Montag, 24.3.

Heute vormittag, arbeite ich am Blog und Ulrike ist unterwegs.

Einige Impressionen auf dem/vom Klostergelände

Epheserwort für den Tag, aufs Klostergeländebild geschrieben

Nachmittags treffen wir uns mit Senior Pastor Birlie Belay, genannt „Brille“ aus Äthiopien. Wir überbringen ihm Geld für äthiopische Patenkinder von 2 Hamburgerinnen und unterstützen vom Verein seine Arbeit „Bridges for Africa“, für Familien in Addis Abeba, die kaum Geld zum Überleben haben und auf Einreise nach Israel hoffen. Hier ein Einblick in seine Arbeit: https://youtu.be/qY2OZK8nre4?si=c-OR2YBXZZ6QigeL

Nach Pessach macht er sich auf die Reise. Wer seine persönliche Glaubens- Geschichte hören möchte (Stand 2015): https://www.youtube.com/watch?v=p6P8SSrow-c

Geldübergabe im Cafe

Danach machen wir uns auf den Weg zur Siedlung „Har Gilo“, Judäa, südlich von Jerusalem, um Elias Zarina zu besuchen. Elias ist arabisch sprechender Christ und Influencer für die Arbeit, als Zionist, Israel solidarisch zur Seite zu stehen. Gründer und CEO der NGO „Jerusalemite Initiative„, die sich als Aufgabe gegeben hat, Jungerwachsenen der arabisch sprechenden christlichen Community bei der Integration in die israelische Gesellschaft zu helfen. So geben sie Hebräischkurse und zeigen Wege auf, Dienst in der IDF zu machen. Elias hat einen israelischen Pass und lebt aus Kostengründen in einer Siedlung. In der Region „A“, wo die PA die Oberhoheit hat, kann er mit seiner Geschichte und seinem klaren Wirken aus Sicherheitsgründen nicht leben – Lebensgefahr. Dabei berichtet Elias, dass überhaupt Christen im moslemischen Bereich einen schweren Stand haben. Zeigt uns z.B. ein Video, randalierenden moslemischer junger Männer, die Häuser von Christen in Beit Sahur mit Steinen bewerfen. Die Polizisten stehen mit ihrem Wagen sichtbar in der Nähe und greifen nicht ein. Sollte ein Christ dazwichen gehen, muss er damit rechnen erschossen zu werden. Der Täter muss sich nicht verantworten und erwartet auch keine Strafe. Andersherum käme ein Christ in das Haus eines Moslems, darf dieser ihn erschießen, ohne juristische Verfolgung. Realität für Christen unter islamischer Oberhoheit.

Elias macht uns auch auf eine neue 13. Min. Kurzfassung einer Dokumentation (engl.) über die Situaton von Christen in Israel aufmerksam, an der auch Petra Heldt und er selbst mitgewirkt haben: „In dieser Folge von „Einblicke: Israel & der Nahe Osten“ spricht Moderator Mati Shoshani mit Dr. Petra Heldt vom Jerusalem University College und Elias Zarina, Mitbegründer der Jerusalemite Initiative, über die Rückkehr von Christen ins Heilige Land. Wir sprechen mit Samer Jeries, Chief Superintendent der Grenzpolizei, und Pater Boulos Khano, syrischer Priester, über den Alltag in Jerusalem, wo moderne Christen die Herausforderungen bewältigen müssen, vor denen israelische Christen heute stehen.
Begleiten Sie uns auf unserer Reise durch Israel und beantworten Sie die ältesten Fragen mit modernen Erkenntnissen und den Geschichten der Menschen, die dahinterstecken.“
Sehen Sie die ganze Folge kostenlos: https://watch.tbn.org/browse

Elias arbeitete nach seinem Studium als Hotelmanager. Mit Corona brach der Tourismus weg und damit auch sein Arbeitsplatz. Vom Ersparten hat er sich einen kleinen Laden für Tierfutter geleistet, der aber leider nur wenig Verdienst abwirft. Mit dem Krieg ist die Situation wirtschaftlich, wie überall im Land auch für ihn nochmal viel schwieriger geworden. Elias hat ganz aktuell mit weiteren NGOs, die die arabisch sprechende christliche Community vertreten, aktuell einen Aufruf zu Christen in Syrien und über ihre bedrückende Situation verfasst. Dies ist gerade für uns im Westen, bzw. Deutschland wichtig zu wissen, da von offizieller Seite z. B. unseres Außenministeriums, die neue syrische Regierung mit Millionenbeträgen unterstützt.

