Ort unmöglich bereits ausführliche Berichte online stellen. Unsere Fahrt durch das Land mit den vielen guten Begegnungen war so dicht getaktet, dass wir einfach gar keine Zeit für eine längere Schreiberei gehabt hätten. Und auch das Einstellen der Bilder per Smartphone erwies sich als eine nicht ganz einfache Aufgabe.  Ich (Ulrike H.) werde die Bilder in der nächsten Zeit in eine chronologische Reihenfolge mit kurzen Untertiteln bringen. Wir machen uns aber in den nächsten Tagen (oder Wochen) auch daran, zu jedem Tag, der bisher nur ansatzweise durch Bilder dokumentiert werden konnte, einen  Text zu schreiben, der dann die wichtigsten Eindrücke wiedergeben wird. Doch auch diese Texte werden relativ kurz gehalten sein, weil wir unmöglich alles ausführlich darstellen können…. es würde einfach zu viel zu lesen sein.

Wir  – das kann ich sicher für alle Teilnehmer sagen – sind dankbar für alle guten Begegnungen und ganz sicher  Gott dankbar  für die  Bewahrung, die wir erfahren haben auf dieser langen Reise durch das Land.

Unser Busfahrer, Hassan, war umsichtig und erfahren und brachte uns sicher auch über die unwegsamsten Straßen in den entlegensten Gegenden des Nordens und der judäischen und samaritanischen Berge.

Eytan, unser israelischer Tourguide, konnte uns in gutem Deutsch die wichtigsten Informationen vermitteln und stand unseren beiden „deutschen“ Reiseleitern, Ulrike und Michael Dierks, jederzeit hilfreich zur Seite.

Die gute Vorausplanung durch Ulrike und Michael und ihre freundliche, kenntnisreiche, einfühlsame und geistliche  Begleitung  waren  wesentlich für das  gute Gelingen der gesamten Fahrt.  Natürlich hat unsere Gruppe  allen den ihnen gebührenden Dank  liebevoll mit lautstarkem Beifall und einem kleinen Geschenk zum Ausdruck gebracht.

Und nicht zuletzt gilt :  GOTT sei Lob und Dank für ALLES.

 

Wir verlassen heute das wunderbare Land ISRAEL…

Noch ein kleiner Bummel in Jerusalem….   dann geht es zurück in die Heimat… mit viel „Gepäck“ im Herzen.

Ein letztes Mal einen Blick auf das große Wandgemälde in unserem Hotel „Yehuda“.

„Bummel-Bilder“ ….  vom Markt,  Gassen und Straßen …

Markttreiben und wir mittendrin…

Eine der „alten Gassen“ außerhalb der Altstadt…

Jerusalem hat neuerdings auch eine Straßenbahn….

 

Ein Aufzug für die Autos, um die städtischen Parkmöglichkeiten zu erweitern.

 

 

 

Wer kann dazu schon „nein“ sagen…?

 

Im Flughafen „Ben Gurion“

 

(Alle Bildkommentare und Zwischentexte Ulrike H.)

Und dies der zusammen fassende Bericht von Jürgen:

Tag 11 (17.5.):  In und auf den Mauern Jerusalems- Abreise

 

Koffer packen und zum letzten Mal alles kontrolliert in den Bus einladen. Um 8.50 Uhr heißt es Abschied nehmen von unserem Hotel Yehuda, der Bus bringt uns in die Nähe des King David Hotels, Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Jaffa-Tor zum Transfer an den Ben- Gurion- Flughafen in Tel Aviv.

Einige besuchen den Markt, wir gehen unter Führung von Wolfgang bummelnd durch die Straßen, am Rathaus der Stadt Jerusalem vorbei den Mamilla Boulevard hinab zum Jaffa-Tor (die sehr leistungsfähige, an einen ICE erinnernde, Jerusalemer Straßenbahn wird bewundert). Bei annähernd 38 Grad ist der schattige Garten der Christ-Church mit Kaffee und Lunch ein wunderbarer Ruhepunkt. Fotos aus der  schottischen Christ-Church und Bilder und Karten auf dem Weg zum Mauer-Rundgang inspirieren. Wir besteigen die mächtige Stadtmauer Jerusalems am Jaffa-Tor und laufen als „Wächter“ an den Vatikan-Gebäuden vorbei in Richtung Neues Tor. Betend bleiben wir stehen: Ein letzter Blick durch die Mauerzinnen auf diese faszinierende biblische Stadt. Gedanken kommen in den Sinn (Offb. 21, 1-2): Wie wohl das Neue Jerusalem aussehen wird (Offb. 21, 22 ff)?!

Der Abflug in Tel Aviv geht relativ zügig. Eytan ist bis zum letzten Augenblick bei uns und dirigiert uns durch die Menschenschlange vor den Abfertigungsschaltern, dann müssen wir uns von unserem bewährten „Guide“ mit Dank verabschieden. Der Flug verspätet sich gegenüber der angegebenen Zeit etwas, um 19.05 Ortszeit heben wir ab und 22.41 Uhr (MESZ) setzt der Airbus in Hamburg auf. Auch Norddeutschland empfängt uns warm und freundlich.

 

 

 

 

Fast am Ende unserer Reise…

Hebron und die Höhle Machpela ist unser erstes Ziel des heutigen Tages.
Die Fahrt wird weiter gehen in den „Gush Etzion“  –  wie Hebron im jüdischen Kernland  Judäa gelegen.

 

Ansicht eines Teils von Hebron

In der  Admot Yishai Neighborhood,   einer „jüdischen Nachbarschaft“  treffen wir uns mit  David Edri , der uns über das Leben seiner Gemeinschaft in Hebron erzählt.

Zu diesem Leben gehört es auch, dass man – wie überall in Israel –  natürlich auch  in Hebron beinahe  bei Schritt und Tritt auf  Jahrtausende alte Fragmente früherer Siedlungen trifft  und es deshalb gar nicht so einfach ist, neue Häuser ohne die Genehmigung der Altertumsbehörde  zu bauen. Unter dem „neuen Haus“ die Überreste eines uralten.

Nicht nur die Häuser, auch die Bäume erzählen die Geschichte Hebrons: Dieser alte Olivenbaum war während der Besatzung durch Jordanien, in der keine Juden in Hebron wohnen durften, abgesägt worden und schien auch abgestorben zu sein. Als  jüdische Bewohner nach Hebron zurück kehrten, fingen sie an, den Baum zu bewässern und aus dem alten „toten“ Holz spross neues Leben. So wird dieser Baum auch zu einem Sinnbild für das neue jüdische Leben im alten Land der Verheißung.

 

Am Rande des jüdischen Wohngebietes liegt das Grab von „Ischai“ – Isai  und Ruth. In der  Auflistung der Vorfahren Jesu lesen wir:   „Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai,
Isai der Vater des Königs David.“    Auch deshalb – wegen des großen König Davids  –  ist Hebron für Juden so ein wichtiger Ort.

Auf der Rückseite des Gebäudes,  das über dem Grabmal errichtet ist, stehen Tische und Stühle und dieses Regal mit Gebetbüchern und „geistlicher Literatur“. Die Schüler treffen wir allerdings nicht dort an….

 

Sie sitzen im Schatten eines alten Olivenbaumes …

….    unweit einer historischen Quelle im felsigen Untergrund, die schon von den Vorvätern  genutzt wurde und zu der man  über eine steile Steintreppe gelangt.

Zur Realität der von deutschen Medien so genannten „Siedlern“ gehört es, dass niemand  einfach so in der Gegend spazieren gehen kann. Ein bewaffneter Soldat ist immer in unmittelbarer Nähe.

Israelische Soldaten entsprechen so gar nicht der „deutschen“  Vorstellung von „martialischen Kämpfern“, sie sind locker, höflich, freundlich, offen und dennoch professionell-distanziert und wachsam.

 

HEBRON, das müssen wir uns immer vergegenwärtigen, ist uraltes jüdisches Land. Und wir müsen sehr entschieden den Forderungen mancher Politiker entgegen treten, die meinen, die „Siedlungen“ müssten  geräumt werden und Judäa   „judenrein“ sein, wie es etwa Mahmud Abbas fordert.

David Edri begleitet uns zu dem imposanten Gebäude, das über den Gräbern der Patriachen erbaut wurde.

 

Zum besseren Verständnis diese grafische Darstellung –  die von Juden und  Muslimen genutzten Gebetsräume  sind unter den beiden Kuppeln. Dazu muss gesagt werden, dass nur an wenigen Tagen des Jahres  Juden dort beten können. Die ursprüngliche Kirche, rechts im Bild, wird ausschließlich von Muslimen beansprucht..

 

Natürlich gibt es auch hier – wie an vielen Sicherheits relevanten Orten – eine Sicherheitskontrolle durch die wir auf das Gelände gelangen.

Für den Bereich der Machpela übernimmt Jochanan Shareth die Aufgabe der Informationsvermittlung und erklärt uns nicht nur die Historie, sondern auch die komplizierten Verhältnisse bei der gemeinsamen Nutzung des Gebäudes durch  Juden und Muslime. Noch während wir in dem Bereich verweilen, in dem Juden beten, ertönt der Ruf des Muezzin – und das in einer Lautstärke, die selbst schwerhörigen Menschen Schmerzen bereitet. Jochanan weist darauf hin, dass die am Minarett angebrachten Lautsprecher so geneigt sind, dass der Schall direkt auf die Beter im nach oben offenen Innenhof des Gebetsraumes  trifft. (Siehe dazu die grafische Darstellung oben)

Wir wurden übrigens sehr freundlich empfangen und mit Gebäck und Kaffee / Tee versorgt.

Meine Internetsuche zu weiteren Information über Machpela  fördert viele überaus israelkritische Berichte zutage, so dass ich es vorziehe, diese nicht zu verlinken und stattdessen hier auf den Wikipedia-Beitrag hinweise, der relativ objektiv die historischen und jetzigen Belange beschreibt.  MACHPELA

Eine weitere gute Darstellung – auch unter Einbeziehung biblischer Befunde – findet sich unter diesem Link.

Von Hebron fahren wir zu einem faszinierenden Naturschutzgebiet

 

Bei den „Caves“, den Höhlen, handelt es sich nicht um „natürliche“ Hohlräume, vielmehr sind diese durch den Abbau des Sandstein und den nachfolgenden Verwitterungsprozess entstanden.

Das Höhlensystem

 Der Außenbereich…

Der Eingang zum Höhlenbereich

 

Wie eine natürliche Kathedrale erscheint uns das Innere  – und so ist es eigentlich selbstverständlich, dass wir hier unsere tägliche Andacht halten, Michael hatte verschiedene kurze Bibelstellen ausgesucht und diese in Bezug zu unserer Gegenwart gesetzt, Ulrike begleitet  mit ihrer Gitarre unseren kräftigen Lobpreis, der  von Kantor Andreas angeleitet wird.

Dona nobis pacem – HERR, gib uns Frieden…..

Wir haben noch ein bisschen Zeit bis zu unserem Treffen mit Chaya Tal, und so schlägt uns Eytan vor, einen weiteren „berühmten“ biblischen Ort aufzusuchen, die Region nämlich, zu der die beiden Hügel gehören, an denen sich einst Israeliten und „Plischtim“ = Philister zum Kampf gegenüber standen und in dessen Verlauf David den riesigen Kämpfer Goliath mit seiner Steinschleuder bezwang. 

Eytan liest uns das Kapitel vor:

„Die Philister sammelten ihre Heere zum Streit und kamen zusammen zu Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei Ephes-Dammim. Aber Saul und die Männer Israels kamen zusammen und lagerten sich im Eichgrunde und rüsteten sich zum Streit gegen die Philister. Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die Israeliten auf einem Berge diesseits, daß ein Tal zwischen ihnen war.  ….  Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, daß du mit Stecken zu mir kommst? und fluchte dem David bei seinem Gott 44 und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch geben den Vögeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde!  
45 David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Schild; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, das du gehöhnt hast. 46 Heutigestages wird dich der HERR in meine Hand überantworten, daß ich dich schlage und nehme dein Haupt von dir und gebe die Leichname des Heeres der Philister heute den Vögeln unter dem Himmel und dem Wild auf Erden, daß alles Land innewerde, daß Israel einen Gott hat, 47 und daß alle diese Gemeinde innewerde, daß der HERR nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Streit ist des HERRN, und er wird euch geben in unsre Hände.
48 Da sich nun der Philister aufmachte und daherging und nahte sich zu David, eilte David und lief auf das Heer zu, dem Philister entgegen. 49 Und David tat seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, daß der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht. 50 Also überwand David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein und schlug ihn und tötete ihn. Und da David kein Schwert in seiner Hand hatte, 51 lief er und trat zu dem Philister und nahm sein Schwert und zog’s aus der Scheide und tötete ihn und hieb ihm den Kopf damit ab. Da aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war, flohen sie. “  (siehe den ganzen Text hier)

Die  judäische Hügellandschaft vor Augen und den uralten Text hören

Tel Aseka  ( „Übersetzung“ der hebräischen Buchstaben oben, Aseka bedeutet „Höhle“  )   –  weitere Informationen gibt es  hier  und  auch unter   diesem   Link 

 

Die letzte Station  führt uns in den „Siedlungsblock“ Gush Etzion

(Informationen über diesen Link)

Dort wohnt die junge Israelin Chaya Tal in dem Dorf Alon Schwut.

Chaya wurde in Sankt Petersburg geboren, kam mit ihren Eltern als „Kontigentflüchtling“ nach Deutschland, ging dort zur Schule, machte das Abitur und folgte dann ihrem Herzen und ging nach ISRAEL. Zunächst lebte und studierte sie in Jerusalem, bis sie eines Tages die „Siedlung“ und das Dorf entdeckte und wusste – so sagte sie es jedenfalls -, dass sie dort leben wolle.

Chaya heißt uns im Bus willkommen und führt uns an den schön angelegten Platz in Sichtweite der beiden großen Synagogen und informiert uns dort über die Geschichte von Gush Etzion, die wesentlich aus Aufbau, Vertreibung, Zerstörung und wieder Aufbau, Vertreibung, Zerstörung innerhalb der ersten 60 Jahre des letzten Jahrhunderts bestand, bis junge Leute nach dem Sechs-Tage-Krieg die Siedlung ein viertes Mal aufbauten und seitdem immer größer und weiter bauen.

Gepflegte Wohnviertel, mit üppigem Grün umrahmt, stehen aber in krassem Kontrast zu dem Ort an dem sich Chaya niedergelassen hat:

Sie lebt in einer Kontainer-Siedlung am Rand von Alon Schwut. Ihr Heim ist bescheiden und die Wohnkontainer ihrer Nachbarn ebenso.

Wir spazieren durch die Straße zu Chayas Haus….

Vor ihrem Hauseingang

Es ist auffällig, dass in den jüdischen Wohngebieten, die wir in Judäa und Samaria besuchen, die Bewohner selbst der bescheidensten Behausungen  ihren persönlichen äußeren Wohnbereich mit Blumen, Gemüsepflanzen und  kleinen Bäumchen verschönern. So tragen sie dazu bei, dass das ehedem öde Land  getreu der biblischen Verheißung wieder aufblüht.

Chaya weist auf ihre  arabische  Nachbarschaft hin und erklärt uns, dass die Bewohner Alon Schwuts nichts von ihren arabischen Nachbarn zu befürchten haben, wohl aber von radikalisierten Arabern aus Hebron…. Auch das ist israelische Realität.

Wer Interesse an weiteren Informationen von Chaya selbst hat, kann ihren Blog lesen: „Die Siedlerin

Hassan bringt uns im Anschluß sicher zurück nach Jerusalem…. in einem der älteren „neuen jüdischen Viertel“ Jerusalems essen wir zu Abend in einer urigen kleinen Gastwirtschaft unweit des Marktes „Machane Yehuda„.

Zufrieden  —-   und dankbar für diesen wunderbaren Tag.

(Texte und Bildkommentare  Ulrike H.)

ANHANG – ANDACHT

 

Andacht Michael Dierks

„Eretz Israel“ (Land .. verheißenenes Land*1) in unseren Gemeinden mit
„heiliges Land“ bezeichnet – Warum heilig?
Wenn in unseren Gemeinden dieser Begriff genutzt wird meint man das Land wo Jesus lebte und tätig war. (Wikipedia erinnert noch an die Kreuzzüge, womit sich der Begriff verbreitete ca. Im Jahr 1009, wo das „heilige Land“ auch verstanden, als das Land wo Jesus wirkte, von den Heiden (Moslems)
zurückerobert werden sollte, da die Grabeskirche (wichtigste christl. Kirche) 1009 Al- Hakim etc. zerstört worden war. Heute sind wir in Hebron Hebron (arabisch الخليل al-Chalīl, hebräisch חברון Chewron) ist eine Stadt
im Westjordanland mit rund 202.000 Einwohnern (2014) (Wikipedia)
nach jüd. Vorstellung heißt es „Judäa und Samaria“ Die Unesco hat im Juli 17 die Altstadt von Hebron im Westjordanland zum palästinensischen
Weltkulturerbe erklärt und damit in Israel für großen Zorn gesorgt
Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, unterstützte die Kritik. „Die Unesco- Abstimmung zu Hebron ist auf mehreren Ebenen tragisch“, sagte Haley laut Mitteilung in der Nacht zum Samstag in New York. „Sie stellt einen Affront gegen die Geschichte dar. Sie untergräbt das
Vertrauen, das für einen Erfolg der israelisch-palästinensischen Friedensgespräche gebraucht wird. Und sie bringt eine sowieso schon fragwürdige UN-Behörde weiter in Verruf.“
Gerade an dieser Stadt können wir uns nochmal obiger Frage stellen.
Bei einem Massaker 1929 tötete eine aufgebrachte Menge von Arabern 67 Juden. Danach brachten die Briten als damalige Mandatsmacht die jüdischen Bürger aus der Stadt. Nach der Eroberung der Stadt durch israelische Truppen im Jahr 1967 kehrten religiöse Juden in die Altstadt zurück. Hebron ist seit 1998 zweigeteilt: einen Teil kontrolliert die Palästinensische   Autonomiebehörde, einen Israel. In dem von Israel kontrollierten Teil leben 800 jüdische Siedler umringt von etwa 50000 Palästinensern. Im Jahr 1994 erschoss der Israeli Baruch Goldstein in den Patriarchengräbern 29  Palästinenser. Danach verschärfte die israelische Armee die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Siedler.

Bibelstellen zu Hebron
• 1.Mose 23 (Zeit ungefähr 2 Jahrt. vor Christus n. jüd. Tradition)
1Sara ward hundertsiebenundzwanzig Jahre alt 2und starb in Kirjat-Arba, das Hebron heißt, im Lande Kanaan. Da kam Abraham, daß er sie beklagte und beweinte.…
• 2. Sam. Kap. 3-5- da 5.5 Zu Hebron regierte er sieben Jahre und sechs Monate über Juda, und zu Jerusalem regierte er 33 Jahre über ganz Israel und Juda. 6 Versuchen wir uns dem Begriff biblisch zu nähern
Ein Psalm Davids. 24.1. stellt fest: „Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdboden und was darauf wohnt.“
„Darum sollt ihr das Land nicht verkaufen für immer; denn das Land ist mein, und ihr seid Fremdlinge und Gäste vor mir“. 3. Mo.25,23
Schon die Stammväter Abraham, Isaak und Jakob hatten sich selbst nicht als „rechtmäßige Besitzer“, sondern als „Ausländer und Gäste“ bezeichnet.[2] In der Wüste am Sinai, lange vor dem Einzug ins Gelobte Land, macht Gott den Israeliten klar, dass sie nicht etwa „Eigentümer“ des Landes sein
würden, sondern „Fremdlinge und Beisassen bei mir“. Begründung: „Dieses Land gehört mir!“
Mit dieser Berechtigung verspricht Gott nun aber auch das Land dem Volk Israel. Die Landverheißung an Abraham ist eines der durchlaufenden Generalthemen der alttestamentlichen Gottesoffenbarung:
„Dir und deinen Nachkommen will ich dies Land geben, darin du jetzt ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan“ (1. Mose 17,8). Diese Nachkommen Abrahams werden näher bestimmt. Auf Abrahams Bitte: „Ach, dass Ismael möchte leben bleiben vor dir!“, antwortete Gott: „Nein, Sara, deine Frau, wird
dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm“ (1. Mose 17,19). Diese Aussagen machen eine in jüngerer Zeit vor allem von christlicher Seite propagierte abrahamitische Ökumene zumindest in der
Landfrage unmöglich. Deshalb schickt der Patriarch noch zu seinen Lebzeiten alle anderen Söhne fort von seinem Sohn Isaak, denn er „gab all sein Gut Isaak“ (1. Mose 25,5f.). Gott bestätigt seinen Bund mit den Nachkommen Abrahams durch Isaak und Jakob, bis in die Zeit des Neuen Testaments hinein immer wieder.*2
Gleichzeitig mit der Verheißung bekommt Abraham den Auftrag, das Land kennenzulernen (1. Mose 13,17) und „zu besitzen“.[5] Gott vergibt „sein Land“ als „Erbteil“[6], das heißt, nicht als frei verfügbares Eigentum, sondern als Lehen, als Treuhandschaft. Die Verwaltung eines solchen Erbbesitzes ist mit
Verpflichtungen verbunden. Nicht Rechte sind entscheidend, sondern der Auftrag. Ein Erbe kann nicht einfach veräußert oder gar als Handelsobjekt missbraucht werden, nicht einmal zur Rettung des eigenen Lebens. Wenn Gott sein Land Menschen anvertraut, dann erwartet er, dass sie es einnehmen,
erschließen, aufbauen, bewahren und auch verteidigen.
Ebenso zeigt 5. Mose 11,10-17, wie das Verhalten der Bewohner und die Zuwendung Gottes für den Ertrag des Landes von entscheidender Bedeutung sind.
Denn das Land, in das du kommst, es einzunehmen, ist nicht wie Ägyptenland, von dem ihr ausgezogen seid, wo du deinen Samen säen und selbst tränken musstest wie einen Garten, Denn das Land, in das du kommst, es einzunehmen, ist nicht wie Ägyptenland, von dem ihr ausgezogen seid, wo du deinen Samen säen und selbst tränken musstest wie einen Garten, sondern
es hat Berge und Auen, die der Regen vom Himmel tränkt, – 2 ein Land, auf welches Jehova, dein Gott, acht hat: Beständig sind die Augen Jehovas, deines Gottes, darauf gerichtet, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres. (Psalm 65.10-11) 13 Und es wird geschehen wenn ihr fleißig auf meine Gebote höret, die ich euch heute gebiete, Jehova, euren Gott, zu lieben und ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, (3. Mose 26.3) 14 so werde ich den Regen eures Landes geben zu seiner Zeit, den Frühregen und den Spätregen, damit du dein Getreide und deinen Most und dein Öl einsammelst; 15 und ich werde deinem Vieh Kraut geben auf deinem Felde, und du wirst essen und satt werden. 16 Hütet euch, daß euer Herz nicht verführt werde, und ihr abweichet und anderen Göttern dienet und euch vor ihnen niederbeuget, 17 und der Zorn Jehovas wider euch entbrenne, und er den Himmel verschließe, daß kein Regen sei, und der Erdboden seinen Ertrag nicht gebe, und ihr bald aus dem guten Lande vertilgt werdet, das Jehova
euch gibt. Der Besitz des Landes Israel setzt eine lebendige Beziehung mit dem Gott Israels voraus. Mit der Zusage, ich will „euch zum Erbe geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt“, ist unlösbar die Aussage verbunden: „Ich bin der Herr, euer Gott, der euch von den Völkern abgesondert hat“ (3. Mose
20,24). Der Besitz des verheißenen Landes ist aus biblischer Sicht immer an eine Beziehung mit Gott gebunden. Unter dieser Bedingung gibt es sogar eine Zukunft für die ursprünglichen „Ureinwohner“ im Lande:
„Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, bei meinem Namen zu schwören:
So wahr der Herr lebt! … so sollen sie inmitten meines Volks wohnen“ (Jeremia 12,16). Israel hat auf unsagbar leidvolle Weise im Laufe der Jahrtausende immer wieder erfahren, „was es für Jammer und Herzeleid bringt, den Herrn, deinen Gott zu verlassen und ihn nicht zu fürchten“ (Jeremia 2,19) — und sich stattdessen den Denkweisen, Maßstäben und Lebensweisen der heidnischen Völker anzupassen.
Wenn heute die ganze Welt – entgegen aller historischen, politischen und völkerrechtlichen Wahrheit – Israel vorhält: „Ihr seid Räuber, und habt dies Land gewaltsam an euch gerissen!“, bleibt jüdischen Menschen, die ihrem Gott, seinem Wort und ihrem Auftrag treu bleiben wollen, nur die eine Antwort:
„Das lasse der Herr fern von mir sein, dass ich dir meiner Väter Erbe geben sollte! (1. Könige 21,3). Denn die ganze Erde gehört dem Heiligen, gelobt sei er. Er hat sie geschaffen und er hat sie gegeben, wem er will. Nach seinem Wohlgefallen hat er dies Land nichtjüdischen Völkern überlassen. Nach
seinem Wohlgefallen hat er es ihnen wieder genommen und uns gegeben.“
__________________________________________________________________
*1 1. Mo. 15,18 An dem Tage machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen
will ich dies Land geben, von dem Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat:
*2 1. Mose 26,2-4; 28,4.13; 35,12; 2. Mose 6,2-4.8; Nehemia 9,8; Psalm 105,8-11. Vergleiche dazu
Römer 9,6-13, wo der Apostel Paulus die Erwählung Isaaks und Jakobs als Beleg für Gottes
souveränes Heilshandeln anführt. Ferner betont Paulus in Römer 11,1 und Vers 29 im Blick auf den Teil
des jüdischen Volkes, der Jesus von Nazareth nicht als Messias anerkennt, ausdrücklich: „Gottes
Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“

 

 

Und dennoch JERUSALEM…

Die Nachrichten, die uns auf verschiedenen Wegen erreichen, sind erschreckend. Darauf bezieht sich das „dennoch“ in der Überschrift.

Altstadt und Ölberg wollen wir heute besuchen und an dem „Marsch der Nationen“ teilnehmen.

Das „Vaterhaus auf dem Ölberg“ ist ein Haus des internationalen   Gebetsdienstes.

Wir werden herzlich willkommen geheißen von dem derzeitigen Leiter, Andreas Bauer und der Mitarbeiterin Petra, die dort eine zeitlang das Team des Hauses unterstützt. (Nähere Infos unter diesem Link.)

Mit Andacht und Lobpreis beginnen wir „unseren“ Jerusalem-Tag.

Blick vom Dach des „Vaterhauses“ auf die Altstadt und den Tempelberg.

Die Stadtmauer mit dem „Goldenen Tor ist gut zu erkennen.

Zahlreiche Toruristen und Pilger sind unterwegs…  Eytan lässt uns an der historischen Entwicklung der Stadt „mental“ teilnehmen.

Wir sind natürlich aufmerksame Zuhörer….

… und haben jetzt den Überblick!

Den Ölberg hinab und am Garten Gethsemane vorbei geht es zur Davidstadt und „unterirdisch“  hinauf in die Altstadt.

 

Weitere Bilder von Thomas K.

Andacht und Lobpreis im „Vaterhaus“

Blick vom Dach des Vaterhauses auf den gegenüber liegenden Tempelberg  mit dem Felsendom

Gut erkennbar die Stadtmauer …

Auf der Dachterrasse… „Alle“ müssen diesen Ausblick festhalten…

Jüdische Gräber auf dem Ölberg…  (Statt Blumen legt man Steine auf jüdische Gräber)

Garten Gethsemane…

An „Absaloms Grab“ führt der Weg vorbei hinauf zur Davidstadt.

 

Rückblick auf die „Magdalenen Kirche“…

 

Blick auf den Ölberg…

Die Ausgrabungen an der Davidstadt…

Durch einen antiken Abwassertunnel geht es hinauf zur Westmauer…

Wir stehen staunend vor der gewaltigen Mauer, die trotz vieler Zerstörungen Jerusalems immer noch steht…

Über der Mauer die dunkle Kuppel der Al Aksa-Moschee…

Die „Klagemauer“, „Kotel“, Westmauer des Tempelbergs… Sehnsuchtsort für Juden in aller Welt während der beinahe 2000 Jahre währenden Diaspora.

Treiben auf dem Vorplatz der Klagemauer…

Der Vorplatz der wieder aufgebauten „HURVA-Synagoge“, die im Laufe der Kriegshandlungen im ersten Krieg von Jordanien völlig zerstört worden war.

Der 15. Mai war für die Muslime der „Nakba-Tag“, Tag der Katastrophe. Aus Protest gegen Israel war an diesem Tag der Generalstreik ausgerufen, alle Geschäfte im muslimischen Teil der Altstadt waren geschlossen – zum Schaden der Ladenbesitzer….

 

Nach einer kleinen Mittagsrast macht sich die Gruppe bereit zum

 Marsch der Nationen – Marsch des Lebens

 

 

Teilnehmer „unserer Gruppe“ am Marsch der Nationen…

 

Dicht gedrängt in Jerusalems Straßen…

 

 

 

 

Bilder, die für sich sprechen….

Alle Bilder zum Marsch der Nationen von U. und M.Dierks

Die folgenden Bilder von Thomas K.