Hier die dt. Übersetzung automatisch übersetzt: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es salziger machen? Es taugt zu nichts mehr, außer dass man es wegschüttet und die Leute es zertreten. (Matthäus 5:13).

Wir, die Kinder des Heiligen Landes, des Landes der Verkündigung, der Geburt Christi und der Auferstehung, verurteilen und prangern das ohrenbetäubende Schweigen der christlichen Welt angesichts der Massaker und der erzwungenen und systematischen Vertreibung an, denen Christen in Syrien im Besonderen und in der Levante im Allgemeinen ausgesetzt sind.

Seit der sogenannte Ahmad al-Sharaa (Abu Muhammad al-Julani) die Kontrolle über Syrien übernahm, sind die Christen dort den grausamsten Formen der Verfolgung ausgesetzt, darunter Mord, Vertreibung und Zwangskonvertierung vom Christentum zum Islam unter Androhung von Einschüchterung und Waffen. Christliche Familien werden aus ihren Häusern vertrieben und entführt, christlichen Kaufleuten werden Steuern auferlegt, Frauen und minderjährige Mädchen werden entführt, Häuser niedergebrannt und Kirchen in Moscheen umgewandelt.

All diese Verbrechen werden vor den Augen der Welt begangen, während die westlichen Länder und die christliche Welt tatenlos zusehen, ohne ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen.
Deshalb fordern wir die internationale Gemeinschaft auf, sofort und dringend einzugreifen, um die verbleibenden Christen in Syrien zu schützen, indem sie:

  1. Verhängung von Sanktionen gegen die Türkei und Einstellung der militärischen Lieferungen aus ihrem Hoheitsgebiet an die mit al-Julani verbundenen salafistischen Milizen.
  2. Verhinderung der Vertreibung von Christen aus Syrien und dem Osten und Schließung der Einrichtungen, die es ihnen ermöglichen, ihre Heimatländer zu verlassen.
  3. Bereitstellung militärischen und sicherheitstechnischen Schutzes für Christen und Schutz ihres Eigentums und ihrer Häuser.
  4. Gewährleistung des internationalen Schutzes von Kirchen und Klöstern und Gewährleistung der Sicherheit der Geistlichen, einschließlich der Mönche und Nonnen.
  5. Lehnen Sie jeden Versuch ab, Druck auf ausländische Botschaften in Israel auszuüben, um die Auswanderung syrischer Christen zu erleichtern, da dies eine Bedrohung für die christliche Präsenz im Levante darstellt.
  6. Alle Einzelpersonen oder Institutionen, die es wagen, sich an dem Plan zur Vertreibung der Christen aus Syrien zu beteiligen und ihre Abreise unter irgendwelchen Umständen und unter irgendeinem Namen zu erleichtern, gelten als außerhalb der christlichen Reihen stehend und als Partner bei der Umsetzung einer verdächtigen Agenda, deren Ziel die Vertreibung der Christen im Osten ist.

Wir bekräftigen, dass es unser Ziel ist, die christliche Präsenz im Osten zu bewahren, trotz aller Versuche, unsere Identität und unser kulturelles und religiöses Erbe auszulöschen. Wir werden nicht akzeptieren, dass unsere Geschichte ausgelöscht oder unsere Wurzeln vernichtet werden, und wir werden trotz der Boshaftigkeit und Gier auf unserem Land festhalten.“

Und dazu weiterhin ein Artikel von TPS-IL zum Thema für Interessierte:

Und dann, wir sitzen draußen vor seinem Geschäft, plötzlich ein Licht am Himmel, was ist das? Kurze Zeit später ein weiteres. Elias filmt es und dann hören wir Alarm aus der Richtung Jerusalems und heftige Detonationen.

Die Jugendlichen auf dem Basketballfeld werden unruhig. Vor Ort aber kein Alarm. Dann wird es deutlich, wieder eine Rakete der Houtis aus dem Jemen, die abgeschossen wurde, wie gestern. Wenn man das so hautnah erlebt, wird einem doch mulmig und wir nochmal gar nicht in Gefahr.