Die „Marschierer“ sammeln sich auf der Wiese im Sacher-Park

Wann geht es los?

Ein buntes Fahnenmeer beim Marsch zu Ehren der Opfer der Shoah…

 

 

(Alle Bildkommentare und   überleitende Texte Ulrike H.)

Den Tagesbericht schreibt Thomas K.

15.5.

Vaterhaus auf dem Ölberg

Wir sind nach dem Frühstück auf den Ölberg gefahren und haben zuerst das „Vaterhaus auf dem Ölberg“ besucht. Seit dem 1. Mai 2002 hat die Jerusalem-Gemeinde in Berlin das Vaterhaus langfristig angemietet. Das Vaterhaus ist ein Lobpreis-, Anbetungs und Gebetszentrum in dem 12 h am Tag gebetet wird. Im Haus stehen zwölf Betten für Gäste zur Verfügung, die sich in den Gebetsdienst einreihen wollen. In den Gebetszeiten soll insbesondere für die Heilung der tiefen Wunden Israels und des jüdischen Volkes, aber auch für geistliche Durchbrüche und Heilung der Nation eingetreten werden. Das Haus wird von Andreas und Adelheid geleitet. Es geht darum, wie in den Tagen von Nehemia, den geistlichen Tempel wieder aufzubauen. Da Jesus sein Blut vom Ölberg mit in den Himmel aufgenommen hat, ist an diesem Ort die Himmelsleiter.

 

Blick vom Ölberg

Nachdem wir einige Lobpreislieder gesungen und vom Balkon geblickt hatten, haben wir die Aussicht vom Ölberg auf Jerusalem genossen. Anschließend sind wir vom Ölberg runter ins Kidrontal abgestiegen. Dabei hatten wir Gelegenheit, einen Blick in den Garten Gethsemane  mit seinen alten Olivenbäumen zu werfen. Dann führte unser Weg vorbei an der Kirche der Nationen. Sie wurde 1924 mit Spenden aus verschiedenen Ländern errichtet. Am Hang des Ölbergs liegen verschiedene christliche, jüdische und muslimische Friedhöfe. Unten im Tal befinden sich typische Felsengräber aus dem ersten und zweiten Jahrhundert v. Chr. Dazu gehört Absaloms Grab, das wie ein umgekehrter Trichter aussieht. Das vermutete Grab von König Joschafat besitzt ein gemeißeltes Fries über dem Eingang, das Grabmal von Zacharias wird von einer Pyramide gekrönt.

 

Kidrontal und nördliche Davidstadt

Der Weg führt dann aus dem Kidrontal hinauf und man stößt oben auf das Gebiet südlich der Klagemauer, wo durch Ausgrabungen ein archäologischer Park entstanden ist. Die Ausgrabungen stammen aus der Zeit des 1. und 2.Tempels, sowie aus byzantinischer Zeit. Etwas südlich der Straße von Maale Ha Shalom ist der Einstieg in den Hiskija-Tunnel, ein unterirdischer Wasserkanal, der von der westlichen Stadtmauer bis zum Teich Siloah führt. Wir sind durch diesen Tunnel nach Norden gelaufen und dort wieder rausgekommen, wo sich ursprünglich der Robinsonbogen befand. Dort steht man dann auf der Herodesstraße aus der Zeit des 2. Tempels. In der Mauer sind hier noch die hervorstehenden Steine zu sehen, an denen der Robinsonbogen endete.

 

Klagemauer und „Marsch der Nationen“

Nach dieser Besichtigung sind wir durch das Mistor zur Klagemauer gelaufen und haben uns hier umgesehen. Dazu gehörte auch ein Blick in die Synagoge. Anschließend haben wir Mittagspause auf dem Hurva-Platz, wo die neue Hurva-Synagoge steht, gehalten. Dann ging es durch den Basar in der Altstadt, wo wegen eines Generalstreiks und alles geschlossen war, zum Jaffator. Von hier fuhren wir mit dem Bus zum Sacher Park. Nach einer Wartezeit mit Ansprachen und Gesängen startete von hier der „Marsch der Nationen“. Wir hatten Deutschland- und Israel-Flaggen dabei und reihten uns in das Meer von Fahnen ein. In heiterer Stimmung zogen wir durch die Straßen von Jerusalem und waren froh über die relativ wenigen Anwohner die uns zujubelten.

 

Rückblickende Betrachtung unserer Reise

Nach dem Abendessen im Hotel versammelte die Reisegruppe sichern trauter Runde, um ein Rückblick auf unsere Zeit in Israel zu halten. Zu Beginn hat unser Busfahrer Hassan uns Einblick in sein Leben gegeben. Er hat sechs Kinder: 4 Mädchen und 2 Jungs. Zwei Töchter sind in sozialen Berufen tätig, eine Tochter und ein Sohn befinden sich im Ingenieurstudium und zwei Kinder gehen noch zur Schule. Hassan hat die israelische Staatsbürgerschaft, spricht Hebräisch, Arabisch und etwas Englisch. Die jüngeren Kindern haben Zivildienst gemacht, wobei sie als Moslems vom Armeedienst befreit sind. Hassan ist Beduine und lebt in einem Dorf mit 3000 Einwohnern, die alle zum gleichen Beduinenstamm gehören. Dort gibt es 30 Ärzte und eine Moschee.  In den sechziger Jahren sind die Beduinen sesshaft geworden. Hassan ist loyal zum Staat Israel. Früher stand an der Spitze seines Stammes ein Dorfältester und heute gibt es einen demokratisch gewählten Stadtrat.

 

In der sich anschließenden Rückmelderunde wurde hervorgehoben, dass die Reise gut organisiert war, dass das Gemisch aus Begegnungen und Besichtigungen ausgewogen war und dass man zuhause jetzt ganz anders über Israel berichten kann. Dankbar waren viele dafür,  dass wir überall so freundlich begrüßt wurden und waren beeindruckt von unserem Besuch in Yad Vashem.

Bei unserem getakteten täglichen Programm war es nicht überraschend zu hören, dass viele gerne zwischendurch mehr Zeit zum Luft holen und zum zur Besinnung kommen gehabt hätten. Der Kontrast zwischen dem zu viel an Aktion aber eigentlich auch nichts von dem was wir erlebt haben missen zu möchten, blieb etwas ungelöst im Raume stehen.

Thomas

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ANHANG

Die Andacht im Vaterhaus hielt uns Klaus St.

Andacht, am Dienstag, 15. Mai 2018, 9.00 Uhr  auf dem  Ölberg

„Kommt und lasst uns ziehn hinauf zum Berge unsres HEERN, zum Hause Gottes lasst uns gehen. Und er wird uns seine Wahrheit lehrn, und wir werden seine Wege gehen und Weisung wird ausgehen von Zion und das Wort unseres HERRN von Jerusalem.“

Wir sind heute Morgen mit unserer großen Reisegruppe Gäste im Vaterhaus des Gebets. Hier gibt es feste Gebetszeiten, schon seit die Marienschwestern in diesem Haus lebten.

Gebet ist auch mit ein Herzensanliegen. Im Gebet erlebe ich eine enge Beziehung mit meinem Herrn. Es ist für mich ein Privileg, das tun zu dürfen. Dietrich Bonhoeffer: „Das Gebet am Morgen entscheidet über den Tag.“

Marin Luther: „Was das Gebet an Kraft, Fülle und Wirksamkeit an sich habe, können wir nicht genug herausstreichen. Denn so schlicht und einfach es klingt, so tief, so reich und weit ist es, und niemand kann es ergründen.“

Es ist mit eine große Freude im Gebetshaus auf dem Ölberg ein paar Gedanken über das Gebet weiter zu geben.

Vor meinem Abflug nach Israel wurde unsere Gruppe mit Gebet und Segen in der Kapelle des Hamburger Flughafens als Botschafter Gottes ausgesandt, die Liebe, die Freude und den Segen Gottes nach Israel zu bringen. Das ist für mich – und ich denke für uns alle – ein besonderer Auftrag zum 70jährigen Jubiläum Israels.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66, 20) Das ist der Spruch vom Sonntag „Rogate“, betet!  Mit Lobpreis kommen wir in Gottes Gegenwart und während wir Gott groß machen, kümmert er sich um unsere Feinde.

Römer 12, 14 : Segnet, die euch verfolgen; segnet sie. Das ist unser Auftrag. Und das tun wir von diesem Ort des Gebets. Wir segnen die Feinde Israels im Namen Jesu. Nur Liebe verändert ihre Herzen. Wie gut für uns, geliebt zu sein. Sagt das auch euren Partnern, Kindern.

Johannes 3, 16 :  So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.

Sprüche 15, 29 : Das Gebet der Gerechten erhört er.

Römer 12, 12 : Betet ohne Unterlass.

Jesaja 30, 45 : Durch stille sein und Vertrauen werdet ihr stark sein.

Mit meinem Großvater habe ich eine besondere Gebetshaltung praktiziert. Wir beide beteten knieend. Das hat mich sehr geprägt.

Wir werden gleich – wie Jesus mit seinen Jüngern – unterwegs sein vom Ölberg durchs Kidrontal hinauf nach Jerusalem vorbei an Gethsemane.

Klaus St.

 

 

Das „alte Israel“ wird heute in den Blick genommen…

Von unserem Hotel …..

… führt uns unser Weg durch das Hügelland um Jerusalem

 in das biblische  „Samaria“.

Beit El  ist der Platz an dem Jakob  den Traum von der Himmelsleiter hatte,

SHILO der Ort in dem fast 400 Jahre lang die Bundeslade stand…

 

Während sich die Gruppe unter Eytans kundiger Führung aufmacht, den (vermuteten) Platz des Traumes Jakobs zu erwandern, besuchen Ulrike und Michael Dierks  Helen Bohrer, die Witwe des erst vor wenigen Wochen verstorbenen Rabbi Dr. Yehuda Bohrer, um ihr ihr Beileid auszudrücken. Eigentlich hatte Rabbi Bohrer unsere Gruppe in Beit El begleiten wollen.

Beit El

 

 

 

Taufstelle in Beit El

Auf dem Gelände finden sich nach Auskunft der Informationstafel verschiedene Begräbnisstellen, Höhlen oder Grotten, wie sie zur damaligen Zeit üblich waren.

 

Eytan informiert über Beit El.

Bodenmosaik auf dem  Aussichtsturm in Bet El  – Landkarte Israels – links erkennt man das Mittelmeer, in der Mitte Jordan, Jordanebene und Totes Meer.

Auf dem Ausgrabungsgelände von Shiloh

 

Informationstafel zu Shiloh mit dem Hinweis auf Hannah, die an dem Heiligtum um einen Sohn gebetet hat –  ihr Gebet wurde erhört, sie bekam einen Sohn, Shmuel = Samuel, den späteren Propheten, der nach  Gottes Gebot das Königtum in Israel mit der Salbung von Saul und David etablierte.

Modell der Stifthütte, wie sie nahezu 400 Jahre lang in Shiloh stand.

Ausgrabungen

Mit diesem  Bild, das vermutlich den I.Tempel in Jerusalem zeigen soll,   kann aber auch nachempfunden werden, wie die damalige Situation an der Stiftshütte gewesen sein muss , wie sie sich nämlich ergab, wenn sich die Stämme Israels bei ihrer jährlichen Pilgerreise rings um das Heiligtum lagerten.

Der örtliche Leiter gibt uns Informationen zum biblischen Shilo und den Grabungen.

Rast an einem Armeestützpunkt – in der „Pinte“ der Soldaten …

Hier verfolgen wir über TV die Übergriffe der Araber an der Grenze des Gazastreifens.

Wimpel unter der Decke der „Pinte“

In der Siedlung Itamar

Teppichkunst und Forschungsarbeit     –    was sagt die Bibel über den Vorhang des Tempels und das Gewand des Hohen Priesters aus und wie könnten diese (heute) hergestellt werden….

So kann man sich die damalige Werkstatt vorstellen…

Und so sieht es heute in der Werkstatt der Weberin Orna Hirschberg aus.

Bildausschnitt aus einem Film…

Flachs, bereit gesponnen zu werden.

Vision und Traum der Arbeiter für den „Dritten Tempel“, so könnte vielleicht einmal ein Straßenschild aussehen  „Bet HaMikdash“  = Tempel..

Orna Hirschberg  im Gespräch mit Eytan

Nach der biblischen Anweisung gewebt: Es müssen immer alle drei Farben im „Schussfaden“ sein. (Schuss = der Faden, der in die Kettfäden eingewebt wird.

Andacht unter freiem Himmel … Andreas hat sie für uns erarbeitet.

 

Ziegenfarm und Töpferei

In der Töpferei Batya Erdsteins … in der uns auch ein schmackhaftes Essen erwartet.

Batya Erdstein

Alle Gefäße, Schalen, Teller und Kerzenständer von Batya auf der Töpferscheibe gedreht.

Die Töpferei .

Die Sonne geht unter  …

Wir fahren zurück in unser Hotel.

.Und ich denke mit tiefer Trauer zurück an den fürchterlichen Anschlag auf eine Familie in Itamar : Das Massaker von Itamar im Jahr 2011. )

Soweit die bisherige Berichterstattung

(Alle Bildkommentare und   überleitende Texte Ulrike H.)

 

Den Tagesbericht für den 14. Mai 2018 hat Ingrid  geschrieben:

 

Montag, 14. Mai 2018

 

Beim Frühstück kommt an unserem Tisch die Frage auf, was der schräge Balken am  rechten Pfosten unserer Hotelzimmertür bedeutet?  Es ist eine „Mesusa“, was übersetzt Türpfosten heißt und als Beschützer der Türen Israels gilt. Sie erinnert an die Zeit, als Gott die Israelis aufforderte, das Blut von Schafen an die Türen ihrer Häuser zu sprengen, damit Gott ihre Familien schützen konnte.

Heute wird die amerikanische Botschaft eingeweiht, Eitan berichtet im Bus auf der Fahrt nach Beit El, dass es an den Grenzen Gazas zu Störungen und Demonstrationen kam und Michael liest die Losung vor aus Matth. 5,44-46, „dass wir für die bitten sollen, die uns verfolgen“! Dann spielt Eitan die CD vom „Lied der Sehnsucht“ Israels und erzählt vom Rabbi Aktiva der etwa 50 n. Chr. als armer Schäfer Rachel heiratete. Sie verlangte von ihm, dass er lesen und schreiben lerne und die Thora studiere. Das tat er 12 Jahre lang; nach weiteren 12 Jahren gründete er seine eigene Thora Schule und gilt damit heute als einer der bedeutendsten Väter des Rabbinischen Judentums.

Nun übernimmt Peter das Mikrophon und erzählt uns seine bewegende Lebensgeschichte mit jüdischen Vorfahren, über der jahrzehntelang die Decke des Schweigens lag.

Wir sind auf dem Weg nach Beit El zu Helen Bohrer, deren Mann Rabbi Bohrer Anfang des Jahres verstarb. Er führte uns auf einer früheren Reise zu dem Ort, wo Jakob den Traum von der Himmelsleiter hatte. Nun laufen wir ohne ihn dorthin. Wir sehen eine 1000 Jahre alte Steineiche, in die man symbolisch eine himmelwärts gerichtete Leiter stellte, alte Mikwen, die  religiösen Waschungen dienten, Höhlen zur Traubenverarbeitung, alte Gräber. Die Sonne brennt heiß. Ich bin beeindruckt von der Vielzahl an Pflanzen, die es trotz Trockenheit schaffen, klein aber leuchtend bunt zu blühen. Beim Infozentrum steigen wir auf die Plattform und haben einen weiten Blick bis Tel Aviv, Ramala, das Mittelmeer und auf die Berge. Man erzählt, dass Sattelitenaufnahmen im Schattenwurf den Schriftzug des Gottesnamen „Jahwe“ in den Schluchten der Landschaft erkennen lassen- wie einen Stempel Gottes!

Unsere Mittagspause halten wir in einer Straßenkneipe neben einem Militärposten ab. Ein großer Fernseher überträgt life die Unruhen an der Gazagrenze. Die anwesenden Soldaten schienen davon wenig beeindruckt zu sein.

Anschließend fahren wir ins antike Shilo, wo früher die Stiftshütte fast 400 Jahre lang stand.

Zur Einführung sehen wir im neuen Dokumentationszentrum einen Film über die Geschichte des jüdischen Volkes zur Zeit Josuas, als er das Land den 12 Stämmen Jakobs zuteilte. Hier erhörte Gott Hannas Gebet und ihr Sohn Samuel wurde geboren. Überall wird ausgegraben, werden alte biblische Orte freigelegt. Wir sehen uns ein Modell der Stiftshütte an.

In Itamar treffen wir Orna Hirschberg, eine Weberin, die an den Vorhängen für den 3. Tempels forscht. Ihr Haus liegt hoch in den Bergen der C-Zone. Ihr Mann und sie leben seit 1990 hier als Pioniere, die alles selbst machten, sogar selber Wasser und Strom verlegten. Hier findet sie die Ruhe für ihre Kreativität. Sie studiert die Schrift und spinnt und färbt die Wolle ihrer Schafe auf natürliche Weise blau, bordeaux rot und orange, genau nach dem Vorbild der Bibel. Ihr größter Vorhang misst 5 m Breite und hängt in den USA im Museum.

 

Während unserer anschließenden Andacht, die Andreas in der Nähe eines Armeepostens hält, hören wir Schüsse!

 

Weiter geht es zur Töpferin Batya. Ihr Mann Baruch und ihre sechs Kinder siedelten sich hier vor vier Jahren aus den USA kommend an. Sie lieben diesen Platz. Batya eröffnete ihre Werkstatt.

Um sie herum leben Araber, deshalb kommen nur wenige Israelis zu ihr, sie haben Angst. Batya sagt, ihr Glaube sei ihr Schutz vor Gefahr. Sie sendet ihre Ware in die USA. Ihr Motto ist, besser in einem Leben zu sterben, das man führen will, als nicht zu leben. Sie wünscht uns, dass wir unseren Lebenssinn  finden! Sie bewirtet uns mit einem wunderbaren, reichhaltigen Abendbrot, das wir in ihrer Töpferstube einnehmen. Im Schein der glutrot untergehenden Abendsonne fahren wir zum Hotel zurück.

 


Anhang – Andacht

Lukas 22, 19 & 20

Der Text beschreibt das Abendmahl. Adäquate Ausdrücke dafür sind: Liebesmahl, Agapemahl, Herrenmahl,
Heilige Kommunion oder in der Ostkirche Heilige göttliche Liturgie.
Gott möchte mir im Abendmahl begegnen.

Woher stammt dieser Satz: „Dieser Becher ist ein neuer Bund mit meinem Blut, zu dem ich dich einlade“?
Er stammt aus der der jüdischen Hochzeitsliturgie zur Zeit Jesu.
Wenn also Jesus mit seinen Jüngern Abendmahl gefeiert hat, dürften diese zuerst an Hochzeit gedacht haben.
Denn Jesus benutzte fast die selben Worte: Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und sprach: „DAS IST MEIN LEIB,DER FÜR EUCH GEGEBEN WIRD; DAS TUT ZU MEINEM GEDÄCHTNIS. DESGLEICHEN NAHM ER AUCH DEN KELCH NACH DEM MAHL UND SPRACH: DIESER KELCH IST DER NEUE BUND IN MEINEM BLUT, DAS FÜR EUCH VERGOSSEN WIRD.                               ( (Lk 22, 19 & 20 )
Die Anknüpfung durch das ‚Blutvergießen‘ erinnert an das Passahfest, also den Auszug aus Ägypten, das war allen Jüngern gegenwärtig = Blut des Lammes – Türpfosten = Rettung …

Wenn Jesus hier diese Worte benutzt, ist allen klar, daß er „dieses Blut rettet euch“ auf sich bezieht.

Was kommen den Jüngern für Gedanken, als Jesus in Vers 20 sagt: „dieser Kelch ist der neue Bund, der für euch vergossen wird“?
Ups, hatte sich Jesus hier im Casus vertan, also eine Feier mit einer anderen Feier vertauscht? Eben noch Passah, jetzt Hochzeit?!

– Bund mit meinem Blut, zu dem ich dich einlade – sagt der Bräutigam
– Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird – sagt Jesus

Die Nähe beider Feiern ist nicht zufällig: denn das Abendmahl ist eigentlich eine Einladung zu einem Eheversprechen.
Letztlich sagt Jesus zu den Zwölfen „Wollt ihr mich ‚heiraten‘ ?“ Das klingt skuril!

Wie fühlte ‚man‘ sich wohl bei einer solchen Frage?

Im NT wird die weltweite Kirche oft als ‚Braut‘ bezeichnet. Somit sind wir die Brau, Jesus ist der ‚Bräutigam‘. Daher ist klar, daß Jesus mich persönlichst im Abendmahl fragt: Willst du mich ‚heiraten‘, so wie ich dich auch will.
Auf diese Frage gibt es nur ein JA oder ein NEIN.

Die jüdische Hochzeit als Sinnbild für das Abendmahl.

2. Kor. 11,2: „Ich habe euch einen einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Jesus zu führen“.
Hier auch das Bild: wir = Gemeinde werden verheiratet mit Jesus.

Eph. 5,31: Mann verläßt Vater und Mutter, er bindet sich an seine Frau / ein Fleisch sein. „Dieses ist ein tiefes Geheimnis. Ich beziehe
das auf Christus und die Kirche / Gemeinde“, so Paulus.

Der jüdische Hochzeitsritus bestand aus 2 Teilen, der Verlobung und der eigentlichen Hochzeit.
Die Verlobung war fester Bestandteil des gesamten Ritus‘. Bei uns heute ist die Verlobung heute fakultativ, d.h.: mal schauen, ob sich alles so bestätigt, ob man zusammenpaßt. Damals wurde der Ring angezogen, der Ehevertrag gelesen, und die Verlobung fand öffentlich statt – sie war verbindlich.
Bei der Verlobung tranken die Brautleute aus einem Kelch. Der Bräutigam reicht ihn seiner Braut mit den Worten „Dieser Becher ist ein neuer Bund mit meinem Blut, zu dem ich dich einlade. Willst du auch?“
Danach / irgendwann fand die Hochzeit statt; dabei nehmen sie wieder den Kelch. Beide Momente des Weintrinkens haben im NT eine Entsprechung. Auch der von Jesus gereichte Kelch: „mein Bund, mein Blut, trinkt daraus, ich lade euch ein“ kann so verstanden weden, als ob Jesus den 1. Teil der Hochzeit – die Verlobung – in Gang setzt. Es geht los – sage JA. Und wenn ich wiederkomme und dich zu mir hole in mein Reich, dann trinken wir aufs Neue davon. Dann gehören wir endgültig zusammen – in meinem Reich.

Wann damals die eigentliche Hochzeit stattfand, war nicht die Sache der Brautleute, sondern lag beim Bräutigamsvater. Denn erst als er fertig
war mit seinen Vorbereitungen – er war der Ausrichtende des Festes – ging es los. Dann sagte er: ‚Sohnemann, hole deine Frau zu dir und feiere
Hochzeit. – Das dürfte eine Entsprechung haben zu der Aussage Jesu zu seinen Jüngern ( Mk 13 ): Jenen Tag, an dem ich wiederkomme, um
euch zu holen, den kennt nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater im Himmel.
Jesus spiegelt auch hier die Hochzeit wieder.

Jesus möchte mit mir Hochzeit feiern, einen Bund mit mir schließen.
Wenn ich also Brot & ein nehme, dann sagt Jesus zu mir: Ich gebe alles für dich hin, mein Leben. Ich liebe dich. Willst du ein Fleisch mit mir sein?
Dann sage JA!

Männer tun sich schwer damit: ich – Mann – bin Braut, Jesus als Mann der Bräutigam……. Hm.

Die ersten Kirchenväter haten vom Heiligen Geist eine weibliche Vorstellung, denn Ruach ( hebr. ) ist feminin, übersetzt ‚die‚ Geist, die Trösterin.
Im Schöpfungsbericht heißt es: der Geist lag über den wassern ( = ‚die‘ Ruach ).
Dieser Hinweis ist keineswegs feministisch motiviert oder zu deuten, sondern sprachl. Faktum!

An einer andere Stelle sagt Jesus zu Nikodemus: Man muß aus Wasser und Geist geboren werden, die Ruach als Gebärende brachte das neue Leben in die Welt.
Wenn du / ich Christ wirst / werde, dann hat dich der Geist / ‚die‘ Ruach geboren.

Gott selbst läßt sich nicht auf Geschlechtlichkeit festlegen, hat aber Züge eines Vater und einer Mutter. Er offenbart sich als Wind – ist aber kein Wind / als Vater – ist aber kein Mann. Deshalb sagt Gott zu Mann & Frau: Ihr beide seid mein Ebenbild – ihr zusammen, zwei e i n Ebenbild zur Dreieinigkeit Gottes ‚Vater, Sohn und ‚die‘ Geist.

Diese Gedanken entstammen einer Predigt von Tim Jodat, Pastor der FEG Eutin

Als logische Konsequenz der Absicht Gottes, mit uns eine Liebesbeziehung leben zu wollen, komme ich als Gegenüber nicht umhin, auch immer wieder
zu prüfen: wo ist die Beziehung zu Gott belastet, was trennt mich von ihm? Auch meine Israel-Liebe kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß Gott das Subjekt in der
Beziehung ist. Israel ist das dazugehörige Objekt, wenn man das so sagen darf.
Wenn die Beziehung zu d e m Gegenüber gestört ist, ist auch alles andere gestört bzw. verselbstständigt sich.
Ohne Sündenerkenntnis, ohne Gang zum Kreuz und Sündenbekenntnis, ohne zugesprochenen Vergebung verlieren wir ‚den Draht‘ zu Gott.

Andreas B.

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NACHTRAG

Heute, am 21. Mai lese ich (Ulrike H.)  bei facebook diese Information.

Die IDF hat einen (provisorischen) Zaun zwischen Beit-El und Jilazoun in Samaria aufgestellt; Grund sind gehäufte Anschläge gegen Juden; der Zaun soll eine Pufferzone schaffen.Quelle

 

 

 

Gedenken in Jerusalem

Besuch der  Gedenkstätte YAD VASHEM

und Teilnahme an dem Flaggenmarsch zur Westmauer  in Erinnerung an die Wiedervereinigung Jerusalems 1967.

 

Man kann  das heutige Israel – den modernen, weltoffenen und demokratischen Staat ISRAEL –  nicht „denken“, OHNE  der SHOAH zu gedenken.

SHOAH – dieses unfassbare, unbegreiflich erscheinende Verbrechen, das Deutsche unter Hitlers Regierung am Jüdischen Volk verübt haben. SECHSMILLIONEN Menschen wurden auf  grausamste und furchtbarste Weise umgebracht  WEIL SIE JUDEN WAREN, aus keinem einzigen anderen Grund.

Die Masslosigkeit dieses Schreckens, die Ungeheuerlichkeit des Ermordens so vieler Menschen –  vom kleinsten und jüngsten Baby bis zum Greis, zum alten Mütterchen –   kann man nicht in Worte fassen, weil Worte einfach nicht ausreichen, um den Wahnsinn zu beschreiben. Und dennoch muss dieses Unfassbare   mitgeteilt werden, so mitgeteilt werden, dass nicht der Schatten eines Zweifels an der Ungeheuerlichkeit der deutschen Todesmaschine bestehen kann – gibt es sie doch bis heute, die Menschen, die den Holocaust leugnen, relativieren, klein reden, von jüdischer Mitschuld wispern, sich selbst frei sprechen von jedem Bezug zur deutschen und jüdischen Vergangenheit in ihrer strengen Zweiteilung in Täter und Opfer,  und erst recht loslösen wollen von der Verantwortung, die uns Nachgeborenen zukommt aus der Geschichte der SHOAH für die Gegenwart und die Zukunft.

Wie aber stellt man das Unvorstellbare dar?

Wie verarbeitet ein ganzes Land das Trauma der Vernichtung, noch dazu in einer Zeit, da dieVernichtungsandrohung gegen den jungen Staat Israel ja keineswegs aufgehoben ist und der tägliche Kampf,  den die  feindlich gesonnenen Nachbarn der israelischen Gesellschaft abverlangen, unglaublich viele Kräfte bindet? Er hat doch nie aufgehört, dieser Wahn, Juden  vernichten zu wollen,  weil sie Juden sind!  Das ist das, was die Hamas in ihrer Charta unverhohlen ankündigt, das ist es, was in Teheran in der Regierung laut geäußert wird, das ist sogar das, was selbst auf Deutschlands Straßen nahezu ungestraft wieder skandiert wird, OHNE dass die Strafverfolger Anklage erheben.

Die israelische Gesellschaft stand so kurz nach dem Krieg jahrelang unter dem furchtbaren Schock des Holocausts, kaum fähig, das Unsagbare anzurühren … Shtika – Schweigen … viele der noch wenigen Überlebenden der Shoah schweigen bis heute, sie sind so schwer traumatisiert, dass sie nicht in der Lage sind, über das Erlebte zu reden, nicht einmal in den eigenen Familien. Andere schweigen, um ihre Familie zu schützen.

Aber die Ungeheuerlichkeit des Mordes  ließ und läßt sich nicht verschweigen.