Das rote Feld im Bild, ist die Region Zentralisrael, wo überall die Sirenen losgingen, um die Bürger aufzufordern in Sicherheit zu gehen. Alle Neubauten haben einen Sicherheitsraum. Ansonsten gibt es oft öffentliche Bunker.

Letztens sagte uns einer, in Deutschland lernen die Kinder Müll zu trennen. Hier müssen die Kinder von kleinauf lernen, wie es sich bei Alarm zu verhalten gilt.

Sonntag, 23.3. – „Wir gehen durch Jerusalem!“

Früh machen wir uns auf den Weg, zuvor nochmal unsere verabredeten Treffen telefonisch aktualisiert. Wir haben uns bewusst vorgenommen, auf Jerusalems Straßen zu laufen. Unser Mietwagen bleibt auf dem Klostergelände. Immer wieder kommen uns Gedanken, wie unwirklich es doch ist, „wir gehen durch Jerusalem!“ Und überall gibt es natürlich Dinge zu fotografieren.

Mitten in Jerusalem – Straßenbilder, die gefahrenvolle Begebenheiten ausdrücken

Gegen 10 Uhr sind wir am verabredeten Treffpunkt vor Dinas Arbeitsstelle. Dina Rahamim ist Öffentlichkeitsmitarbeiterin bei „ADI“, einem großen sozialen Träger Israels zur „Diagnose und Reha“ für Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen. hier deren homepage: https://adi-il.de/

In einem kleinen Cafe sitzen wir zu einem umfassenden Austauch zusammen und überlegen, sie vielleicht im Spätsommer nach Hamburg zu einem Veranstaltungsabend einzuladen. Mit Themenschwerpunkt über ihre Arbeit, aber einem Teil ihrer persönlichen Geschichte, ursprünglich mit säkularem Familienhintergrund aus Russland, noch als Kind mit Familie nach Hamburg Rahlstedt eingewandert. Wegen zunehmenden Antisemitismuserfahrungen nach Schulabschluss nach Israel ausgewandert. Ultra-orthodoxen Mann geheiratet, 3 Kinder. Hier jetzt ein Kurzstatement von ihr über eine eigene Lebenserfahrung:

Wir gehen 2,3 Km weiter zu unserem nächsten verabredeten Treffen beim israelischen Pressedienst TPSIL.

Hier deren Homepage: https://tps.co.il/

Amotz erwartet uns und gerade läuft die sonntägliche (in Israel ist das der 1. Arbeitstag der Woche) Redaktionssitzung. Wir werden vom Team begrüßt. Bekommen eine kurze Vorstellungsrunde mit den unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten der Teammitglieder.

Am Kopf der Ceo und Gründer, Amotz Eyal und links von ihm Shalhevet, seine Schwester

Wir haben 2 Expl. der deutschen Ausgabe ihres englischen Magazins: „Wahre Helden am dunkelsten Tag“ mitgebracht, das wir letzten Sommer herausgegeben haben. Es behandelt ganz besondere Geschichten von Menschen, die nichts ahnend, was da tatsächlich geschieht, am 7. Okt. 23 für ihre Familien, ihre Nachbarschaft, ihr Kibbuz, ihre Stadt um Tod und Leben kämpften und dabei über sich hinaus wuchsen. Unser Anliegen war, diesen Hintergrund, der jetzt das Trauma des Volkes ausmacht, zu erleben, im eigenen Land gegenüber 3000 bestialisch mordenden Terroristen, sowie den weiteren 3000 sich beteiligenden Zivilisten, völlig schutzlos ausgeliefert zu sein. Ein Ereignis, welches eine Zeitenwende in Israel einleitete, mit einer völligen Neubewertung des eigenen politischen und militärisch-strategischen Vorgehens, mit all den sich daraus ergebenden Konsequenzen, die aktuell im Westen, auch in Deutschland oft nicht verstanden werden. Diese hochinteressante Magazinsausgabe ist noch über unsere Homepage zu bestellen: https://cindev.de/magazin/#bestellung

Das Team lobt unsere Ausgabe und die mitgebrachten Süßigkeiten, die schnell Abnehmer finden. Im Gegensatz zum Obstteller, den sie extra schön drappiert haben, um mal nicht Süßes zu futtern. Ich bediene mich dagegen an den schmackhaften Apfelschnitzeln. Und was ist das heutige spezielle Thema des Redaktionsteams? Die geplante 2. Magazinsausgabe, wie passend und gleich kommt die Anfrage, wollt ihr nicht auch wieder eine dt. Übersetzung herausgeben? mmmh!