ISRAEL  „redet“, redet mit Worten, mit Bildern, mit Dingen, mit Filmen, mit Symbolen, zusammengetragen und dargebracht  in der großen zentralen Gedenkstätte in Jerusalem:

YAD VASHEM

 

Quelle: „Museum zur Geschichte des Holocaust“   Unter diesem Link finden sich sehr gute Informationen zu Yad Vashem, bitte die verschiedenen Abteilungen anklicken.

Durch den „Hain der Gerechten unter den Völkern“ führt uns Dan Goren in die Gedenkstätte.

 

 

Dan Goren erzählt aus seiner eigenen persönlichen Betroffenheit – einfühlsam, authentisch und aufrüttelnd gleichermaßen.

 

 

 

6 ooo ooo   –  6 Millionen Juden wurden von Deutschen beraubt, erniedrigt, gequält, ermordet,

der völligen Vernichtung anheim gegeben …. Shoah …. Auslöschung….

Das obige Bild ist  im Außengelände entstanden. Zu diesem Gelände gehört auch das sogenannte „Tal der zerstörten Gemeinden“ zu dem wir gehen, nachdem wir die Halle der Ausstellung verlassen haben…

Aus dem beklemmenden  Dunkel der Dokumentationsstätte kommend weitet sich der Blick und man schaut auf das Land der Zuflucht für Juden aus aller Welt:  Israel.

Das Tal der zerstörten Gemeinden…

Hier, inmitten der großen, von mächtigen Steinblöcken umgebenen Gedenktafeln für die zerstörten Gemeinden, halten wir unsere Andacht...

Friedrich Q. hat sie für uns erarbeitet. Siehe die Niederschrift im Anhang.

 

Und dann, größer könnte der Kontrast kaum sein, nehmen wir teil an dem Freudenfest, das in Erinnerung der Befreiung Jerusalems und der Wiedervereinigung der Stadt im „6-Tage-Krieg“ 1967 gefeiert wird:

Yom Yerushalayim“ mit dem Flaggenmarsch zur Westmauer.

Junge Leute tanzen und singen in den Straßen… fröhlich und ausgelassen…

Und wir feiern mit….

Überall in der Stadt hängen Fahnen und wehen Wimpel und große Plakate machen auf die Besonderheit dieses „Yom Yerushalayim“ aufmerksam: An diesem Tag hat der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump,  einen Erlass umgesetzt, der schon vor 19 Jahren beschlossen wurde, nämlich den, die Botschaft der USA von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

Unterwegs zum Marsch…

Blick auf die Altstadt von Montefiores Mühle aus …

 

Und während Jerusalem weiter feiert, lassen wir uns am Abend in  Vorträgen von Amit Barack und Amotz Eyal darüber informieren, wie Propaganda funktioniert und die Stellung  christlicher  Israelis  ist.

Amotz Eyal referiert über (be)trügerische Pressefotos und ihre verheerende, anti-israelische Propaganda, Eytan übersetzt.

Zum Nachhören gibt es diesen Link

Amit Barak schlägt den Bogen zu „Brotherly Covenant„, dessen Wirken wir schon am im Norden Israels kennen gelernt haben.

(Alle Bildkommentare und   überleitende Texte Ulrike H.)

 

Jürgen  fasst den Tag so zusammen:

Tag 7 (13.5.): Israel lebt: Nach dem Grauen der Shoa Tanz auf den Straßen Jerusalems

Besuch in der Gedenkstätte Yad VaShem

„Ich will ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal (Yad) und einen ewigen Namen (Shem) geben, der nicht vergehen soll“.(Jes. 56,5).

Dan Goren, 93 Jahre alt, und als Jude 1939 aus Deutschland nach Israel geflohen, führt uns durch die Gedenkstätte und erklärt uns mit zeitweise sehr bewegter Stimme, dass es den Nazis schon früh um die Auslöschung der geistigen und kulturellen Wurzeln des jüdischen Volkes ging, lange bevor Deportation und Todeslager an der Tagesordnung waren. Das Ziel war die „Vernichtung der Identität“.

Der Holocaust stellt einen Wendepunkt der  jüdischen Geschichte und ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Menschheit dar. Der Völkermord an den Juden während des Dritten Reiches zerstörte die Zentren der jüdischen Kultur und Kreativität in Europa. Er hat den Glauben an die Grundwerte von Kultur und Gesellschaft erschüttert und soll uns und den kommenden Generationen eine dauernde Warnung sein. Dazu dient die Gedenkstätte.

Der Besuch beginnt mit der Allee der „Gerechten unter den Völkern“ (Außenbereich). Zu Ehren von Nichtjuden, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um Juden zu retten, wurden Bäume angepflanzt (z.B. für Oskar Schindler, Schindlers Liste). Ihre Namen und die Herkunftsländer sind auf Tafeln neben den Bäumen angegeben.

Der Eintritt in das zentrale Gebäude Yad va Shem, das Museum zur Geschichte des Holocausts, ist schon räumlich und optisch bedrückend. Nackte, schräge Betonwände, sehr hoch, die sich weit nach oben zeltartig verjüngen, lassen am Ende nur wenig Licht durch und vermitteln eine Atmosphäre des Eingeschlossen-Seins. Am Beginn des Rundganges erhalten wir einen (filmischen) Einblick in die vergangene jüdische Welt mit Alltagsleben und Feierlichkeiten, deren Existenz durch die Nazis ein jähes Ende fand. Neun angelegte Galerien stellen die Geschichte des Holocaust mit Hilfe von Exponaten, Dokumenten, Fotografien, Augenzeugenberichten und Multimedia-Installationen dar. Es ist erschreckend, mit welch systematischer, planmäßiger und akribischer Perfidie die Vernichtung umgesetzt wurde. Die Inkarnation des Bösen wird in vielen einzelnen Themenbereichen über und über deutlich. Nicht nur Dani Goren stehen Tränen in den Augen.

Überdeutlich wird dies in der   Kindergedenkstätte, die als unterirdischer Bau angelegt ist. Sie ist dem Andenken der eineinhalb Millionen Kindern gewidmet, deren Leben ausgelöscht wurde. Wir gehen in absoluter Dunkelheit, nur durch einen Handlauf den Weg findend, durch den kuppelartigen Bau, in dem stellvertretend für die Opfer sechs Kerzen angezündet sind. Das Licht dieser 6 Kerzen wird durch tausendfache Spiegelung so in den Raum und in den Himmel der Kuppel vervielfältigt, dass die Zahl der 1 ½ Millionen toter Kinder und ihr ausgelöschtes Leben unmittelbar erfahrbar werden. Die Namen der Kinder, ihr Alter und ihre Geburtsorte werden im Hintergrund vom Tonband verlesen.- Bei aller Bedrückung und Trauer eine bauliche Meisterleistung durch den Architekten Moshe Safdie.

Der Weg führt weiter in die   Gedenkhalle, die manchem von den Fernsehbildern bekannt ist, wenn Kränze für die Opfer des Holocaust niedergelegt werden (so kürzlich durch Außenminister Heiko Maass). In diesem Bau mit Wänden aus Basaltsteinen sind in den Boden die Namen der 22 größten Konzentrationslager eingraviert (u.a. in Norddeutschland Bergen-Belsen). Sie stehen exemplarisch für Hunderte von Vernichtungsorten, Erschießungsplätzen, Massengräber und Lagern aller Art (z.B. in Kiel: „Arbeitserziehungslager Nordmark“), die in Europa betrieben wurden. Die Ewige Flamme im Mittelpunkt der Halle brennt in einem zerbrochenen Bronzekelch. Davor befindet sich eine Steinplatte, unter der nach Israel überführte Asche aus den Todeslagern begraben ist.

Im „Tal der Gemeinden“ halten wir eine Andacht. 107 Steinwände (Höhe ca. 10 m, auf einer Fläche von ca. 1 Hektar verteilt!) wurden aus dem Grundgestein herausgehauen, auf denen die Namen von über 5000 jüdischen Gemeinden eingraviert sind, die während des Holocaust ganz oder teilweise vernichtet wurden. In diesen Städten sind die Synagogen in der Reichspogromnacht („Reichskristallnacht“) am 9.November 1938 in Brand gesteckt und vernichtet worden. Viele von uns finden die Namen ihrer Geburtsorte oder Heimatstädte und so wird deutlich, wie flächendeckend die Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland (und Europa) geschah.

Flaggenmarsch zur Wiedervereinigung Jerusalems (1967)

Welch ein Gegensatz: Heute Morgen Vernichtung und Trauer, heute Nachmittag tosendes Leben in Fröhlichkeit und Tanz auf den Straßen von Jom Yerushalaim und wir mittendrin!!  Das beeindruckt am meisten: Israelis sind jung, zugewandt und fröhlich, selbstbewusst und stolz auf ihren Staat und die wiedervereinigte Hauptstadt. Morgen (14. Mai) wird durch die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt, Paraguay, Guatemala und Tschechien wollen folgen. Und Deutschland? Wir geben mit Fahnenschwenken der Israelischen, Deutschen und Dänischen Flagge zu erkennen, dass wir Freunde Israels sind. Viele kurze Gespräche und Gesten mit Teilnehmern des Marsches und dem Publikum am Rande der Route machen deutlich, dass wir damit willkommen sind.

Vorträge von Amotz Eyal (Presse) und Amit Barak (Integrationswerk)

Amotz Eyal hat vor 7 Jahren die die einzige israelische Presseagentur gegründet, um gegen die verfälschte und israelfeindliche Pressearbeit der großen weltweiten Agenturen wie ap (american press) und Reuters (britisch) ein Gegengewicht zu bilden. Diese die Weltmeinung stark beeinflussenden Agenturen „kontrollieren“ 85% der Medien und berichten durchgängig zum Nachteil Israels. Immer wieder wird Israel die Rolle des alleinigen Aggressors bei Konflikten mit Palästinensern zugewiesen. Er ruft dazu auf, die Details der Berichterstattung genau zu prüfen. Einige Beispiele: ap 2016: „Drei Palästinenser am Damaskus-Tor erschossen“. Diese hatten eine israelische Polizistin zuvor getötet und wurden daraufhin erschossen. Dieser Umstand wurde in der Meldung nicht erwähnt.

Er gibt Auskunft über die z.Zt. stattfindenden „gewaltlosen“ Demonstrationen am Gaza-Zaun. Zuerst kommen auf Palästinensergebiet die Medienvertreter, kein Demonstrant zu sehen. Es werden Kinder geschickt, die die israelischen Soldaten beschimpfen und verfluchen. Die Mutter folgt mit Kamera, um bei Reaktionen der Israelis deren “Aggression“ zu dokumentieren.

Amit Barak Jude und Christ, hat ein Integrations- und Versöhnungswerk mit Namen „Christians in Israel“ aufgebaut. Ähnlich wie die Arbeit von Carmelin (siehe Tag 3) hat er eine Studentengemeinschaft gegründet, die mit christlichen Minderheiten mit dem Ziel arbeitet, diese in Staat und Gesellschaft zu integrieren. Es gibt in Israel 170 Tsd. Christen, die nur 2% der Bevölkerung ausmachen. Von ihnen sind 80% arabisch sprechend und sie werden deshalb überwiegend als Teil des arabischen Sektors angesehen. Ihre spezielle Förderung ist die Aufgabe des Werkes von Amit Barak.  (Jürgen H.)

 

 

 

 

 

 

 

 

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ANHANG – ANDACHT

 

Andacht nach dem Besuch des Holocaust- Museums Yad Waschem 13.5.2018
GEDANKEN ZU JER. 31, 31- 33 ALTER UND NEUER BUND

Lied: Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt..
Psalm 83
Lesung: Jer. 31, 31- 33 ; Gedanken zu Jer. 31 ; Schuldbekenntnis
Fürbitten ; Lied: Wo ich gehe, du .. Segen

Jeder Besuch der Gedenkstätte Yad Waschem macht uns ratlos , und wir fragen immer wieder: Wie war diese furchtbare Katastrophe mitten im chr. Abendland möglich? Sie sucht in der Weltgeschichte ihresgleichen. Und ohne Zweifel ist nicht nur unser deutsches Volk in diese Schuld am Holocaust verstrickt, sondern auch die chr. Kirchen haben ihren entscheidenden Anteil daran durch ihre lange Vorgeschichte der Judenfeindschaft seit 700 Jahren. Auch wir gehörten zu den Feinden, die Israel vernichten wollten, wovon der Psalm 83 spricht!
Seit meinem ersten Besuch in den 70ger Jahren hat sich durch eine neue Konzeption hier viel verändert: Einmal ist der Rückblick auf das Leben der Juden in den Ghettos Osteuropas dazu gekommen, aber auch die Dokumentation des christlichen Judenhasses! Am meisten beeindruckt
hat mich in den letzten Räumen die Dokumentation über den jüdischen Widerstand und über die Retter von Juden in verschiedenen Ländern. Und natürlich die „Hall of names“, aber dann auch der Ausblick auf die judäische Berglandschaft nach Jerusalem hin! I s r a e l l e b t :„Am Israel chaj!“
Hier bekommt das scheinbar hoffnungslose Geschehen des Holocaust doch einen Hoffnungsblick:
Israel hat nach der Katastrophe in Europa eine Wiedergeburt im Land der Väter gefunden. Und es ist zum Zufluchtsort geworden für Millionen zertreuter Juden aus vielen Ländern der Erde . Das erinnert an die Vision des Propheten Hesekiel im 37. Kapitel ( ich lese einige Verse daraus )..

Die Wiederbelebung der Totengebeine ist die Vorstufe der Erneuerung des Volkes Israel durch den Geist Gottes. Von dieser Erneuerung spricht Hesekiel in Kap. 36, 8-10 u.23 – 28 : Wenn die Berge Israels in Judäa und Samaria neu besiedelt sind und Israel in sicheren Städten wohnt, wird der Geist
Gottes sein Volk reinigen von Schuld und bewirken, dass die Menschen nach Gottes Geboten leben. Es geschieht eigentlich genau das, wovon Jeremia in seiner Rede vom neuen Bund spricht: Wir haben die Verse 31, 31- 33 gehört. Ich lese zusätzlich die Verse 34 -37 u. 40b.
Interessant ist, dass dieser neue Bund mit g a n z Israel , dem 12- Stämme- Volk geschlossen wird. Und dass er – wie bei Hesekiel – nach der Sammlung Israel aus den Völkern in Kraft tritt , vgl. v.33: „Das soll der Bund sein, den ich mit dem Haus Israel schließen will n a c h d i e s e r Z e i t“.

Von dieser Zeit der Sammlung spricht Jer. 31, 7-10 u.16-17 .
WAS BEDEUTET DAS FÜR DEN NEUEN BUND ?
Eins ist deutlich: Die Erfüllung liegt noch vor uns, was Israel betrifft, vgl. Röm. 11, 25-27. Aber warum hat Jesus dann den neuen Bund beim Passamahl mit den Jüngern in Kraft gesetzt? Er hat die Erfüllung der Grundlage des neuen Bundes, die Vergebung der Sünden, vorweggenommen; „denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken“(v.34). Auf dieser Grundlage haben wir als Christen Anteil an dem neuen Bund Gottes
mit Israel. Auch der andere Teil des Bundes, das Schreiben der Gebote in die Herzen der Menschen, wurde am Pfingsfest erfüllt. Weil „die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen wurde durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“, wie Paulus schreibt (Röm.5,5), können wir die Hauptgebote der Thora erfüllen, auf denen die Tora beruht, nämlich die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten (vgl. Röm. 14, 8-10).

Für Israel wird die Erfüllung der Verheißung des neuen Bundes dann geschehen, wenn Israel Jesus als seinen Messias erkennt: „Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebetes. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt
haben. Und sie werden um ihn klagen wie man klagt um den Erstgeborenen“ (Sach.12, 10). Und später heißt es:“Zu der Zeit werden das Haus David und die Bürger Jerusalems einen offenen Quell haben gegen Sünde und Befleckung“ (13,1)..Und sie werden meinen Namen anrufen und ich will sie erhören. Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott!“ (13,9).
Dann wird Israel zum Segen werden für die Völker, wie es der Prophet in Sach. 14 ankündigt.

 

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Anhang – Information zum Marsch der Nationen

Independence Day Deklaration
ERKLÄRUNG ZUM 70. INTERNATIONALEN JAHRESTAG DER STAATSGRÜNDUNG ISRAELS
am 14./15.Mai 2018
Der Marsch der Nationen steht unter dem Motto: „Von der Shoa zu neuem Leben“! Bereits drei Jahre nach dem Ende des Holocaust machte Gott seine uralten biblischen Verheißungen wahr. 70 Jahre später ist die Existenz Israels das größte Wunder dieser Zeit!
Wir kommen aus 50 Nationen zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels in Jerusalem nach dem Wort von Micha 4,1+2 zusammen:
„In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem.“
Wir kommen, um das Jüdische Volk und Israel zu ehren. Gleichzeitig bekennen wir als Christen unsere Schuld am Jüdischen Volk. Im völligen Gegensatz zum biblischen Zeugnis haben sich die einflussreichsten und prägendsten Männer der alten Kirche, die Kirchenväter, bereits ab dem zweiten Jahrhundert vom Jüdischen Volk distanziert. Unter ihnen waren auch so geehrte und geachtete Kirchenväter wie Origenes, Athanasius, Ambrosius, Euseb von Cäsarea, der erste christliche Kaiser Konstantin, Augustin, Chrysostomus und viele andere.
 Sie kamen aufgrund der Tragödie der beiden verlorenen Jüdischen Kriege (70/135 n.Chr.) mit der Zerstörung des Tempels und Jerusalems sowie der weltweiten Zerstreuung des Jüdischen Volkes praktisch ausnahmslos zu dem verhängnisvollen Urteil, dass Gott das jüdische Volk auf ewig als „Christusmörder“ verworfen hätte.
 Sie erklärten, dass die Kirche den Platz Israels als Trägerin der Verheißungen Gottes für immer eingenommen habe.
 Sie verbreiteten mit ihren Predigten und Schriften ungeschminkten Judenhass.
 Sie verfluchten das jüdische Volk und verbreiteten Lügen und bösartige Gerüchte.
 Sie legten den Grund für zunehmende Entrechtung, Pogrome, Verfolgung und Synagogenverbrennungen.
 Sie entfachten das Feuer des Antisemitismus und Judenhass, durch den von 70 n. Chr. bis heute mehr als 13 Millionen Juden ermordet wurden.
Wir haben als Christen aller Kirchen und Denominationen aus allen Ländern und Nationen diese gemeinsame, böse Wurzel. Sie liegt in der Kirchengeschichte der ersten Jahrhunderte. Wo auch immer die christliche Botschaft hingetragen und verbreitet wurde: der Same des
christlichen Antijudaismus verbreitete sich in gleichem Maß in jedem Land. Neu gegründete Kirchen oder Denominationen übernahmen in der Regel den tödlichen Samen des Antijudaismus.
Wir bekennen, dass auf diese Weise Christen bereits seit dem zweiten Jahrhundert n. Chr. unter dem Zeichen des Kreuzes zum Ursprung und zur treibenden Kraft von Judenverfolgungen geworden sind. Wir haben den zerstörenden Samen des Antijudaismus unserer Kirchenväter bewusst oder unbewusst übernommen und tragen ihn immer noch in uns.
In den Herzen vieler Christen weltweit macht sich dieser Same des Antijudaismus und des Judenhasses auch heute noch bemerkbar in Form von Gleichgültigkeit, innerer Distanz oder inneren Vorbehalten gegenüber dem Jüdischen Volk und Israel.
Wir beugen uns in Scham und Buße vor Gott und dem Jüdischen Volk über dieser Schuld von uns Christen und bitten von Herzen um Vergebung.
Wir bekennen:
 Der Bund Gottes mit Abraham ist ein ewiger Bund. Er wurde niemals aufgehoben!
 Das Jüdische Volk und das Land Israel sind von Gott geliebt und auserwählt!
 Das Jüdische Volk ist auserwählt als Gottes „geliebtes Volk“, als sein „Erstgeborener“ und als sein „Knecht“ seine Offenbarung als Licht in die Welt zu bringen und zu einem gewaltigen Segen für alle Nationen und Völker zu werden.
Wir erklären, dass nach Gen. 12,1-3 zu dieser Erwählung auch das Land Israel mit seiner Hauptstadt Jerusalem gehört.
Wir kommen heute aus vielen Nationen und Völkern nach Micha 4,1+2 „hinauf“ zum Berg des Herrn und erklären, dass wir nicht länger mit Geringschätzung, Gleichgültigkeit oder sich überhebendem Stolz auf den Bund Gottes mit dem Jüdischen Volk und mit dem Land Israel herabschauen werden. Wir möchten ihn demütig respektieren, lieben, ehren und uns unterweisen lassen. Denn „von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem“ (Micha 4,2).
Wir wollen daher heute gemeinsam unsere Verbundenheit, unseren Respekt, unsere Wertschätzung und unsere Freundschaft und Liebe zum Jüdischen Volk und zum Land Israel ausdrücken.
Wir glauben, dass von Israel her die Nationen gesegnet werden! Deswegen rufen wir: Mach dich auf und werde Licht! Erhebt gemeinsam eure Stimmen gegen Antisemitismus und Judenhass, steht in Freundschaft an der Seite Israels und werdet Licht! United to be a Light!
Israel soll leben! Am Yisrael chai!
Für den „Marsch der Nationen“
Unterschrift:

Jom Shabbat…

Heute verlassen wir das Jordantal und Jericho und „ziehen hinauf“ nach JERUSALEM, besser gesagt, wir fahren zunächst nach Bethlehem.

Eytan, unser israelischer Reiseführer, ist nach eigenem Bekunden ein „religiöser Jude“ und das bedeutet, dass er am Shabbat nicht arbeitet. Deshalb übernimmt ein langjähriger guter Begleiter die Führung durch den Tag:

Dan Goren 

„Dani“ Goren, 93 Jahre alt,  hat mehrere Jahre lang Gruppen der christlichen Israelfreunde Norddeutschland bei den Reisen in Israel begleitet. Er ist in Deutschland geboren, hat im November 1938 das Pogrom miterlebt, das wir manchmal so gedankenlos entstellend „Reichskristllnacht“ nennen, in dessen Verlauf hunderte Synagogen zerstört, jüdische Geschäfte geplündert und tausende Männer verhaftet oder umgebracht wurden. Dan Goren ist im Frühjahr 1939 nach Israel (damals noch Britisches Mandatsgebiet Palästina) ausgewandert und hat sich aktiv am Aufbau und der Verteidigung des Landes beteiligt.

Am Hotel Yehuda nehmen wir Dani an Bord. Durch die Jerusalemer Vororte geht es nahezu übergangslos in das Zentrum von Bethlehem. Natürlich werden wir auch mit der „Mauer“ konfrontiert, die überall da steht, wo der einfache Zaun der Sicherheitsanlage  die Israel nach der verheerenden Intifada mit unzähligen Toten durch Selbstmordattentate arabischer Terroristen (Beginn September 2000) landesweit errichten ließ, nicht ausreicht, um Straßen und jüdische Wohngebiete  auch vor Schüssen zu schützen.

Im Vorbeifahren fotografiert.

Bethlehem ist eine überaus quirrlige Stadt und Unmengen von Touristen sind wie wir unterwegs, die „Heilige Stätte der Geburt Jesu“ zu besuchen….

Dan Goren führt uns durch die Geburtskirche…

Die Kirche ist mit prächtigen Fußbodenmosaiken, Wandgemälden, Heiligenbildern und unzähligen Ampeln ausgeschmückt.

 

Durch einen schmalen Gang gelangt man von der Geburtskirche zur Katharinenkirche. Ähnlich wie in der Grabeskirche in Jerusalem, so finden sich auch an dieser Stelle die Anbetungsstätten der verschiedensten christlichen Denominationen.

Katharinenkirche

Der Zugang zum unterirdischen Gang von der Katharinen- in die Geburtskirche, zur eigentlichen Geburtsgrotte, die tief unter der Kirche liegt.

Von der Geburtskirche aus  führt uns der Weg zu einer kleinen Baptistengemeinde, die von Pastor Naim Khoury geleitet wird.

Vom kleinen Turm der Kirche aus werden die Predigten per Lautsprecher in die Nachbarschaft übertragen….    Pastor Khoury berichtet, dass das zunächst eine Reaktion auf die „Beschallung“  der Gemeinde während der christlichen Gottesdieste durch muslimische Gebetsrufe war, im Zuge der Lautsprecherübertragung aber viele Menschen aus der Nachbarschaft sich für die christliche Kirche interessieren.

Unsere Gruppe im Gottesdienstraum mit Dan Goren und Pastor Khoury in unserer Mitte.

Eine eindrucksvolle Einrichtung ist das von Christen geführte  „Lifegate-Center“ in Bethlehem, das wir im Anschluß besuchen.

 

Ein wunderschönes Gebäude für eine wichtige Arbeit.

Lifegate  – Tor zum Leben.  Für 400 Kinder und Jugendliche ist das tatsächlich die große Chance. 70 Betreuer kümmern sich in den verschiedenen Abteilungen um die jungen Menschen.

Einer der Leiter der Einrichtung erzählt über die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die unterschiedliche Behinderungen haben und in dem Center betreut werden. Durch eine kleine Panne in der Organisation (das Center ging davon aus, dass wir an einem anderen Tag kommen würden), konnten wir nicht mit weiteren Mitarbeitern sprechen oder einen direkten Einblick in die Arbeit mit den  Menschen mit Behinderungen bekommen. Die Räume vermitteln aber einen guten Eindruck zur Atmosphäre des Hause.

Der  Innenhof

Eine der Werkstätten in denen verschiedene Produkte zum Verkauf hergestellt werden, die auch zum Unterhalt des Hauses mit beitragen.

Hier kann man mehr über Lifgate erfahren:   Link

Vom Lifegate-Center aus fahren wir weiter und erleben wieder  die faszinierende Kombination von  „biblischer Geschichte in der Gegenwart„. Wir fahren zu den Hirtenfeldern, auf denen nach der Überlieferung der Bibel den Hirten zuerst die frohe Botschaft von der Geburt Jesu verkündet wurde.

Am Eingangsportal der Hinweis auf den Orden, der die Hirtenfelder betreut.

Auf den „Hirtenfeldern“ sehen wir eine der für die Gegend typischen Grotten. Man vermutet, dass in solch einer Grotte die eigentliche Geburtsstätte Jesu ist.

In der Grotte

Blick in die Umgebung der Hirtenfelder und  auf den Jerusalemer Stadtteil Gilo

Auf der Fahrt zu unserem neuen Quartier, dem  Hotel Yehuda in dem Jerusalemer Stadtteil En Kerem, machen wir einen kurzen Abstecher zur Promenade und werfen einen ersten Blick auf die gegenüberliegende Altstadt mit ihren markanten Erkennungszeichen: die gewaltige Stadtmauer – die wieder aufgebaute Hurva-Synagoge (weiße Kuppel) – Felsendom (goldene Kuppel) –  und die umliegenden Wohnviertel.

Nach der Abendmahlzeit hören wir einen Vortrag Dr. Petra Heldts, der Direktorin der „Ökumenisch-Theologischen Forschungsgemeinschaft in Israel“

 

Der Vortrag Dr. Heldts zum Nachhören unter diesem Link

(Alle Bildkommentare und   überleitende Texte Ulrike H.)

 

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ANHANG  – ANDACHT 

Andacht am 12.5.18 bei den Hirtenfeldern

Thomas K.

Als Ausgangspunkt dieser kleinen Andacht nehme ich das heutige Losungswort aus dem Alten Testament. Es steht bei Jeremia 31,25. 

Ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden sättigen. (Luther) 

Hoffnung für alle:

 Ich will den Erschöpften neue Kraft geben, und alle, die vom Hunger geschwächt sind, bekommen von mir zu essen. 

Ich möchte kurz etwas zu Jeremia sagen und anschließend auf den Kontext dieses Verses eingehen.

Wir können vieles von Jeremias Verheißungen auf heute übertragen:

Jeremias Wirken war durch die Vision geprägt (kochender Kessel), „dass von Norden her Unheil losbrechen wird über alle, die im Lande Juda wohnen.“

Diese Botschaft hörte man nicht gern. Die Babylonier, haben dann auch das Land überrannt und das Volk ins babylonische Exil geführt. Jeremia hat unter dieser Gerichtsbotschaft lange Jahre gelitten, da niemand diese Botschaft hören wollte. Das Volk hatte sich gründlich von Gott entfernt und Gott kündigte durch Jeremia dem Volk wiederholt seine Strafe an und es muss dafür büßen, dass es sich widersetzt hat. Im Verlauf des Buches Jeremia bilden die Kapitel 30 – 33 eine Ausnahme, denn in ihnen wird künftiges Heil und eine Erneuerung von Gottes Bund mit seinem Volk angekündigt. Gottes Verheißungen haben in diesen Kapiteln bei den Israeliten eine Nah-Erwartung ausgelöst, ich denke, wir können sie aber auch im Sinne einer Fernerwartung für uns lesen und sie für Israel heute in Anspruch nehmen. 

Mit folgenden Versen möchte ich vor Augen führen, wie Gott an seinem Volk handelt – zu allen Zeiten.

Jeremia / Kapitel 30

01 – 03 (generelles Programm von Gottes Gnade)  

01 Jeremia empfing diese Botschaft vom Herrn:

02 „So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreib alle meine Worte auf einer Buchrolle nieder!