Danach sitzen wir noch mit Amotz in seinem Büro zusammen. Besprechen u.a. welche Medienkontakte wir ihm in Deutschland empfehlen können. Er überlegt zu versuchen, den Kontakt zum Springerkonzern aufzunehmen. Auch sprechen wir an, ob er uns in Deutschland zum kommenden Freundestreffen im Januar besuchen mag? Dann macht er uns mit seinem jüngeren Bruder Yotam, bekannt, der als Rechtsanwalt eine Kanzlei, gleich im Büro nebenan leitet. Er unterstützt die Regierung bei den juristischen Winkelzügen der politischen Gegner. Auch bei den aktuellen Verfahren im Zusammenhang der Kündigung des Direktors des Inlandgeheimdienstes, bzw. der Oberstaatsanwältin ist er juristisch involviert. Auf meine Anfrage, ob er sich vorstellen könnte ein Zoom- meeting dazu thematisch zu machen, reagiert er positiv.

Dann zeigt uns Amotz einen Artikel mit Video von 2018 über seine gesellschaftlich hoch engagierte Familie. Sein Vater hat 12 Organisationen gegründet. „Wenn alle gemeinsam studieren„: Die Familie Eyal ist keine gewöhnliche Familie. Vater Nachi, Mutter Racheli und zwei Söhne, Amotz und Yotam, studieren gemeinsam für einen Master-Abschluss an der Ariel-Universität. Wie schafft man es, ein Zuhause zu führen, wenn sich alle gemeinsam auf die Prüfung vorbereiten, wer ist der Beste der vier und was passiert in der WhatsApp-Gruppe der Familie? Wir haben sie kurz vor der Abschlussfeier aufgesucht.“ Hier der ganze Artikel: https://www.ynet.co.il/articles/0,7340,L-5283472,00.html

Auf dem Rückweg nehmen wir uns was zu Essen auf die Hand, wir haben ´ ne gute Stunde Rückweg. Kurz vor dem Ankommen in der Unterkunft kommen uns wieder viele Demonstranten entgegen. Für mich ist das Fürchterliche daran, dass Israel aktuell unbedingt Einheit im Volk benötigt, wo an so vielen Grenzen, bzw. Fronten, die Feinde ständig nur darauf lauern, Israel vernichten zu können. Und die politischen Regierungsgegner haben aus eigenem Machtinteresse nichts Besseres zu tun, als das Volk gegen die gewählte Regierung aufzuwiegeln, dabei überschreiten sie massiv Grenzen . Lügen verbreiten, ist dabei noch harmlos. Hier 2 akuelle Artikel zum Geschehen (sind automatisch aus dem Hebräischen überetzt, daher einiges etwas holperig) :

Abends treffen wir uns mit Dr. Petra Heldt und ihrem Mann Malcolm. Beides hochkarätige Gelehrte, die Jahrzehnte hier als Professoren lehrtätig an der Hebräischen Uni waren. Jetzt im Ruhestand lehrt Petra „nur“ noch an einer christlichen Hochschule in Jerusalem, aber ist damit zeitlich umfassend beschäftigt. Sie liebt es, theologisch in die Tiefe gehend zu lehren und dabei die jüdischen Wurzeln zu berücksichtigen. Beide haben einen enormen Wissensfundus, den sie auch noch in ihrer eigenen Die ökumenische theologische Forschungsgemeinschaft in Israel , „ETFRI“ einbringen. Deren Homepage: https://www.etrfi.org/368ber-uns.html Das nächste Webinar (engl.) von ihnen mit Aaron Lipkin findet z. B. am 27. März statt. Hier ein Interview zu Ihrem Engagement gegen Antisemitismus:

Wir sind – wie auf unseren vorherigen Reisen – zu einem umfangreichen Essen mit guter Gemeinschaft eingeladen und es gibt viel zu erzählen. Immer wieder erinnern wir uns gerne an unsere vielen Besuche bei ihnen zurück, als wir mit unserem Wohnmobil öfters in ihrer Straße parkten.

Zum Essen bei zwei freundlichen Jerusalemer Gelehrten