03 Es kommt die Zeit, in der ich das Schicksal der Israeliten und Judäer, die mein Volk sind, wieder zum Guten wende. Ich bringe sie zurück in das Land, das ich ihren Vorfahren gegeben habe, und sie können es wieder in Besitz nehmen.

In den Versen 12,15, 23 und 31,19 begründet Gott noch einmal, dass er sein Volk bestraft, wenn es sich von ihm abwendet. Das trifft auf heute auch zu.

12 Israel, du bist böse zugerichtet worden, deine Wunden sind unheilbar.

15 Warum klagst du jetzt über deine Wunden, warum schreist du in deinem Schmerz, den niemand lindern kann? Weil deine Schuld so groß ist und du viele Sünden begangen hast, darum habe ich dich so zugerichtet!

23 Der Zorn des Herrn bricht los wie ein Sturm, wie ein Wirbelsturm fegt er über die hinweg, die den Herrn verachten.

In Kapitel 31 lesen wir dann von Einsicht, Umkehr und Buße der Einwohner des Nordreichs und von Gottes Erbarmen in den Versen 18 – 20. Das Volk ist also zur Einsicht und Umkehr  fähig – Trost für heute. 

Kapitel 31

18 Ich habe genau gehört, wie Ephraim stöhnt: ‚Herr, du hast mich gestraft, ich mußte geschlagen werden wie ein junges Rind, das sich nicht ans Joch gewöhnen will, ich habe deine Strafe verdient! Doch jetzt bring mich zurück zu dir, lass mich umkehren, denn du bist der Herr, mein Gott.

(Efraim, als der jüngste Sohn Josefs.  Als wichtigster Stamm des Nordreichs Städte Ephraim auch für das ganze Nordreich)

19 Ich komme zu dir zurück, und jetzt packt mich die Reue über das, was ich getan habe. Ich erkenne meine Sünden, sie tun mir leid. Ich schäme mich, und mein Gewissen quält mich. Die Schuld meiner Jugend hat mich in Verruf gebracht.

20 Ich, der Herr, antworte: Ephraim ist mein geliebter Sohn, mein Lieblingskind! Immer wenn ich ihm Strafe androhe, muß ich doch in Liebe an ihn denken. Es bricht mir das Herz, ich muß Erbarmen mit ihm haben!

Hier  tritt uns in  20 der erbarmende Gott gegenüber. Das spüren wir auch ganz deutlich in den Versen 31; 8 – 10, 17, wo die Sammlung seines Volkes im Lande Israel in diesen und weiteren Versen verkündet wird. 

08 Ich, der Herr, bringe sie aus dem Land im Norden zurück, ich hole sie vom Ende der Erde herbei. Blinde und Lahme sind unter ihnen, schwangere Frauen und solche, die gerade erst ein Kind geboren haben. Sie alle kehren als großes Volk in ihr Land zurück.

09 Weinend werden sie kommen, sie werden zu mir beten, während ich sie nach Hause bringe. Ich führe sie zu Bächen mit frischem Wasser, ich lasse sie auf gut gebahnten Wegen gehen, damit sie nicht stürzen. Denn ich bin Israels Vater, und der Stamm Ephraim ist mein erster Sohn.

10 Ihr Völker, hört, was ich, der Herr, sage, verkündet es auf den fernsten Inseln! Ruft: ‚Der Herr hat die Israeliten in alle Winde zerstreut, aber nun sammelt er sie wieder und schützt sein Volk wie ein Hirte seine Herde.‘

17 Du hast eine Zukunft! Du darfst neue Hoffnung schöpfen! Denn deine Kinder kommen in ihre Heimat zurück.

In Kapitel 31 Vers 37 haben wir nochmal eine Zusammenfassung des bisher Gesagten: 

37 Zwar zerstreue ich ihre Einwohner voller Zorn in alle Länder, aber ich will sie wieder von dort sammeln und zurückbringen, damit sie hier in Ruhe und Frieden wohnen können.  

In diesem Vers wird zeitlich ein großer Bogen gespannt und gleichzeitig das zentrale Wirken Gottes an seinem Volk in einer Verheißung aufs höchste verdichtet. Diese Abfolge von Gottes Zorn und Gnade, also der zornige und der barmherzige Gott, wird uns hier deutlich vor Augen gestellt und dieser Kontrast mag uns eine Ahnung geben, wer Gott wirklich ist! 

Wenn wir an diesem Morgen hier mitten in Israel sitzen und diese Worte hören, so können wir das bei Jeremia beschriebene Leiden des israelischen Volkes und die Erfüllung von Gottes Verheißungen sehr gut auf den heutigen Zeitpunkt beziehen. Die Erfüllung erleben wir in der Aliyah, die immer noch andauert, die Noch -Nicht-Erfüllung in der großen Not durch die Bedrohung der umliegenden Völker.  Umkehr und Buße geschieht zumindest durch einige Gruppen in der israelischen Gesellschaft.  

Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die zwar von Gott wissen, aber ihr Leben ohne ihn führen. Dann gibt es im Land Gruppen von Menschen zwischen denen Spannungen herrschen, weil sie aus verschiedenen Kulturen kommen. Wenn sie gemeinsam in Anbetung vor dem Herrn stehen würden, würde sich das wahrscheinlich verändern. Und wir haben, wie gesagt, die Situation, dass Israel von Völkern umgeben ist, die ihm feindlich gesinnt sind.

Wir leben in dieser Spannung, in der Erwartung auf Frieden und Sicherheit für dieses Land. 

Dieses Unvollendete und diese Widersprüche werden von Gott dann auch in 31 den Versen 21 und 22 deutlich thematisiert: 

21 Jungfrau Israel, überleg dir genau, wie der Weg verlief, auf dem du weggeführt worden bist! Stell Wegweiser auf und markiere die Straßen; denn auf ihnen sollst du jetzt heimkehren! Ja, kehre wieder heim in deine Städte!

22 Wie lange willst du noch zögern und dich sträuben, du widerspenstige Tochter? Der Herr schafft etwas völlig Neues auf der Erde: Sein Volk wird ihm in Treue zugetan sein. (Gute Nachricht)  

Wie eine Jungfrau neu, frisch, unberührt soll Israel werden. Bevor Israel aber heimkehren kann, ist es auf Wegen gegangen, die in die Irre geführt haben. Und die Israeliten haben  keine Wegweiser aufgestellt, die ihnen die Heimkehr ermöglichen.

So fragt Gott: Wie lange willst du noch umherirren?

So ist die die Situation in Israel heute. Die Menschen merken nicht, dass hinter ihrer Unruhe und Bedrückung ein Hunger nach geistlicher Erlösung steckt, die nur Gott stillen kann.  Es scheint niemand dazu sein, der ihnen den Weg weist! Die Frage nach dem Wegweiser ist also die entscheidende Frage für Israel!!

Stehen wir Christen da in der Verantwortung? 

Nun kommen wir endlich zur Tageslosung für heute: 

25 Luther: Ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden sättigen.  

(25 Ich will den Erschöpften neue Kraft geben, und alle, die vom Hunger geschwächt sind, bekommen von mir zu essen.“(Hoffnung für alle))

Das Wort „schmachten“ meint, sich schmerzlich nach etwas sehnen und in verschmachten steckt drin, dass die Sehnsucht fast schon aufgegeben worden ist.  

Das muss das Gefühl der Israeliten damals gewesen sein und gilt für heute, weil sie ihre eigenen Wege gegangen sind und sich Gott widersetzt hatten. Sie sind durch ihr Leben ohne Gott müde gewordenen an Leib und Seele und ohne Hoffnung. Vielleicht kennen wir solche Zustände auch aus unserem Leben.

Und nun sagt Gott: ich will die Verschmachtenden  sättigen. Damit ist nicht nur eine körperliche Sättigung gemeint sondern eine Sättigung von Körper, Seele und Geist.

Dieser Art von Sättigung kennen wir auch aus Joh. 4,14  

Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder dürsten.  (Joh. 4,14 )  

Um das zu bekräftigen steht dann gleich im nächsten Vers:  

26 „Darüber erwachte ich und fühlte mich frisch und gestärkt.“  

Damit spricht Gott bekräftigend den Leidenden zu, welche Wirkung seine Verheißungen in ihnen bewirken wird. Gott ist also nicht nur mitfühlend. Er ist Wirkmächtigkeit. Das sollte uns ermutigen, seine Verheißungen in Wahrheit anzunehmen.  

Der neue Bund

Gott kann das, was missraten ist wieder neu machen (Bild vom Töpfer). Gott kann dasselbe mit jedem von uns tun, das hat Jeremia die ganze Zeit versucht dem Volk beizubringen. Was Gott aus den Israeliten machen wollte wurde von ihnen verdorben. Aber wenn sie Buße tun, kann Gott etwas Neues schaffen.

Weil Gott erkannte, dass die Menschen nicht im Stande waren, die Gesetze und die Versprechen so zu halten, wie Gott es von ihnen forderte, sagte Jeremia einen Tag voraus, an dem Gott einen neuen Bund schließen werde, der eine andere Grundlage haben wird, als der alte Bund. Dieser Bund wird auf Gottes Vergebung gegründet sein.  

Davon spricht Jerermia in den Versen 31, 31 – 34 :  

31 So spricht der Herr: „Es kommt die Zeit, in der ich mit dem Volk Israel und dem Volk von Juda einen neuen Bund schließe.

32 Er ist nicht mit dem zu vergleichen, den ich damals mit ihren Vorfahren schloß, als ich sie mit starker Hand aus Ägypten befreite. Diesen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war!

33 Der neue Bund mit dem Volk Israel wird ganz anders aussehen: Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, es soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.

34 Niemand muß dann den anderen noch belehren, keiner braucht seinem Bruder mehr zu sagen: ‚Erkenne doch den Herrn!‘ Denn alle – vom Kleinsten bis zum Größten – werden erkennen, wer ich bin. Ich vergebe ihnen ihre Schuld und denke nicht mehr an ihre Sünden. Mein Wort gilt!

Der neue Bund mit dem Gesetz im Herzen des Menschen verändert die Beziehung der Menschen zu Gott, und zwar in anderer Weise als ein Gesetz, aus dem Vorschriften gemacht werden. Hier geht es nicht um Belehrung, hier geht es auf der Beziehungsebene nicht um ein „ich weißes besser als du“, sondern darum Gott zu erkennen – also Gottes Wahrheit und Vergebung durch den Heiligen Geist wahrzunehmen! 

Wenn die Zeit noch reicht   > Verheißungen für Israel: 

35 + 36, 38 – 42:

35 Ich, der Herr, habe die Sonne dazu bestimmt, den Tag zu erhellen, den Mond und die Sterne, damit sie nachts leuchten. Sie alle folgen einer festen Ordnung. Ich lasse die Wellen des Meeres tosen, denn ich bin der Herr, der allmächtige Gott.

36 Ich sage: So wie diese feste Ordnung für immer besteht, wird auch Israel für immer mein Volk sein.

38 Sie sollen mein Volk sein, und ich will wieder ihr Gott sein.

39 Dann werden sie nur ein Ziel haben: mich zu achten und zu ehren, denn ich selbst lege ihnen diesen Wunsch ins Herz. Darum wird es ihnen und ihren Nachkommen gutgehen.

42 Ich, der Herr, verspreche: Ich lasse all das Gute eintreffen, das ich diesem Volk angekündigt habe, so wie ich auch das Unheil über sie hereinbrechen ließ.

Ausblick

Wir dürfen also eine ganz große Hoffnung für Gottes Volk haben, trotz der Zerreißproben im Innen- wie im Außenleben des Volkes, die uns hier  durchaus vor Augen stehen. Unter dieser Hoffnung steht auch das 70 jährige Staatsjubiläum.

 

 

 

 

 

Freitag, 11. Mai: Zum tiefsten Punkt der Erde

Der tiefste Punkt der Erde, den wir trockenen Fußes erreichen können, ist die Gegend rund um das Tote Meer, Yam HaMelach.

Bevor wir aber wirklich zum Ufer des Toten Meeres kommen, erleben wir ein kleines Naturwunder in der Oase Einot Tsukim .

Ein Ranger der Naturparkverwaltung führt uns gemeinsam mit Eytan durch das kleine Paradies und macht uns mit der Geschichte des Ortes vertraut, der einst ein blühendes Gemeinwesen war.

Im wohltuenden Schatten  hören wir aufmerksam zu…

 

 

Ein sogenannter Sodoms Apfel – er ist innen hohl, obwohl er von außen wie eine wunderbare Frucht aussieht.

 

Alle Bilder von Michael Dierks

Die folgenden Bilder hat Thomas K. beigesteuert:

Unser Hotel in Jericho

  Einot Tsukim…. wir warten auf den Guide, der uns durch das geschlossene Naturschutzgebiet führen wird.

An der Ausgrabungstelle der alten Siedlung (siehe folgenden Text)

Im Reservat am Ufer eines kleinen Sees…

Durch die dichte Vegetation folgen wir dem Guide auf schmalem Pfad…

Friedrich Q. hält für uns die Andacht, Ulrike D. begleitet unseren Gesang.

Blick vom Masada-Plateau auf die am Fuß des Berges gelegene Judgendherberge und das Gebäude,  in dem das  Museum und die Gondelstation untergebracht sind. Erkennbar auch die Umrisse eines der ehemaligen Römerlager, die bei der Belagerung Masadas dort standen.

Eytan erklärt am Modell die Lage der Anlage und die historischen Ereignisse bei der Eroberung Masadas durch die Römer.

Die alten „Speicher“ auf dem Gelände…

Das Modell des Herodes-Palastes an der  Nordseite des Felsen

Die Ruinen und Überreste der großen Anlage beeindrucken noch heute…

Die schwarze Linie im Mauerwerk kennzeichnet den „Urzustand“, den Archäologen vorfanden, zum besseren optischen Verständnis wurden die Mauern mit den vorhandenen Steinen „ergänzt“…

In Ein Bokek  ist eine große Spa-Anlage auf der israelischen Seite des Toten Meeres  „Jam HaMelach“ – Salzmeer…

Baden im Toten Meer… ein Muss für jeden Touristen – für uns natürlich auch…

Die großen Hotelanlagen von Ein Bokek.

(Bildkommentare und überleitende Texte von Ulrike H.)

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Den Tagesbericht schreibt Thomas K. für uns:

Freitag 11.5.

Oase Einot Tsukim

Nach unserer ersten Nacht im Hotel Jericho Resort Village sind wir durch das Jordantal entlang der Berge, die zur judäischen Wüste gehören, zur Oase Einot Tsukim gefahren. Diese Oase am Toten Meer mit sprudelnden Quellen liegt mit am tiefsten Punkt der Erde. Am Besuchereingang der Oase begrüßte uns der spezielle Guide für die Führung durch das Gelände. Er erklärte uns mit viel Engagement und in klar verständlichem Englisch Pflanzen, Tiere und die antiken Ausgrabungen. Die jüdische Wüste ist entstanden, weil die Gegend im Schatten des Regens liegt, der sich vorher an der Westflanke des Gebirges abregnet. Durch die Quellen gibt es hier jedoch eine vielfältige Vegetation. Im Ausgrabungsgelände hat man Ruinen und ein rituelles Bad aus der Zeit des 2. Tempels freigelegt. Bis 70 n. Chr. lebten hier Juden und dann die Römer. Außerdem kann man sehen, dass es in der Antike Zisternen gab, in denen das Wasser von den Bergen durch Kanäle gesammelt wurde. Dadurch war es möglich, Pflanzen für die Balsam-Herstellung anzupflanzen. Nur hier wurden nach geheimnisvollen Rezepten der teure Balsam und Parfums hergestellt. Diese Pflanzen sind jedoch ausgestorben. In den Wasserbecken hat man damals auch Fische gezüchtet.

Wir haben dann einen Rundgang durch den geschlossenen Teil des Naturreservats gemacht. Hier wachsen Tamarisken, die schon bei Abraham erwähnt wurden. Wir sehen auch einen Baum der Früchte in Form von Äpfeln hat die innen aber nur aus Luft bestehen. Man bezeichnet sie als  Sodoms Apfel. Es gibt hier u.a. eine bestimmte Art von Sperlingen und Ameisen, die auf Bäumen leben und dort ein Nest für ihre Puppen weben. Außerdem gibt es in dem Reservat Füchse, Kojoten und Stachelschweine. In einem Tümpel an dem wir rasteten gibt es den St. Peter-Fisch – eine besondere Population.

Zur Zeit der Makabäer war das Land um das Tote Meer besiedelt und wurde landwirtschaftlich genutzt. Heute gibt es hier auch wieder Kibbuzim, die Landwirtschaft betreiben.

Festung Masada

Weiter am Toten Meer entlang gelangten wir zur Festung Masada. Vom Besucherzentrum sind wir mit der Seilbahn auf das Felsplateau hinaufgefahren. Masada ist ein isolierter Tafelberg mit einem Höhenunterschied zum Toten Meer von rund 400 m. Auf den Grundmauern einer älteren kleineren Festung errichtete Herodes etwa zwischen 40 und 30 v. Chr. eine stark befestigte Residenz, die ihm als Rückzugsort vor Feinden diente. Er ließ um das Plateau eine Kasemattenmauer mit Türmen und auf dem Plateau weitere Gebäude anlegen. Am berühmtesten ist der über mehrere Stufen in den Berghang hineingebaute Nordpalast. Von dem bot sich ein wunderbarer Blick in die Ebene mit dem Toten Meer. Am Fuß des Berges wurden zwölf große Zisternen zur Wasserversorgung gebaut, in die das Regenwasser durch Kanäle geleitet wurde. (Einschub U.H.: auch auf dem Plateau sind sehr große Wasserspeicher in den Fels geschlagen worden, so dass den Belagerten nicht an Wasser mangelte.)

Nach Herodes Tod ging die Festung in römische Hände über und wurde während des ersten jüdischen Aufstandes (66 n. Chr.) von Zeloten erobert. Nachdem die Römer die Rebellion in Jerusalem niedergeschlagen hatten, blieb Masada der letzte Rückzugsort der Juden. Im Jahre 73 n.Chr. gelang den Römern durch eine Belagerung und über eine an der Westseite augeschüttete große Rampe die Eroberung von Masada. Der Anführer der auf Masada verbliebenen 960 Menschen, Eleazar, forderte in einer berühmt gewordenen Rede die Bewohner auf, lieber zu sterben als in Gefangenschaft zu geraten. Bis auf fünf Menschen, die sich versteckt hatten, begingen alle Selbstmord bzw. wurden durch die Befehlshaber ermordet. Deshalb gehört heute Masada zu den eindrucksvollsten Symbolen des jüdischen Widerstandes. Sicherlich ist es eine Diskussion wert, wie diese Selbstopferung moralisch zu bewerten ist.

Baden im Toten Meer

Die weitere Fahrt am Toten Meer entlang nach Süden führte uns am späteren Nachmittag bei 38° in den Badeort Ein Bokek. So war unser Bad im Toten Meer vielleicht keine richtige Erfrischung aber das bewegungslose Liegen auf dem Salzwasser doch eine neue Erfahrung. Mit seinen modernen Hotels und der schönen Strandanlage konnten wir gehobene Badekuratmosphäre genießen.

Schabbatessen

Nach einem Zwischenstopp in unserem Hotel in Jericho ging es zu einem traditionellen Schabbatessen in die Siedlung Kfar Adumim in der Nähe von Jerusalem. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, die eine Gruppe war privat zu Gast in einer Familie und die andere Gruppe wurde in einer Synagoge von mehreren Gemeindemitgliedern bewirtet. Ich war in der Gruppe bei der privaten Familie.

Nach einem herzlichen Empfang von Daniels Familie mit 4 Kindern sangen wir alle Schalom alechem. Dann stellte Daniel seine Familie vor und gab uns einen Einblick in seine Lebensgeschichte.

Daniel und seine Familie sind aus Cleveland nach Israel eingewandert als er noch jung war. Er wuchs in Jerusalem auf und lernte das Land kennen und lieben. Nach seinen Dienst in der Armee war er sieben Jahre als Lehrer in einer Schule für Kinder mit Lernproblemen tätig. Im Anschluss daran ist er Reiseleiter geworden und führt seit 14 Jahren Gruppen durch Israel. Seine Frau stellt sich ebenfalls vor. Vor dem Essen segnete Daniel seine Kinder, wie auch Brot und Wein. Es gab einen hervorragendes viergängiges Essen, bei dem wir aus unseren Leben erzählten und später weitere israelische Lieder sangen. Gegenseitig voneinander etwas zu erfahren war sehr bereichernd und führte zu einem herzlichen lebendigen Beisammensein. Für beide Seiten war dieser Abend etwas Besonderes.

 

Ergänzung am

 

Anhang – Andacht

Friedrich Q.

Andacht in der Oase „Einot Tsukim“ Fr., 11. Mai – Israelreise 2018
Hesekiel 47, 1-12 Die Tempelquelle Der Name „Einot“ bedeutet Quellen. Hier gibt es Süßwasserquellen, die für üppigen Pflanzenwuchs sorgen, heute ist diese Oase ein Erholungsort für Familien mit Kindern. Im Altertum hatten die
Essener aus Qumran hier eine Farm mit Getreideanbau und Viehzucht – darauf lassen die archeolog.
Ausgrabungen aus den 50ger Jahren (1955 -57 u.später) schließen. Es gab hier ein Haupthaus , eine Bewässerungsanlage und Gärten, in denen Duftbalsam gewonnen wurde – eine Rarität aus diesem Gebiet. Man muss sich Ganze damals in Ufernähe vorstellen – heute sind wir ca 5km vom Ufer entfernt.

WER WAREN DIE ESSENER ?
Ich beziehe mich auf einen Vortrag, den ich im Okt.2016 in Qumran gehalten habe..
Die Essener waren eine der 4 Hauptrichtungen im Judentum zur Zeit Jesu: Die Sadduzäer, die Pharisäer, die Zeloten und die Essener. Sie hatten sich zur Zeit der Hasmonäer -Könige (141-63 v.Chr.), als Gruppe in die Wüste am Toten Meer zurückgezogen, kamen überwiegend aus der Priesterschaft und lehnten den Tempelkult ab, weil die Hasmonäer die Rechtsgewalt und das Amt
des Hohenpriesters an sich gerissen hatten. Sie wurden von ihnen als „Frevelpriester“ bezeichnet.
Die Schriftrollen, die man in den Höhlen vn Qumran gefunden hat, zeugen von ihrem gemeinsamen Leben nach strengen Ordensregeln, sie wollten ein Leben in Heiligkeit vor Gott führen, ihre Psalmen sind eine wunderbare Fortsetzung der biblischen Psalmen. Weil sie in der Naherwartung
der anbrechenden Gottesherrschaft lebten, sprachen sie vom „Kampf der Söhne des Lichts gegen die Söhne der Finsternis“ (womit vor allem die Römer gemeint waren). Das erinnert an Worte des Paulus in 1.Thess.4, 3-7 u.5,1-5. Die Essenerbewegung war über das ganze Land verteilt, man schätzt , dass ca 4000 Menschen dazu gehörten, die oft in kleinen Gemeinschaften lebten – oft auch zölibatär. Maria und Martha u. Lazarus sind ein Beispiel (vgl. Luk.10, 38ff). Die Bußbewegung, die mit Johannes dem Täufer verbunden ist, stand in enger Beziehung zu Qumran. Johannes hat das rituelle Bad, das täglich vollzogen wurde, zu einer einmaligen Taufe umgewandelt – manche glauben, dass er Jesus bei der Taufe soz. in den Essener-Orden aufgenommen hat.
Dass Jesus im Essener- Viertel in Jerusalem das letzte Abendmahl mit den Jüngern feiert – offenbar im Haus eines Esseners, vgl. Mk.14, 13-16 der Mann mit dem Krug – , spricht für das enge Verhältnis, das Jesus zu den Essenern hatte. Und dass die Taufe von 3000 Gläubigen zu Pfingsten in Jerusalem an einem Tage stattfand, kann man sich nur vorstellen, wenn man an die zahlreichen Tauchbäder /Zisternen im Essenerviertel denkt ( die Ausgrabungen kann man heute verfolgen s.Foto). In Apg. 6,7 heißt es:“Auch viele Priester wurden dem Glauben – an Jesus – gehorsam“ .
Damit können eigentlich nur essenische Priesterfamilien gemeint sein. Auch die von ihnen praktizierte Gütergemeinschaft wurde in der frühen Gemeinde in Jerusalem gepflegt, wie Lukas berichtet.
Nach dem jüdischen Krieg verliert sich ihre Spur. Wahrscheinlich ist der Rest der Gemeinschaft auf Massada umgekommen. Die Zusammenhänge zwischen den Essenern und dem frühen Christentum sind so offensichtlich,
dass man vielleicht an Qumran als eine Art „Wiege des Christentums“ denken könnte. Aber die Unterschiede – etwa die Lehre Jesu von der Feindesliebe und der freiere Umgang der Jünger Jesu mit dem Sabbatgebot – sind deutlich…

Aber nun endlich zu Hesekiel 47 :
Ich kann mir vorstellen, dass auch die Priester in Qumran immer wieder an die Verheißung des Propheten „Jecheskiel“ dachten, wenn sie am Ufer des Toten Meeres ihre Gärten anlegten. Aber sie wußten auch, dass seine Vision von einer Quelle und einem Fluß, der das Salzwasser in Süßwasser verwandelt, so dass die Fischer an den Ufern des lebendigen Meeres stehen und ihre Netze zum Fischfang auswerfen, und die Vorstellung von Bäumen, die monatlich Früchte tragen und deren Blätter zur Heilung dienen – dass dies alles ihre Vorstellungskraft weit überstiegen hat. Aber nachdem sie in Jerusalem zum Glauben an den Messias Jeschua gekommen und mit dem Heiligen Geist erfüllt worden waren, sahen sie diese Vision des Propheten in einem ganz neuen Licht. Sie verstanden, dass diese Prophetie in geistlichem Sinne bereits Wirklichkeit geworden war.

Wie können wir die geistliche Bedeutung von Hes.47 verstehen? .
. HESEKIEL 47, GEISTLICH GEDEUTET:
Das Bild von der Tempelquelle weist auf den Heiligen Geist hin. Er ist die belebende Kraft, die gesund macht, was vorher todbringend und bitter war. Er schenkt Lebensfülle und läßt wunderbare
Früchte reifen. Diese Lebensfülle ist das endzeitliche Heil, von der auch der Seher in der Offenbarung spricht:“Und er zeigte mir einen Strom des Lebenswassers, klar wie Kristall, der von dem Thron Gottes u n d d e s L a m m e s ausgeht..Zu beiden Seiten des Stromes wachsen Bäume des Lebens; sie tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie Frucht. Und die Blätter der
Bäume dienen zur Heilung der Völker“ (!). Die Quelle des Geistes ist der Thron Gottes und des Lammes. Im Tempel galt die Bundeslade im Allerheiligsten als Thron Gottes. Jetzt aber, nachdem der Tempelvorhang zerrissen und der Weg zum Allerheiligsten frei geworden ist, geht der Strom des Geistes von Gott und von Jesus aus. Der Geist Gottes macht unser Leben neu, wenn wir Jesus in
unser Leben aufnehmen. Jesus macht uns frei von Sünde und Tod, er schenkt neues, ewiges Leben.
Sein Geist schenkt Lebensfülle, so dass unser Leben zu einer Quelle lebendigen Wassers wird:
„Wer durstig ist, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, aus dessen Innerstem werden Ströme lebendigen Wassers fließen, wie die Schrift sagt. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben.“(Joh. 7, 37 -39) Was bewirkt der Geist Gottes? Er schafft
Früchte, die bleiben, er tut Werke durch uns, die Ewigkeitscharakter haben. Ohne ihn sind unsere Werke tot. Und er verändert unser Leben, macht uns Jesus ähnlicher, wenn wir seine Werke tun. Er macht uns frei vom Gesetz, das anklagt, macht uns barmherzig. Ohne Gottes Geist sind wir gnadenlos und neigen dazu, andere und uns selbst anzuklagen und zu verurteilen. Gottes Geist schenkt Vergebung und macht vergebungsbereit. „Wo aber Vergebung ist, da ist Leben und Freude“ (Luther). Gottes Geist schenkt Freude am Lesen der Bibel, weil er uns „die Schrift öffnet“. Immer wieder Neues entdecken wir in seinem Wort. Auch die Freude am Gebet schenkt Gottes Geist. Ohne
ihn wird das Gebet zur Pflichtübung und ist anstrengend, macht müde. Viele Gemeinden leiden an einer Gebetsmüdigkeit.
Das schönste an diesem Bild von dem Lebensstrom, der vom Tempel Gottes ausgeht, ist das Ansteigen des Stromes. Er wird immer tiefer, so dass er mir zuerst bis zum Knöchel, dann bis zum Knie, dann bis zur Hüfte reicht, so dass ich den Boden unter den Füßen verliere. Ich überlasse mich ganz dem Strom des Geistes, werde mich selbst los und lasse mich tragen. Dietrich Bonhoeffer
schreibt : „Wer es aufgegeben hat, aus sich selbst etwas zu machen, der wirft sich Gott ganz in die Arme“. Das ist mein Wunsch, dass wir uns immer mehr dem Strom des Geistes überlassen, der uns zu einer Lebensquelle macht, die in das ewige Leben quillt .